Der Sänger Frank Zander serviert am 21.12.2015 in Berlin im Hotel Estrel bei der traditionellen Weihnachtsfeier für Obdachlose und Bedürftige Gänsebraten für seine Gäste. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)

Streit mit Bär Läsker um Gänse-Essen für Obdachlose - Die Geschichte vom Weihnachtsfrieden im Hause Zander

Weihnachtsgans oder Veggie-Boulette? Das Weihnachtsmenü, das Frank Zander traditionell für Obdachlose anbietet, geriet in diesem Jahr zur Glaubensfrage. Schuld war ein Facebook-Post des Fanta-4-Managers Bär Läsker. Eine kulinarische Weihnachtsgeschichte von Tina Friedrich

Wie jedes Jahr um die Weihnachtszeit begab es sich, dass der Sänger Frank Zander den Obdachlosen und Bedürftigen von Berlin eine warme Mahlzeit zubereiten wollte. Er lud daher 3.000 von ihnen zum gemeinsamen Diner nach Neukölln, wo sich die auserwählten Gäste am Montagabend in seinem Schloss, dem Hotel Estrel, einfinden sollten, um sich von prominenten Servierkräften bedienen zu lassen.

"Kein Tier hätte sterben müssen"

Doch die Einladung stand unter keinem guten Stern. Denn der wohltätige Sänger hatte nicht mit dem Prinz aus der Nachbarschaft gerechnet, seines Zeichens Manager der "Fantastischen Vier". Bär Läsker, so überliefern es die Nachrichtenboten, hatte schon vor vielen Jahren dem Verzehr von getöteten Lebewesen abgeschworen. Er erkannte in dem Umstand, dass für seine Mahlzeiten Tiere sterben mussten, eine ungeheuerliche Ungerechtigkeit. Von dieser Ungerechtigkeit wollte er fortan auch seine Mitmenschen überzeugen.

Da nun im Jahre 2016 der Gebrauch der elektronischen Medien im Reich der Musiker und Manager weite Verbreitung gefunden hatte, tat der Prinz sein Ungemach für alle leserlich kund. Die Nachrichtenboten berichteten von wütenden Sätzen aus der Feder Läskers, die Zander der Heldentümelei bezichtigten. "Die Obdachlosen hätten sich auch über vegane Buletten mit dunkler Soße, Rotkohl und Kartoffelknödel gefreut. Und über einen Mandelmilch-Zimtpudding hinterher. Und kein Tier hätte sterben müssen", so die überlieferten Zitate.

Versöhnung kurz vor dem Feste

Es ergab sich sogleich eine heftige Diskussion, die die Nachrichtenboten des Landes tagelang beschäftigte. Auch die anderen Bewohner der Stadt beteiligten sich zahlreich an den Gesprächen in den elektronischen Medien. Gans oder lieber gar nicht? geriet zur öffentlichen Glaubensfrage.

Doch der versöhnende Geist von Weihnachten ließ nicht lange auf sich warten. Mit vom Schreiben erhitzten Gemütern erblickten die Berliner am Freitagvormittag zwei neue Einträge in den elektronischen Tagebüchern ihrer beiden wahren Helden. "Ich entschuldige mich natürlich in aller Form bei Dir, lieber Frank Zander, für den offensichtlich etwas zu impulsiven Ton, der für so viel Aufregung gesorgt hat", war bei Bär Läsker zu lesen. An die Botschaft angeschlossen war ein Friedensangebot: Man könne ja auch gemeinsam das nächste Weihnachtsessen ausrichten, ganz ohne Beef. Da ließ auch Frank Zander ab von Streit und Zwietracht, und gemahnte selbst die Nachrichtenboten daran: "In der veganen Diskussion mit Herrn 'Bär' Läsker ist alles gesagt, alles gefilmt, alles geschrieben - Schluß aus Ende - Banane."

Und wenn sie nicht inzwischen anderswo eingeladen sind, dann essen am 19. Dezember 3.000 Bedürftige glücklich ihre Weihnachtsgans.

Gänsebraten vom Zander

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12 Kommentare

  1. 12.

    Was heißt hier 'geopfert'? Wenn ich öffentlich zum Fußballspiel einlade, opfere ich dann die Handballer, Hockeyspieler ...?
    Wenn ich zum Skatspielen einlade opfere ich dann die Rommyspieler, Pokerspieler, Canasterspieler ...? Wenn ich also zum Gänsebraten einlade dann opfere ich weder Müsliesser, Vegetarier, Veganer noch eine andere 'Minderheit', die sich auf eine bestimmte Ernährungsweise eingestellt hat. Ich werde solche 'Minderheiten' nicht verunglimpfen, da jeder sich ernähren kann wie er will, und ich achte auch deren Überzeugungen aber es ärgert mich, wenn solche 'Minderheiten' versuchen, der 'Mehrheit' ihre Überzeugungen aufzuzwingen. Ich lasse mich vielleicht mit Argumenten überzeugen, aber der Versuch, mir eine andere Meinung aufzuzwingen, führt bei mir zu heftigem Widerstand.

  2. 10.

    Ich weiß nicht wieviel Obdachlose Veganer sind. Ich habe zumindest noch kein Schild gesehen - Ich habe Hunger. Aber bitte nur vegane Kost - Nicht das man einen Fauxpas begeht, wenn man einen Bettelnden ein Käse oder Wurstbrötchen anbietet. Super Hochachtung für Frank Zander und seinen Helfern. Das ist Nächstenliebe und da müssen unsere gutverdienenden veganischen Mitmenschen erst mal hinkommen. Soziale Verantwortung ist mehr als in sozialen Medien sich darüber aufzuregen .

  3. 9.

    Gut, dass einer mal auf diese schreiende Ungerechtigkeit hinweist :
    Eine randgruppe wird geopfert, damit die andere für kurze Zeit zufriedengestellt wird.
    Danke für Ihr Engagement und Ihren Mut, Herr Läsker!

  4. 8.

    der bär hat doch n knall...und wenn er so auf veganes essen besteht...dann kann er ja gerne den obdachlosen ein komplettes menu auf seine kosten mit servieren....frank gebührt auf jeden fall ein riesengroßes dankeschön für seine alljährliche Aktion...

  5. 7.

    Kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Herr Läsker, Du bekommst Dein Geld dafür, weil Andere etwas können. Jetzt stellst Du Dich ins Rampenlicht und prangerst jemanden an, der seit vielen Jahren sein eigenes Geld für hilfsbedürftige Menschen aus gibt. Wenn Du Dich in Deiner Anfangszeit an die Clubs erinnerst, in den Du Deinen ersten Spaß zu Dir genommen hast, denkst Du dann auch an die Menschen die dafür geblutet haben? Da gibt es sicherlich auch wunder schöne Fotos von.
    Du suchst Dir natürlich zu Weihnachten Dein 5 Sterne Restaurant aus. Da kann man auch mal auf Veggi machen.
    Armer Tropf...

  6. 6.

    Kann man das glauben. Hat der keine anderen Sorgen. Sollte sich lieber ein Beispiel an Herrn Zander nehmen.

  7. 5.

    Viel übler als diese Nummer finde ich den Umgang mit uns Obdachlosen und Bedürftigen was die Armbandverteilung in den sozialen Einrichtungen betrifft. Diese wird teilw. sehr willkürlich gehandhabt und es gibt eine starke Verdrängung der einheimischen Schwachen durch südosteuropäische Fälle. Da müssen viele mit "eingezogenem Schwanz von dannen ziehen" die sich an die Spielregeln gehalten haben, weil andere dies nicht tun, einfach nicht gelernt zu haben scheinen. Ich habe mich darüber bei dem Management beschwert. So wird die angepriesene Nächstenliebe zur Farce und eine weitere Demütigung für Betroffene . :-((

  8. 4.

    Tolle Idee, den Artikel als "Märchen" zu schreiben!

  9. 3.

    Hallo! Ihr Kommentar könnte zutreffender nicht sein, meine volle Zustimmung. Wer halt nur Grünzeug mag, bzw. Fastfoodgegner ist, der soll damit halt glücklich werden. Aber Bitte verschont uns anderen mit euren Belehrungen und Bekehrungen. Ladet euch dann besser als Veganer ein paar ebenbürtige Gäste ein, können ja auch ein paar Nagetiere oder andere Äser sein,- und quatscht mit denen über die "gesunde Grünzeugkost".

  10. 2.

    Es gibt halt Leute die dümmlich Quatschen und es gibt Leute die ganz einfach versuchen zu helfen.
    Danke Herr Zander für ihr Jahrelanges Engagement für Obdachlose.

  11. 1.

    Meine Güte - wenn es Leute gibt, die aus irgendwelchen Gründen meinen, dass sie kein Fleisch essen wollen, dann können sie das ja machen. Aber es geht mir wirklich tierisch auf den Keks, dass solche Leute ständig meinen, andere Leute von der Richtigkeit ihrer Auffassung überzeugen zu müssen.

    Wenn Frank Zander den Obdachlosen einen anständigen Gänsebraten servieren möchte, dann ist das seine eigene Entscheidung, und dann müssen irgendwelche Vegetarier oder Veganer das nicht kommentieren. Die wären vermutlich entspannter und ausgeglichener, wenn sie mal ein anständiges Steak essen würden.

    Nebenbemerkung:

    Mir wäre es allerdings lieber, wenn wir es in Berlin hinbekämen, dass keine Menschen ohne feste Bleibe sind.

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