Prof. Dr. Günter Jonitz (Quelle: Imago)

Ärztekammer-Präsident wirbt für Cannabis-Liberalisierung - "Die Droge Alkohol ist gefährlicher als die Droge Cannabis"

In der Diskussion um die Legalisierung von Cannabis hat sich der Chef der Berliner Ärztekammer für einen liberaleren Umgang mit der Droge ausgesprochen. Ein sachlicher Umgang mit dem Thema und der Droge sei gesünder, sagte Günther Jonitz.

Der Berliner Ärztekammer-Präsident Günther Jonitz hat sich für eine liberale Cannabispolitik ausgesprochen. Nahezu alle Kulturen auf diesem Globus suchten eine Möglichkeit, sich in einen Rausch zu versetzen, sagte Jonitz der "tageszeitung" (Dienstag).

Als Arzt bleibe ihm nur zu sagen: Die Droge Alkohol sei gefährlicher als die Droge Cannabis, betonte der Ärztekammer-Präsident. Aber zur Wahrheit gehöre auch, dass Cannabis definitiv keine harmlose Droge sei.

"Gerade bei Kindern und Jugendlichen hat die Zahl derer, die eine unheilbare Psychose bekommen und sich deshalb umbringen, stark zugenommen in den vergangenen Jahren.", erklärte Jonitz. Hier müsse eine strenge Altersgrenze eingerichtet werden. Auf ein Gehirn, das noch nicht ausgewachsen sei, hätten Drogen verheerende Auswirkungen.

Sachlicherer Umgang gefordert

Dennoch hätten Untersuchungen gezeigt, dass ein sachlicherer und freierer Umgang der Gesellschaft mit Drogen auch für die Gesundheit der Risikogruppen der bessere Weg sei.

An das Land Berlin appelliert Jonitz, auf Bundesratsebene ein Amnestiegesetz für Cannabissünder im Verkehr einzubringen.

"Im Verkehr wird mit zweierlei Maß gemessen"

Zwischen Alkohol- und Cannabiskonsum werde zu sehr mit zweierlei Maß gemessen, kritisierte der Ärztekammer-Präsident. "Einer, der mit Tempo 170 die Stadtautobahn runterbrettert, bekommt vier Monate Fahrverbot aufgebrummt." Und das, obwohl klar sei, dass er mit dieser Geschwindigkeit nicht nur sich, sondern auch andere gefährde.

"Dagegen macht die Polizei gezielt Jagd auf junge Autofahrer, die nichts verbrochen haben, außer dass sie vielleicht in einem verbeulten Kleinwagen hinter dem Steuer sitzen und ein bisschen hager aussehen", erklärte Jonitz weiter.

Wenn dann THC - der Bestandteil der Hanfpflanze, der einen Rausch bewirkt - im Blut nachgewiesen werde, in einer Größenordnung, die wissenschaftlich nichts darüber aussage, ob jemand fahrtüchtig sei, dann verliere ein solcher Mensch für ein Jahr seinen Führerschein und müsse zum "Idiotentest", kritisierte Jonitz.

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 20.

    Find ich super.
    Gibt genug Leute die die legale Droge Alkohol nicht vertragen und durch die rechtliche Lage in die Illegalität gedrängt werden, wenn sie sich dann am Freitag Abend Mal einen kleinen Rausch zugestehen.
    Natürlich bestehen gefahren der Abhängigkeit.
    Die bestehen bei Alkohol aber auch.
    Und trotzdem Schaffens auch beim Alkohol viele diesen als Genussmittel anzusehen und nicht abhängig zu sein.
    Ich kenne genug Leute die es mit Cannabis ähnlich halten, und vor allem halten können.
    Zumal an Beispielen wie Portugal eindeutig zu sehen ist dass eine offenere Drogenpolitik nicht in Chaos und verderben stürzt sondern eher gegenteiligen Effekt hat.

  2. 19.

    Fortsetzung:
    Alkohol macht mich aggressiv und versaut mir den nächsten Tag - Cannabis macht mich gelassen und kreativ!
    Und ich bin der bombenfesten Meinung, dass das NIEMANDEN was angeht ob ich kiffe oder nicht!
    Danke und #Cannabis #Legalisierung

  3. 18.

    Ja, ich kiffe seit 35 Jahren - na und? Alkoholisiert habe ich früher Leute verletzt und nur Scheiße gebaut - seit ich fast nur mehr Kiffe helfe ich anderen eher als zu schaden und mein Leben hat eine gute Wendung genommen!
    Und ich habe es satt, mich darum wie ein Verbrecher verstecken zu müssen und Angst vor Repressalien zu haben, darum STEHE ICH JETZT AUF und poche auf mein Recht auf Selbstbestimmung!
    Sollte sich jemand dadurch geschädigt, gefährdet oder materiell benachteiligt fühlen BITTE NICHT das SEK rufen, die schießen so schlecht... ;-)
    Teilt es mir mit und wir reden drüber!
    Sollte das nicht der Fall sein, dann denke ich sollte mein Cannabis Genuß weder Polizei noch Justiz von Ihren wichtigen Aufgaben abhalten und schon gar nicht geht es eine alkoholverherrlichende und meiner Meinung nach unglaublich inkompetente und die gesamte Bundesregierung beschämende #MarleneMortler was an!
    Ich bin 50+ und weiß was ich vertrage und was nicht!

  4. 17.

    Was ist dann, wenn man Cannabis absetzt?
    Ein paar Tage ist man etwas unleidlich und dann ist es gut!
    Ich habe in 35 Jahren Kiffen Pausen von bis 3 Jahren gemacht, NA UND?

  5. 16.

    Hallo Sabrina,
    du schreibst: "Kein vernünftiger Mensch gibt sein sauer erarbeitetes Geld für Drogen aus, wenn er auch ohne auskommt. "
    Heißt das, du hast noch nie Bier, Wein, Sekt oder Schnaps gekauft? Und hast auch niemanden in deinem Bekanntenkreis, der sein Geld in Zigaretten investiert?
    Natürlich ist Cannabis eine Droge und kann negativen Einfluss auf die Psyche haben, was man nicht unterschätzen soltle. Aber gefährlicher und völlig legal trotz einem höheren Suchtfaktor sind nun einmal Alkohol und Nikotin.
    Ganz zu schweigen natürlich von den horrenden Summen, die die Polizei jährlich in die Verfolgung von Cannabis-Konsumenten investieren muss und sich dadurch nicht um relevantere Verbrechen kümmern kann, den Steuergelder, die der Staat durch einen legalen Verkauf erhalten würde und den gesundheitlichen Vorteilen, die eine staatlich kontrollierte Abgabe von ungepanschtem Cannabis bieten würde.

  6. 15.

    Mag sein, dass der Aufwand in Relation zum Erfolg aberwitzig ist.

    Es könnte aber auch sein, dass schlicht und einfach das Konzept nicht geeignet ist.

    Daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dem Drogenkonsum freien Lauf zu lassen, halte ich für falsch.

  7. 14.

    Bevor Sie weiter Drogen-Reklame machen, testen Sie einfach mal aus, wie es Ihnen geht, wenn Sie das Zeug mal 4 Monate absetzen.

    Vermutlich sehr schlecht.

    Kein vernünftiger Mensch gibt sein sauer erarbeitetes Geld für Drogen aus, wenn er auch ohne auskommt.
    Das ist die Wahrheit, die Drogenkonsumenten beharrlich leugnen.

    Ich bin nicht für Cannabis-Legalisierung sondern die Cannabis-Konsumenten müssen tagtäglich abgrundtiefe Verachtung für ihr jämmerliches Verhalten spüren - Ausnahme Schmerz-Patienten.

    Mit Toleranz gegenüber Cannabis-Abhängigen kommt man hier nicht weiter.

    Vor allem die abgrundtiefe Verlogenheit der Cannabis-Abhängigeen, der Dreck sei harmlos, verdient wirklich nur Verachtung.

  8. 13.

    Das Psychosen unheilbar sind, ist nach meinem Informationsstand wissenschaftlich nicht haltbar.

    Mit Psychosen ist ja im wesentlichen Geräuschehören, dass dann in Stimmenhören und weitere Haluzinationen übergehen kann aber nicht muss gemeint. Dann kann es in der weiteren Entwicklung dazu kommen, dass die reale Welt hinter die Stimmen und die Haluzinationen soweit zurück tritt, dass die Betreffenden faktisch nur noch in der Welt der Haluzinaitonen und Stimmen leben.

    Auslöser sind neben Antidepressiva, Neuroleptika und insbesondere Serotoninwiederaufnahmehemmern vor allem auch Drogen und auch Streß, also erhöhte Spiegel von Stresshormonen.

    Und damit ist auch schon der Weg aus der Psychose heraus aufgezeigt: Raus aus dem Stress! Die Stresshormonspiegel müssen runter.
    - Reduzierung der Drogen, Psychopharmaka und
    - Aufputschmittel und
    - Sport - aber kein stressiger Leistungssport

    Aus Psychosen gibt es sehr wohl einen Weg heraus.

  9. 12.

    <" ist mit den vergleichsweise gegebenenfalls noch harmlos wirkenden Substanzen der 1960er und 1970er nichts mehr zu tun. Der einmalige Gebrauch reicht, um eine lebenslange Abhängigkeit zu erreichen.">

    Um hier ernst genommen zu werden sollten sie dann doch "Ross und Reiter" nennen. Auf welche Drogen beziehen sie sich denn? Falls sie sich hier auf das viel kolportierte neue "Mördergras" beziehen- vergessen sie das ganz schnell wieder. Natürlicher Hanf macht NIE körperlich abhängig- weder beim ersten noch beim 1 Millionsten Mal des Konsumes.
    Etwas anders sieht es tatsächlich bei den "Ersatzstoffen" aus; bei den "legal Highs" weis man tatsächlich nicht wie sie sich langfristig auswirken. Nur eines kann man feststellen- sie sind legal & sie werden zu 99,9% konsumiert weil Hanf Illegal ist.

  10. 11.

    Lieber Tom,
    wir können die gar nicht umsortieren. Dann muss Ihnen ein Fehler beim Kommentieren unterlaufen sein. Bitte immer nur unter dem Artikel kommentieren. Dann dürfte auch nichts schief gehen. Wir haben Ihr Kommentare gelöscht. Bitte schreiben Sie noch einmal drauf los. Danke

  11. 10.

    Der rbb|24 hat meinen Kommentar falsch eingeordnet. Dieser Kommentar gehörte zur Einheitswippe. Zu Cannabis habe ich (gestern)auch etwas geschrieben, dieser ist aber bislang noch nicht veröffentlicht worden.

  12. 9.
    Antwort auf [Tom] vom 28.03.2017 um 18:53

    Hallo Tom,
    Nach Ihrem ersten Satz dachte ich Ihre Argumentation geht in die andere Richtung - Berlin hat eben kein Geld für irgendeinen Blödsinn Geld rauszuschmeißen, aber das ist doch genau das was momentan getan wird.
    Allein im Görlizter Park (Artikel vom 18.08.2015 - Zeitraum: 1Jahr)
    https://www.welt.de/print/welt_kompakt/berlin/article145324115/Der-teure-Kampf-gegen-Cannabis.html:
    "In 1432 Strafverfahren seit November 2014 wurden in 253 Fällen Anklage erhoben. " (17,7% - Herzlichen Glückwunsch!)
    Es gab 38.236 Einsatzstunden der Polizei. - (ca. 744.000 €) (mal ganz von Anwälten, Richtern und sonstigem Bürokratie-Gedöhns abgesehen)
    Umgerechnet 4,3 Einsatzstunden pro gramm Gras. (Es wurden in einem Jahr gerade mal 15 Kilo Gras beschlagnahmt)
    Ich glaube diese Arbeitszeit wäre an anderen Stellen deutlich besser aufgehoben!

  13. 8.

    Ich bin Taxifahrer und kenne genügend Leute die aufgrund dieser harten Vorgehensweise jetzt Bus Bahn oder zur Not Taxi fahren müssen oder sogar ihren Job losgeworden sind. Hier geht es um etwas ganz anderes und nicht um die Verkehrssicherheit. Es geht hier keineswegs darum um den Bürger vor irgendwas zu schützen. Wen sich der Staat so sehr für Verkehrssicherheit interessiert dann sollte man mal endlich eine Fahrtauglichkeitsprüfung einführen. Nicht nur für ältere sondern alle 5 Jahre ! Ich kenne genügend Cannabis Konsumenten, die sind weder blöd noch Arbeitslos. Viel ekelhafter ist viel mehr die Gesellschaft, die zu oft Alkohol konsumiert. Aber Alkohol ist Kultur in Deutschland. Eine kranke Kultur wo sich sogar ältere mit Rollator besaufen ! Künstliches Hüftgelenk kann kaum laufen aber einer geht noch. Nach 15 Jahren im Taxigewerbe habe ich so einiges krankes gesehen und Alkohol hat immer die Hauptrolle gespielt. Pharmalobby und Ämter machen sich die grössten Sorgen

  14. 7.

    Hätten die Altvorderen nicht in jeder zweiten Kleinstadt eine Brauerei errichtet, sondern sie wären mit Hanfanbau ggf. sogar wie im Goldenen Dreieck zu Verdiensten gekommen, der Bundeswirtschaftsminister würde heute auf internationalen Konferenzen völig selbstverständlich für die Freigabe von Hasch argumentieren.

    Was heute an direkten Rauschmitteln umläuft, ist mit den vergleichsweise gegebenenfalls noch harmlos wirkenden Substanzen der 1960er und 1970er nichts mehr zu tun. Der einmalige Gebrauch reicht, um eine lebenslange Abhängigkeit zu erreichen. Das ist mit einer einzigen Flasche Bier oder Wein gewiss nicht zu erreichen. Was aber die Verbreitung dieser potenziellen Rauschmittel angeht, herrschen in der Tat völlig verschobene Maßstäbe.

    Genuss war schon immer einmalig. Die Gewöhnung an Verdoppelung, Verzehnfachung, Vertausendfachung hat eher den Charakter der Sucht. Bei nahezu allem.

  15. 6.
    Antwort auf [Tom] vom 28.03.2017 um 18:53

    Kein Geld? Mal kurz nachgedacht...

    Prima... kontrollierter, legaler Verkauf gleich Arbeitsplätze und vor allem hohe Steuereinnahmen. Die Polizei wird entlastet und kann sich gezielter um diejenigen kümmern, die trotzdem an Jugendliche verkaufen.

    Funktioniert so gerade z.B. in Colorado ziemlich gut.

    Man kann natürlich auch erfolglos so weitermachen wie bisher und glauben, dass man einen effektiveren Jugendschutz erzielt. Auf welcher Wolke schweben diejenigen denn eigentlich?

  16. 5.

    Besuchen Sie bitte Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Meditation und zeigen Sie mir Weltfremdheit bei den Menschen auf die meditieren. Für mich als Schwerbehinderter bedeuten die Gesundheitsbeeinträchtigung echte Probleme, deren nachteilige Wirkung durch Tai Chi und Qi Gong spürbar kompensiert werden.

  17. 4.

    Für weltfremde Leute die sich Happiness nennen trifft das evtl zu ..Meditation??? Leuten mit realen Problemen hilft es bestimmt nicht wenn sie im Schneidersitz "meditieren"..Kann ja hilfreich sein aber nur wenn man Happiness heißt...

  18. 3.

    Es ist widerlich dass der Führerschein als Druckmittel verwendet wird, um Hanfkonsumenten zu schikanieren.

    Was die Polizei damit bewirkt, ist Respektverlust unter grossen Teilen der Bevölkerung, denn jeder weiss und sieht dass es hier nicht um Verkehrsicherheit geht, sondern um eine art Rache der Polizei auf Personen die andere Präferenzen im Leben haben als die meisten Polizisten.

    Manche Polizisten sind vielleicht wirklich getäuscht und sehr schlecht aufgeklärt wenn es um Hanf geht, durch die jahrelange Lügen und Propaganda. Die sollten aber mittlerweise besser wissen, es ist keine Entschuldigung.

    Es ist für die Gerechtigkeit zu hoffen, dass die Verantwortlichen dieser schlimmen Prohibition, die unnötig soviel Elend bringt, ihre schwere Strafe nicht entkommen werden, und wegen diese Lügen lange hinter Gittern müssen, z.B. die momentane Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

  19. 2.

    Die SPD testet seit 2005 an Millionen Menschen in Deutschland die HartzIV-Grundsicherung mit steigender Erfolglosigkeit und nun soll es mit einer verblödenden Droge weitergehen? Wenn sich jedoch verantwortungsvolle Wissenschaftler und Ärzte mit der Droge Cannabis zu medizinischen Zwecken beschäftigen und gesundheitliche Risiken auf das Mininmum reduzieren, dürfte dem sicher nichts entgegen sprechen. Ein Insider-Tipp: Von authentischen Lehrern vermittelte Meditation gibt Lebensfreude und lässt so manche Alltagslast leichter werden.

  20. 1.

    Schön zu lesen das die Ärztekammern endlich aufwachen und ihre unsinnigen, unwissenschaftlichen Lügenmärchen zum Thema Cannabis aufgeben. Zeit wird es, immerhin schreiben wir mittlerweile das Jahr 2017. Die Fakten sind seit Jahrzehnten dokumentiert und wurden aus politischen Gründen bis jetzt ignoriert. Ein für eine angebliche Demokratie unhaltbarer Zustand.

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