Der Münzschatz Altlandsberg wird am 21.12.2016 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt (Quelle: dpa/Gambarini)
Video: Brandenburg aktuell | 21.12.2016 | Michael Lietz

Silber und Gold aus dem Mittelalter - Brandenburgs größter Münzschatz vorgestellt

Der Fund könnte Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters geben: Am Mittwoch wurde Brandenburgs bisher größter Münzschatz der Öffentlichkeit vorgestellt. Es gibt bereits Vermutungen, warum er vor rund 600 Jahren vergraben wurde.

Der bisher größte Münzschatzfund in Brandenburg ist am Mittwoch in Altlandsberg (Märkisch-Oderland) der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die brandenburgische Kunstministerin Martina Münch (SPD) sagte, die rund 7.500 wertvollen Geldstücke aus dem Mittelalter seien für die historische Forschung außerordentlich wichtig.

Die Münzen aus Gold und Silber sowie Hohlpfennige stammen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Sie waren Anfang November bei einer planmäßigen Ausgrabung auf dem Gelände des ehemaligen Schlossgutes entdeckt worden.

In einem Keramikgefäß vergraben

Franz Schopper vom Landesamt für Denkmalpflege sagte, die Münzen könnten einen Einblick in die Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters geben.

Die Münzen waren in einem Keramikgefäß vergraben worden, das in gutem Zustand ans Tageslicht geholt werden konnte. Darunter waren 13 Prager und Meißner Silber-Groschen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und elf rheinische Reichsgoldgulden von 3,5 Gramm. Dazu enthielt der Krug Tausende silberne Hohlpfennige von jeweils etwa 0,3 Gramm. Alle archäologischen Funde sind laut Denkmalschutzgesetz Eigentum des Landes.

Zusammenhang mit Einfall der Hussiten?

Möglicherweise wurde der Schatz von seinen Besitzern vergraben, als die Hussiten 1432 in Altlandsberg einfielen. Sie brannten die Stadt nieder. Die Hussiten waren eine Bewegung, die nach der Hinrichtung des böhmischen Reformators Jan Hus (um 1370-1415) entstand. Die Hussitenkriege von 1419 bis 1434 richteten sich gegen die damalige römisch-katholische Kirche und ihre weltlichen Vertreter.

Weitere Erkenntnisse versprechen sich die Denkmalpfleger von der genauen Untersuchung aller Münzen.

 

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