Ein Jack-Russel-Welpe (Symbolbild, Quelle: Imago)

Rosenkrieg in Berlin-Neukölln - Ex-Frau entführt Familienhund - Bewährungsstrafe

Jahrelang teilte sich ein Neuköllner Ehepaar das "Sorgerecht". Als jedoch die Beziehung in die Brüche ging, wurde die Jack-Russel-Hündin Lussy erst zum Streitobjekt und schließlich zum Entführungsopfer. Nun ergingen die Urteile in dem kuriosen Fall.

Trennungsstreit um den Familienhund: Eine 37-jährige Frau ist am Montag vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt wurden, weil sie nach der Trennung von ihrem Ehemann den Familienhund von der Straße weggefangen und dabei eine Frau leicht verletzt hatte. Ihr neuer Partner wurde ebenfalls verurteilt.

Die Eheleute - Eltern einer 18-jährigen Tochter - lebten seit fünf Monaten getrennt, als es laut Anklage im März 2016 in der Nähe des gemeinsamen Hauses im Bezirk Neukölln zum Streit um die Jack-Russel-Mischlingshündin Lussy kam. Als die Freundin des 62-jährigen Noch-Gatten mit dem Familienhund das Grundstück verließ, sei die 37-Jährige aus einem Auto gesprungen und habe den Hund an sich genommen.  

Die 65-jährige Freundin des Ehemanns sagte, die 37-Jährige habe den Hund gepackt und auf die hintere Sitzbank geworfen. "In Panik beugte ich mich in das Auto", sagte die 65-Jährige. "Ich wurde von hinten gezerrt, von vorn geboxt und gestoßen." Beide Angeklagten hätten mitgemacht. Dabei habe sie schmerzhafte Prellungen erlitten.

Gerichtsbeschluss regelt Lussys Versorgung

Die Angeklagte hatte erklärt, sie habe sich mehr als sieben Jahre um Lussy gekümmert. Aus ihrer Sicht habe der Hund ihr zugestanden. Zu einer Körperverletzung sei es nicht gekommen. Das Gericht sah das anders. Demnach hat sich die Frau des räuberischen Diebstahls sowie der Körperverletzung schuldig gemacht.

Der neue Partner der 37-Jährigen wurde zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Ihm wurden Nötigung und Körperverletzung zur Last gelegt, außerdem fuhr er nach dem "Hunderaub" den Fluchtwagen. Der 31-Jährige sagte, er habe sich "lediglich als Chauffeur betätigt".

Hündin Lussy war drei Monate nach dem Geschehen per Gerichtsbeschluss zurück an den Noch-Ehemann gegangen. Die Staatsanwältin hatte auf 1.200 Euro Strafe wegen Diebstahls gegen die 37-Jährige und Freispruch für ihren Freund plädiert.

Die Richterin sagte im Urteil, sie hoffe, dass die Scheidung bald durch sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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