Whrend der Klappen Implantation in Sana-Herzzentrum Cottbus (Quelle: rbb/Thomas Krüger)
Video: Brandenburg aktuell | 11.01.2017 | Philipp Manske

Hoffnung für wartende Patienten - Weltweit größte Herzklappe in Cottbus transplantiert

Bernd Schuster kann aufatmen: Bei einer Weltpremiere im Herzzentrum Cottbus wurde dem 75-Jährigen am Mittwoch die weltweit größte Herzklappe eingesetzt. Die neu entwickelte Aortenklappe ist für viele Patienten die einzige Überlebenschance. Thomas Krüger war im Operationssaal dabei.

Er hat gut geschlafen sagt er und fühlt sich hier bestens betreut: Bernd Schuster aus dem sächsischen Weißwasser. 75 Jahre alt, lungenkrank, leben kann er nur mit einem Sauerstoffgerät. Eine Operation unter Vollnarkose würde Schuster bei seinem Gesundheitszustand nicht überleben, so die behandelnden Ärzte - denn Schuster benötigt eine besonders große Klappe, die es bisher nicht gab.

Dr. Axel Harnath mit Patient Bernd Schuster (Quelle: rbb/Thomas Krüger)
Dr. Axel Harnath mit Patienten

Größe der Klappe war bisher ein Problem

Die neue Herzklappe wird über die Leiste mit Hilfe eines Katheters implantiert, dabei bleibt der Patient bei vollem Bewusstsein, lediglich die Leistengegend wird örtlich betäubt. "Die Besonderheit der Klappe ist, dass man jetzt Patienten versorgen kann, die aus anatomischen Gründen bisher nicht zu versorgen waren, zum Beispiel aufgrund der Größe des Aortenklappenringes. Das Kunststück für die Firma war es, über viele Jahre eine Klappe zu entwickeln, die über die Leistenaterie einzuführen ist und sich vor Ort sehr groß entfaltet. Das ist einmalig", erklärt Kardiologe Axel Harnath.

Diese neue Klappe ist deutlich größer als die Vorgängermodelle - daher muss sie für den Transport zum Herzen durch ein besonderes Verfahren kleiner gemacht werden. "Es ist eine Klappe, die am Ende ein Durchmesser von drei Zentimeter hat. Und die muss sich auf fünf Millimeter klein machen können", erklärt Herzchirurg Volker Herwig.

Hoffnung für Patienten mit großer Hauptschlagader

Dass dies nun gelingt, ist eine Weltneuheit - mehrere Jahre hat die Entwicklung gedauert. Insgesamt werden in Deutschland jährlich etwa 15.000 Herzklappen über die Leistenvene implantiert - doch für Patienten mit besonders großer Hauptschlagader gab es diese Möglichkeit bisher nicht. Nun hätten auch sie eine echte Überlebenschance, der Bedarf sei groß, erklärt Axel Harnath: "Wir haben eine Warteliste von Patienten, die aktuell nicht operiert werden können und tatsächlich auf die Entwicklung so einer Klappe gewartet haben."

Eingriffe nicht leicht durchzuführen

An den Röntgenschirmen wird der Transport der Klappe durch die Vene zentimetergenau verfolgt und gelegentlich korrigiert. Bernd Schuster sieht davon nichts, sein Blick geht an die Decke des Operationssaals, eine Schwester streichelt ihm behutsam die Stirn und beruhigt ihn gelegentlich.

Nach einer guten Stunde ist der Eingriff beendet. Axel Harnath, der Kardiologe, ist zufrieden - im Prinzip: "Es war eine schwierige Prozedur. Es ist doch immer wieder etwas Anderes, wenn man an dem Patienten dran ist. Aber dem Herrn Schuster geht es gut und wir haben für ihn ein exzellentes Ergebnis erreicht." Für den Patienten beginnt nun ein neues Leben, in Deutschland ist er der erste mit einer Herzklappe der neuen Generation.

Beitrag von Thomas Krüger

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