Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie ein Unbekannter einer jungen Frau am U-Bahnhof Hermannstraße in Berlin-Neukölln in den Rücken tritt. (Quelle: Polizei Berlin
Video: zibb | 09.12.2016 | Katrin Hampel

Junge Frau brutal verletzt - Geisel verurteilt U-Bahnhof-Attacke

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Attacke am U-Bahnhof Hermannstraße laut einem Medienbericht scharf verurteilt. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Mann eine Frau von hinten eine Treppe hinunter tritt. Der Fall löst eine neue Debatte über Videoüberwachung aus.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Attacke auf eine Frau am U-Bahnhof Hermannstraße scharf verurteilt. "Es ist vor allem dieser unvermittelte Ausbruch von Gewalt, der so schockierend ist", sagte Geisel dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Er sei sicher, dass die Polizei die Täter rasch finden werde: "Klar ist aber auch: U-Bahnhöfe dürfen keine Angsträume sein", sagte Geisel.

Bis Samstagmittag sind bei der Polizei acht Hinweise in Zusammenhang mit der Tat eingegangen, denen nun nachgegangen werde. "Eine heiße Spur ist bislang aber noch nicht darunter", sagte Sprecherin Kerstin Ziesmer rbb|24.

Auf einem am Donnerstag von der Berliner Polizei veröffentlichten Video ist zu sehen, wie ein Mann einer 26-Jährigen auf einer Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße unvermittelt in den Rücken tritt. Die Frau stürzt kopfüber mehrere Stufen herab. Nach rbb-Informationen brach sie sich dabei den Arm und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Täter beobachtete den Sturz, zog an seiner Zigarette und ging zusammen mit seinen drei Begleitern weiter.

Polizeigewerkschaft fordert Modernisierung der Videoüberwachung

Die Tat geschah bereits am 26. Oktober, die Polizei veröffentlichte die Videoaufnahmen aber erst, nachdem sie zuvor bei "bild.de" zu sehen waren. Laut dem Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft Martin Steltner hatte der Täter offenbar kein erkennbares Motiv: "Wir gehen derzeit davon aus, dass diese Tat aus heiterem Himmel erfolgt ist, und wir hoffen, dass wir mit den Bildern die Täter identifizieren können", sagte Stelter dem rbb-Magazin zibb.  

Der Vorfall hat die Debatte um Videoüberwachung neu entfacht. Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, forderte im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" eine Modernisierung der Videotechnik. Berlins Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Maja Smoltczyk hält den Fall hingegen nicht für geeignet, mehr Videoaufnahmen zu fordern, da die Tat begangen worden sei trotz laufender Kameras und umfassenden Aufzeichnungen durch die BVG.

CDU-Politikerin fordert schnellere öffentliche Fahndung

Wie das Video noch vor Einleitung der öffentlichen Fahndung publik werden konnte, ist laut Polizei noch unklar. "Es wird ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz, weil die Annahme im Raum ist, dass entweder von der BVG oder aus der Polizei dieses Video ohne Rechtsgrundlage an eine Zeitung gegangen ist", sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel.

Die Neuköllner CDU-Bundestagsabgeordnete Christina Schwarzer hatte sich im rbb-Inforadio am Freitag für eine schneller einsetzende öffentliche Fahndung ausgesprochen. Zwar habe die Polizei nach geltendem Recht gehandelt, aber was man "vor sechs Wochen vielleicht gesehen hat, daran können wir uns heute nicht mehr erinnern", sagte Schwarzer.

Polizeisprecher Wenzel sagte hingegen, dass die öffentliche Fahndung immer das letzte Mittel sei und immer nur dann zum Einsatz komme, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft seien.

6 Kommentare

  1. 6.

    Im Bericht wird erwähnt, dass der Arm gebrochen und das Gesicht verletzt wurden. Was ist mit den bleibenden psychischen Schäden. Die Angst, die Unsicherheit... Wenn man einmal um sein Leben bangen musste, wird man nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen können. Mir fehlen die Worte für so eine menschenverachtende Tat.

  2. 5.

    Guten Tag,
    meines Erachtens ist es nicht nur mit einer Aussage Seitens Politik getan.Es muss umgehend mehr Polizeipräsenz auf den Bahnhöfen vor Ort gezeigt werden,und dies muss schwerpunktmässig im Wechsel geschehen,damit sich die vermeintlichen Täter nicht sicher fühlen können! Wenn es dem Staat nicht gelingt,dass seine Bürger sich an öffentlichen Orten sicher fühlen,dann haben rechtsextreme Parteien noch mehr Zulauf.Das gilt es zu zu verhinden!! Allerdings ist es wichtig,dass die gefassten Täter in ausreichendem Maß bestraft werden müssen.
    Sonst bekommen wir große Probleme bezüglich der Glaubwürdigkeit.Mit frld.Grüssen M.Detzler






  3. 4.

    soll denn alles unter den tisch gekehrt und vertuscht werden?
    wir bürger werden wohl nur verarscht

  4. 3.

    Wie zu erwarten, wird jetzt erst mal nach dem "Whistleblower" gesucht, der "unsere" Pozilei so boese unter Zugzwang zur Aufklaerung gesetzt hat: http://www.morgenpost.de/berlin/article208931945/Anzeige-gegen-Unbekannten-der-das-interne-Video-herausgab.html?__pwh=ALWWaHDVSd372HFKnIca2g%3D%3D

  5. 2.

    Die BVG muss ihr Personal verstärkt einsetzen, um die Beförderungsbedingungen zum Wohle aller durchzusetzen. Insbesondere an Bahnhöfen, wie z.B. dem Kottbusser Tor, Hermannplatz, ... in denen große Bereiche dauerhaft als Raucherkneipe genutzt werden - inklusive Alkohol- und Tabakverkauf im Bahnhof (Eigeninteresse des Vermieters BVG?!). Gruppen von stark alkoholisierten Männern halten sich da regelmäßig auf und verstossen andauernd gegen die Hausordnung vor allem zum Nachteil von Kindern und anderen, die belästigt und verletzt werden. Es ist kein Zufall, dass sich die Männergruppe rauchend und biertrinkend durch den Bahnhof bewegt sondern trauriger Alltag.

  6. 1.

    Wie wäre es mal mit mehr Personal an solchen Brennnpunkten?
    Auf den U Bahnhöfen müsste ständig Sicherheitspersonal präsent sein.
    Es gibt doch genügend Arbeitslose, anstatt in unsinnige 1,50 Jobs oder unsinnige ABM Stellen diese Leute zu stecken, sollten diese als Sicherheitspersonal eingestellt werden, und dies bedarf keiner Ausbildung oder Weiterbildung! Denn auf einem U Bahnhof auf und ab zu laufen und darauf zu achten, dass alles in Ordnung ist, bedarf es keiner Ausbildung - oder hatten die Urmenschen etwa eine Ausbildung als diese darauf aufgepasst haben, dass Ihrer Familie nichts passiert? Nein hatten die nicht.

    Also liebe Politiker - nicht immer nur quatschen!!! Sondern TATEN walten lassen!!!

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