Das warme Essen wird er bedürftigen Menschen am Alex angeboten. (Quelle: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert)

Neue Ehrenamtskarte für beide Länder - Berlin und Brandenburg belohnen Ehrenamtliche mit Rabatten

Ehrenamtliche teilen Essen an Obdachlose aus, spielen Fußball mit Geflüchteten, helfen alten Menschen im Alltag – und managen viele andere Dinge, ohne dafür bezahlt zu werden. Dieses Engagement belohnen Berlin und Brandenburg jetzt.

Berlin und Brandenburg führen eine neue, gemeinsame Karte für Ehrenamtliche ein. Mit der Karte erhalten verdiente Ehrenamtler Vergünstigungen bei rund 140 Partnern in der Region. Damit erkennen die Länder langfristiges, freiwilliges Engagement an.

Doch gibt es die Karte nicht für alle Ehrenamtlichen: Voraussetzung ist mindestens eine Jahr ehrenamtliche Tätigkeit und in dieser Zeit mindestens 200 Stunden geleistete Arbeit. Außerdem soll die ehrenamtliche Tätigkeit dann auch weiter fortgesetzt werden. Die Karte ist dann für drei Jahre gültig.

Friedhelm Schatz (Geschäftsführer Filmpark Babelsberg, l-r), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Tobias Hoffmann (Direktor Bröhan Museum) stellen am 11.01.2017 in Berlin die gemeinsame Ehrenamtskarte vor. 140 Partner bieten den anerkannten Ehrenamtlern für ihr Engagement Vergünstigungen an. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)

Wieland: Karte wirkt der Spaltung der Gesellschaft entgegen

Mit der Karte können die Ehrenamtlichen dann Ermäßigungen bekommen – zum Beispiel für den Filmpark Babelsberg, im Berliner Bröhan-Museum, bei Hertha BSC, in Theatern, Kabaretts und Konzerthäusern wie dem Potdamer Hans-Otto-Theater, dem Deutschen Theater, den Wühlmäusern und den Uckermärkischen Bühnen Schwedt.

Mit der Karte „wollen wir Danke sagen und die Arbeit der ehrenamtlich Engagierten würdigen“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Sie würde Mut machen und der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken. "Ohne ihre Arbeit wäre unsere Gesellschaft nicht so, wie wir es gewöhnt sind", betonte auch Ministerpräsident Woidke. Freiwilliges Engagement brauche gute Rahmenbedingungen und Anerkennung.

Freiwillige Helfer sehen Ehrungen skeptisch

Einige freiwillige Helfer selbst sehen die Ehrungen jedoch skeptisch und demonstrieren gegen die Umstände, die das Ehrenamt nötig machen. So heißt es zum Beispiel Anfang Dezember von der Gründerin der "Gewerkschaft für Ehrenamt und freiwillige Arbeit", Maria Ebert: Einerseits sei es schön, dass es Menschen gibt, die freiwillige Arbeit als Arbeit anerkennen. Andererseits: "Das Ehrenamt muss als Lückenfüller herhalten, wenn der Staat versagt oder wo er sogar bewusst Ausschlüsse produziert." 

Freiwillige: 39 Prozent der Brandenburger und 37 Prozent der Berliner

In der Mark gibt es die Ehrenamtskarte seit 2013, in Berlin wurde sie bereits 2011 eingeführt. Derzeit haben 1.600 ehrenamtlich Engagierte in Brandenburg eine Karte, in Berlin werden jährlich etwa 4.500 ausgereicht. Laut einer Untersuchung von 2014 engagieren sich 39 Prozent der Brandenburger und 37 Prozent der Berliner ehrenamtlich.

Partnerorganisationen für die Ehrenamtskarte

  • In Berlin

  • In Brandenburg

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