Jäger auf einem Hochsitz (Bild: dpa/Christoph Schmidt)
Video: Brandenburg aktuell | 23.01.2017 | Friedrich Herkt

Mann bei Nauen getötet, Frau angeschossen - Jäger nach tödlichem Schuss zu drei Jahren Haft verurteilt

Ein junges Paar trifft sich zu einem romantischen Picknick im Maisfeld bei Nauen. Ein Jäger im Hochsitz hört nach eigenen Angaben ein Rascheln und will ein Wildschwein gesehen haben. Er schießt - und trifft einen 31-Jährigen tödlich. Jetzt muss er dafür ins Gefängnis.

Nach einem tödlichen Schuss auf ein Paar im Maisfeld ist ein Jäger am Montag in Nauen (Havelland) wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Der Mann hatte im September 2015 nach eigenen Angaben in einem Maisfeld bei Nauen ein Rascheln gehört und vom Hochsitz aus mit dem Fernglas ein Wildschwein ausgemacht. Sein Schuss traf aber einen  31-Jährigen tödlich. Dieser hatte mit einer Frau am Rande des Feldes im hohen Gras gepicknickt. Die Frau wurde ebenfalls von dem Schuss getroffen und schwer verletzt.

Der wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger schwerer Körperverletzung angeklagte Jäger (r) sitzt am 23.01.2017 im Amtsgericht Nauen (Brandenburg) neben seinem Anwalt im Gerichtssaal (Quelle: dpa/Nestor Bachmann)
Der angeklagte Jäger gab an, auf ein Schwein geschossen zu haben.

Anwälte glauben den Aussagen nicht

Der heute 31-jährige Jäger habe ganz erheblich gegen seine Sorgfaltspflicht im Umgang mit dem Gewehr verstoßen, erklärte jetzt der Vorsitzende Richter des Amtsgerichts Nauen. Er habe geschossen, ohne wirklich zu wissen, was sich in dem Feld aufhielt.

Gemäß den Vorschriften muss ein Jäger sich vor dem Abdrücken genau versichern, welches Wild er vor der Flinte hat. Der Angeklagte hatte zur Verteidigung erklärt, auf einen Eber rund 20 Meter hinter dem Paar gezielt zu haben.

"So wie Sie es erzählt haben, kann es einfach nicht gewesen sein", sagte dagegen Rechtsanwalt Matthias Schöneburg, der die Eltern des getöteten Mannes vertrat. Wenn er nicht einmal das Paar gesehen habe, argumentierte auch die Staatsanwaltschaft, hätte der Beschuldigte das Wildschwein erst recht nicht deutlich genug erkennen können.

Gericht folgt weitgehend der Anklage

Das Gericht folgte mit dem Strafmaß ungefähr dem Antrag der Staatsanwaltschaft - diese hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Nach einem außergerichtlichen Vergleich bekommen die Eltern des Toten sowie die Verletzte außerdem ein Schmerzensgeld von 15.000 Euro beziehungsweise 25.000 Euro.

Rechtsanwalt Schöneburg zeigte sich nach dem Richterspruch zufrieden mit dem Urteil. Man habe dreieinhalb Jahre Haft gefordert, drei Jahre seien es nun geworden, insofern können wir man zufrieden sein sagte der Anwalt im rbb.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Sehr geehrte Frau Antonietta,

    auf konkrete Hinweise zu Ihren angeblichen Studien bin ich aber mal gespannt. Bitte benennen Sie mal konkret irgedwelche Quellen dafür aber bitte keine Propagandauntersuchungen des NABU oder BUND.

    Im Gegenteil, überall wo die Jagd aus ideologischen Gründen aufgegeben wurde herrscht heute Chaos und kostet den Steuerzahler Millionen und Abermillionen. Sie sind bei ihrer Meinungsbildung leider ganz offensichtlich Stimmungsmachern auf den Leim gegangen.

  2. 1.

    Für die Jagd gibt es keinen vernünftigen Grund. Dies belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien. Weil Jäger ihrer Lust am Töten und dem Trophäenkult dennoch nachgehen wollen, tischen sie uns seit Jahrzehnten allerhand „Jägerlatein“ auf.

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