Website der "tageszeitung" (taz) mit Vergrößerungsglas (Quelle: imago/Schöning)

38-Jähriger spähte Kollegen aus - Ex-"taz"-Redakteur wegen Daten-Klau verurteilt

Mit Hilfe eines Keyloggers loggte er sich in fremde Nutzerkonten ein und spähte seine Kollegen aus. Deshalb verlor ein "taz"-Redakteur in Berlin nicht nur seinen Job, sondern muss nun auch eine empfindliche Geldstrafe zahlen. Seine Motive aber bleiben im Dunkeln.

Ein früherer Redakteur der "tageszeitung" (taz) muss 6.400 Euro Geldstrafe zahlen, weil er Computer seiner Kollegen ausgespäht hat. Der heute 38-Jährige habe einen entsprechenden Strafbefehl akzeptiert, berichtet die Zeitung am Freitag unter Berufung auf eine Sprecherin der Berliner Justiz.

Auf frischer Tat ertappt

Sebastian H. soll von Januar 2014 bis Februar 2015 an verschiedenen Computern in der "taz"-Redaktion mit einem sogenannten Keylogger Daten abgefangen haben. Damit habe er sich in fremde Redaktionsaccounts eingeloggt sowie eine Kopie eines fremden Facebookprofils abgespeichert. Betroffen waren laut Anklage 14 Kolleginnen und Kollegen.

Am 18. Februar 2015 war der langjährige Redakteur dabei ertappt worden, wie er den Keylogger von einem Rechner abzog. Keylogger sehen aus wie ein USB-Stick und speichern unbemerkt Tastatureingaben. Damit können beispielsweise Passwörter und Kontaktdaten ausgespäht werden. Ein unbefugter Einsatz von Keyloggern ist nach deutschem Recht strafbar.

Sebastian H. setzte sich nach Südostasien ab

Die "tageszeitung" stellte Strafanzeige gegen den langjährigen Mitarbeiter und kündigte ihm. Laut "taz" hat der Mann in ein südostasiatisches Land abgesetzt, das mit Deutschland kein Auslieferungsabkommen geschlossen hat. Zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten Mitte Januar war er nicht erschienen.

Zu den Vorwürfen wollte er sich nicht äußern. Warum der Journalist auf Datenklau gegangen ist, bleibt weiter unklar. Nach Einschätzung der "taz" hat der Ex-Redakteur die Computer aus persönlichen Gründen ausgespäht.

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1 Kommentare

  1. 1.

    Man braucht keine Feinde - man hat Kollegen...

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