B166 bleibt nach Windrad-Bruch vorerst gesperrt (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 04.01.2017 | Julia Baumgärtel

Passow (Uckermark) - B166 bleibt nach Windrad-Bruch vorerst gesperrt

Ein lauter Knall um sechs Uhr morgens: Der etwa 40 Meter lange Flügel eines Windkraftrads ist umgeknickt. Ein Gutachter soll nun klären, wie das passieren konnte. Bis der Schaden behoben werden kann, ist ein Teil der Bundesstraße 166 gesperrt.

Die Bundesstraße 166 ist wegen eines umgeknickten Windradflügels streckenweise gesperrt. Die Sperrung zwischen Zichow und Passow (Uckermark) dauert voraussichtlich bis Donnerstag, wie ein rbb-Reporter berichtet. Grund ist, dass der Rotor des Windkraftrads abgebaut werden muss. Das Gelände rund um das Windrad ist abgesperrt.

Am Dienstag war der Flügel des Windrads in der Gemeinde Passow komplett umgeknickt. Weitere Teile des Windrades flogen auf das umliegende Feld. Verletzt wurde niemand. 

Windradflügel in Passow (Uckermark) schwer beschädigt (Quelle: rbb/ Huth)

Unfallursache noch unklar

Ein Gutachter soll klären, wie es zu dem Schaden kam. Weil sich das Unglück nicht direkt auf der Straße ereignet hatte, müssen die Techniker selbst und nicht die Polizei die Ursache klären. Die Firma Energiekontor, die das Windrad betreibt, hat einen solchen Unfall nach eigenem Bekunden in den 26 Jahren ihres Bestehens noch nicht erlebt. Auch ein Polizeisprecher sagte gegenüber dem rbb, dass er es noch nicht erlebt habe, dass ein Windradflügel längs bricht.

In vielen Fällen handele es sich um ein Bauteil, das der Belastung nicht standgehalten habe, sagte Wolfram Axthelm, Sprecher des Bundesverbands Windenergie der Deutschen Presse Agentur am Mittwoch. Die Windanlage, eine GE 1,5 MW mit 100 Metern Nabenhöhe und etwa 40 Meter Flügellänge, wurde 2003 errichtet. Energiekontor betreibt bei Passow insgesamt fünf solcher Anlagen, europaweit sind es etwa 150 Anlagen. Gebaut hat das Unternehmen, das seit 1990 am Markt ist, in Europa bislang rund 590 Anlagen.

Ein Flügel eines Windrades in Passow (Uckermark) ist abgeknickt (Foto: rbb/Huth)

Bundesverband: Unfälle mit Windrädern extrem selten

Laut Axthelm bestehe durch Havarien an Windrädern keine ernsthafte Gefahr für Menschen. "Es stimmt, dass es mit vier schweren Vorfällen in den vergangenen vier Wochen eine Häufung gab", so Axthelm. "Aber normalerweise gibt es maximal zwei solcher Unfälle im Jahr." Bei bundesweit rund 26.500 Windrädern seien Unfälle dieser Art somit extrem selten und bislang sei noch nie ein Mensch dabei zu Schaden gekommen.

Anwohner hatten gegen sechs Uhr morgens einen lauten Knall gehört. Wie hoch der Sachschaden ist, sei noch unklar.

Mit Informationen von Peter Huth

7 Kommentare

  1. 7.

    Mal zur Erinnerung: Es gibt rund 23.000 Windkraftanlagen in Deutschland.
    Und die Leute die hier Angst haben und Halbwissen "verbreiten" liegen wohl mit Spanngurt angeschnallt 24h im Bett oder was???
    Über die die paar ausend Verkehrstoten regt sich ja keiner auf. Alle "Schlaumeier" fahren bestimmt kein Auto, kein Fahrrad und gehen bei Schnee nicht vor die Tür. Zu GEFÄHRLICH! Da ist wohl das Hirn schlecht durchblutet....
    Man, habt Ihr Langeweile!
    Wem's nicht passt kann ja mal nach Tschernobyl oder Gomel umziehen. Da kommt meine Frau her. Ist gar nicht so lustig dort!

  2. 6.

    Eine Windenergieanlage muss nach der DIBt-Richtlinie auf eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahre ausgelegt sein und bei der Auslegung werden entsprechende Lasten berücksichtigt. Daher gibt es für verschiedene Windzonen auch verschiedene Typen von Windenergieanlagen. Keine Ahnung was du da für "Gutachten" gelesen hast und vor allem wie alt das war. Und die Bauaufsichtsbehörden sind sowas von überhaupt nicht außen vor!! Auch im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren wird die Bauaufsichtsbehörde beteiligt und muss eine Stellungnahme abgeben, ob eine geplante Anlage bauplanungs- und bauordnungsrechtlich zulässig ist. Und bevor nicht ein Prüfbericht eines Prüfingenieurs für Baustatik vorliegt, wird auch nicht mit dem Bau einer Windenergieanlage begonnen.
    Es gibt noch kein Untersuchungsergebnis, da wird schon wieder alles verallgemeinert... Vorsicht mit gefährlichem Halbwissen!!

  3. 5.

    Mal wieder typisch von Unfällen mit alternativen Energiequellen im "tiefsten"Netz zu erfahren.Bei "Vorfällen"in Atomkraftwerken hätte ich es tagelang in Talkshows und Sondersendungen mit selbsternannten Experten verfolgen können.Bin bestimmt kein Vertreter der Atomenergie.Aber wenn ein Mitarbeiter des Wachpersonals mit Restalkohol zum Dienst im AKW erscheint und das dann laut Statistik ein "Vorfall" ist,was war das denn dann in Passow?

  4. 4.

    kann es nicht einfach sein, dass die technologische Haltbarkeit dieser derzeit umstürzenden / abbrechenden Windräder abgelaufen ist? Irgendwann kommt es bei den Belastungen dieser Türme und Flügel zu Materialermüdungserscheinungen, die sich dann als Bruch äußern. Kennen wir doch auch vom neuen Riesen-Airbus und dem A 400 M, die ja gleich wieder nachgebessert werden musste, weil die Bauteile statisch die auftretenden Kräfte nicht vertrugen und es u.A. zu Spannungsrissen kam. Glaube, mich an ein Gutachten aus der Betonindustrie zu erinnern, wonach nach etwa 10 Jahren der Beton der Türme wegen der massiven Einwirkungen durch Windlasten aus verschiedenen Richtungen zzgl. des seitlichen Lastdrucks durch Rotoren und Gondel zu brechen droht. Gleiches gilt für die metallenen Turmteile und die Fundamente. Da hat man halt mal wieder an der Überwachung gespart...
    Aber die Bauaufsichtsbehörden sind ja mittlerweile außen vor, da die Dinger nach Immissionsschutzrecht genehmigt werden...

  5. 3.

    Machen Sie sich keine Sorgen, statistisch kommen weniger Menschen durch umgestürzte Windräder oder Teile von denen zu Schaden als durch Unfälle beim U-Bahn-Surfen in Kathmandu.

  6. 2.

    Bei Sturm hab ich deutlich mehr Angst an Windrädern vorbei zu fahren als an Bäumen, statistisch sind sicher mehr Baumschäden, aber ist das nur eine Frage der Zeit?

  7. 1.

    Und wissen Sie was? Bei Ihren Kollegen vom NDR ist auch ein Windrad umgeknickt- mal wieder. Ist in der letzten Zeit hier öfter vorgekommen, sonst seit Ewigkeiten nicht (außer, man hielt es nicht für berichtenswert). https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/100-Meter-hohes-Windrad-in-Neu-Wulmstorf-bricht,wulmstorf162.html

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