Frisch gezapfte Biere in Krügen (Quelle: imago/Action Pictures)

Klage von Schlachtensee-Anwohnern - Gericht: Bezirk soll Verbot des 'Oktoberfests' prüfen

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin muss entscheiden, ob das so genannte "Oktoberfest" am Schlachtensee verboten werden soll. Dieses Urteil hat das Verwaltungsgerichts Berlin am Freitag gefällt.

Anwohner hatten ein Verbot oder zumindest eine Einschränkung von Musikveranstaltungen in einem großen Ausflugslokal am Schlachtensee beantragt, weil sie den Lärm und den zusätzlichen Autoverkehr besonders am Wochenende in den Abend- und Nachtstunden für unzumutbar halten.

Das Verwaltungsgericht verpflichtete nun die Behörde zu einer Entscheidung, ob gegen die Betreiber eingeschritten wird, falls sie Veranstaltungen an mehr als zwölf Tagen im Jahr durchführten. Das liege im Ermessen der Behörde. Die erteilten Genehmigungen erlaubten im Regelfall nur die Bewirtung mit Speisen und Getränken. Öffentliche Musik- und Tanzveranstaltungen seien nicht abgedeckt - sie seien nur ausnahmsweise und im Schnitt etwa einmal pro Monat zulässig. Allein das Oktoberfest 2015 habe aber die durchschnittlich zulässige Zahl von Veranstaltungen überschritten.

Das Bezirksamt müsse dabei auch prüfen, ob die Betreiber einen Anspruch auf eine andere gaststättenrechtliche Genehmigung hätten und wie private Feierlichkeiten mit Musik und Tanz zu bewerten seien.

Das Oktoberfest im Stadtteil Zehlendorf findet seit mehreren Jahren jeweils im Herbst in einem großen Ausflugslokal statt. Es dauert einen ganzen Monat und wird unter anderem mit Live-Musik gefeiert.

9 Kommentare

  1. 9.

    Genau,das finde ich auch, so langsam wird es etwas eigenartig mit den Bewohnern am Schlachtensee. Außerdem befindet sich die Gastronomie auf der Waldseite und immerhin haben sie es mit dem Hundeverbot geschafft, echt schon peinlich.
    Was kann noch kommen? Vielleicht sollten man denen eine Wohnlandschaft auf dem Mond anbieten??

  2. 8.

    Bei aller Liebe: Vier Wochen Oktoberfest in einem Naherholungsgebiet sind schon ziemlich heftig und wahrscheinlich nur für Bajuwaren zu ertragen. Vielleicht einigt man sich ja noch auf einen kürzeren Zeitraum, ohne das irgendwelche Behörden einschreiten müssen.

  3. 7.

    Wer sein Leben lang so idyllisch am Schlachtensee wohnt und dort weitgehend seine Ruhe hat, der wird es wohl überleben, wenn an einigen wenigen Tagen pro Jahr dort "a Gaudi" stattfindet. Ich wohne in einem anderen Außenbezirk, dort aber direkt an einer Hauptein- und ausfallstraßenkreuzung, so dass meine Familie permanent von Lärm und Abgasen belastet wird. Das Idiotische dabei: Vor 100 Jahren wurde dieser Standort von meinen Vorfahren ausgesucht, weil der Weg zum Bahnhof so schön kurz war. Die Bahn nutze ich noch heute, und alle anderen, die da morgens und abends rein- und rausfahren, verpesten unsere Luft. Ich tausche gerne gegen ein Grundstück am Schlachtensee mit Blasmusik.

  4. 6.

    Lederhosen, Maß und Haxe sind "Multikulti" - das ist eine schöne Vorstellung, hatten wir so auch noch nicht gehört. Danke!

  5. 5.

    Das Oktoberfest gehört ebensowenig nach Berlin, wie der Karneval!
    Wann hört eigentlich der "MischMasch" (oft auch "MultiKulti" genannt) endlich auf?

  6. 4.

    Hirnrissig ist nur, solch regionale Feste auf Biegen und brechen anderswo verorten zu wollen. Wer auf's Oktoberfest will, fährt nach München. Alles andere ist billiger Abklatsch aus Kommerzgründen. Braucht kein Mensch.

  7. 3.

    Oktoberfest in Berlin? Am Schlachtensee? Kommen auch Brauereipferde vorbei? Na Hauptsache Hauptstadt-Dauertouristen (Zweitwohnung in B.) kommen auf ihre Kosten. Kommerz ohne Grenzen, egal wie stark Anwohner, Flora und Fauna belastet werden und wie gut oder schlecht ein Fest zu Berlin passt, wohl jeder Blödsinn soll in Ordnung gehen, solange eine zahlungskräftige Minderheit ihre Ticks ausleben kann.

    Manchmal helfen leider nur noch Verbote. Den klagenden Anwohner_innen drücke ich Daumen.

  8. 2.

    "Sie halten den Lärm und den zusätzlichen Autoverkehr besonders am Wochenende in den Abend- und Nachtstunden für unzumutbar." Mehr Clubs in Z-Dorf aufmachen! Für weniger Auto-Verkehr in die City! Am besten auch die übrigen Bonner Ministerien dorthin verlegen :) Oder baut doch einfach einen Zaun um eure community - dann bitte auch über die Avus ;) Um wieviele Autos geht es hier? - 10. 20. 30. oder 40.000, wie in der Innenstadt normal?! Noch eine Idee: mehr Radfahren, das wirkt ausgleichend auf die Psyche. Aber um Himmelswillen nicht den Autoverkehr einschränken ;) Also falls die Klage durchkommt, hab ich ein paar Freunde in F'hain, Mitte, Prenzlauer- & X-berg, die gerne ähnliche Klagen einreichen. So gesehen: viel Erfolg! Und entspannt euch bald kommen die EU Strafen :)

  9. 1.

    heute klagt jeder gegen jeden!! Wann werden solche Hirnrissigen Klagen endlich abgewiesen?

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