Ein Mann greift einer Frau das Portemonnaie aus der Tasche. (Quelle: imago/Schöning)

Kriminalität - Taschendiebstähle in Berlin nehmen drastisch zu

Die Geldbörse heimlich aus der Brusttasche ziehen, unbemerkt die Armbanduhr entwenden oder geschickt das Handy aus der Handtasche klauen - Taschendiebe schlagen in Berlin immer häufiger zu. Woher kommen die Täter und wie sieht es mit der Aufklärung der Fälle aus? Die Zahlen hinter den Taten.

Die Zahl der Taschendiebstähle in Berlin hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt: Wurden 2006 der Polizei knapp 16.000 Taten gemeldet, waren es im Jahr 2015 über 40 000 Fälle. Alle 13 Minuten stiehlt im Schnitt ein Taschendieb also Handy, Geldbörse oder Schmuck und verursacht dabei einen Schaden von durchschnittlich 320 Euro. Alles in allem summiert sich der Schaden durch Taschendiebstähle auf fast 13 Millionen Euro.

Zusätzlich zu den vielen angezeigten Fällen besteht eine beträchtliche Dunkelziffer an nicht gemeldeter Taten. Denn Bestohlene erstatten häufig nur dann Anzeige bei der Polizei, wenn Ausweise oder Bankkarten weg sind und die Anzeige für Wiederbeschaffung oder Sperrung notwendig ist, so die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 [pdf]. Als direkte Folge der steigenden Taschendiebstähle wird auch das Delikt Betrug mittels rechtswidrig erlangter Kreditkarte häufiger: Um 18 Prozent stiegen solche Taten 2015 im Vergleich zum Vorjahr.

Täter vor allem aus dem Ausland

Die Aufklärungsquote bei Taschendiebstählen ist traditionell sehr gering und lag im Jahr 2015 bei gerade einmal 4,2 Prozent. Von den 1324 Tatverdächtigen 2015 waren gerade mal 13 Prozent deutsche Staatsbürger. Rumänen machen mit 32 Prozent die größte Gruppe der Tatverdächtigen aus. 14,5 Prozent der Verdächtigen sind Kinder oder Jugendliche.

Belebte Plätze und öffentliche Verkehrsmittel als Hotspots

Mehr als die Hälfte aller Berliner Taschendiebstähle (20.664) fanden in S-Bahn, Tram, Bus oder U-Bahn statt. Das Delikt ist damit mit Abstand häufigste Straftat (58 Prozent aller Taten) im öffentlichen Nahverkehr. Besonders aufpassen sollte man in der U-Bahn sowie der Regional- und S-Bahn.

Neben den "Öffentlichen" sind vor allem belebte Plätze mit vielen Touristen gefährdet. Die Berliner Polizei zeigt auf ihrer Seite auf Karten, wo die Hotspots der Taschendiebe liegen: Beispielsweise am Alexanderplatz, am Potsdamer Platz, in der Friedrichstraße, der Warschauer Straße und rund um die Gedächtniskirche.

Gelblich-rote Punkte auf einer Karte zeigen die Schwerpunkte der Taschendiebstähle in Berlin (Quelle: Polizei Berlin)
Gelblich-rötliche Flecken auf der Karte Berlins zeigen, wo es im September 2016 viele Taschendiebstähle gab. (Quelle: Polizei)

Zusammenstellung der Daten: Dominik Wurnig

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