Eine Cannabispflanze (Quelle: dpa/Masin)
Audio: RadioBerlin 88,8 | 20.04.2017 | Sarah Tschernigow

Forscher stellen Antrag bei Arzneimittelinstitut - 25.000 Berliner sollen für eine Studie legal kiffen

Schwerkranke erhalten seit Ende Januar Cannabis auf Rezept. Anlass für eine Gruppe von Forschern zu prüfen, wie gefährlich eigentlich der Freizeitkonsum ist. Für die von ihnen beantragte Studie sollen tausende Berliner die kiffenden Versuchskaninchen sein.

Mit einer Studie wollen Forscher die Risiken des Freizeitkonsums von Cannabisprodukten untersuchen. Dazu wollen sie durchsetzen, dass 25.000 Berliner legal Cannabis konsumieren dürfen. Die "Forschungsinitiative Cannabiskonsum GmbH" reichte nach eigenen Angaben am Mittwoch einen aktualisierten Antrag beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein.

Mit der Studie reagieren die Forscher auf die Anfang des Jahres erlassene Freigabe von medizinischen Cannabisprodukten für schwerkranke Menschen. Der Bundestag habe mit der am 19. Januar beschlossenen Teillegalisierung einstimmig die Verkehrsfähigkeit von Cannabis bejaht, erklärte Marko Dörre, Geschäftsführer der Forschungsinitiative Cannabiskonsum. Künftig können schwerkranke Patienten Cannabisprodukte auf Rezept in der Apotheke beziehen.

Studienausschluss bei Weitergabe der Droge

Auf gleichem Weg will Dörre den Studienteilnehmern mit Wohnsitz in Berlin eine monatliche Abgabe von bis zu 30 Gramm Cannabisblüten ermöglichen. Seit Anfang Februar können sich Teilnehmer für die "Berliner Cannabisstudie" bewerben. Bereits mehr als 2.000 Menschen haben nach Angaben der Wissenschaftler bereits eine Teilnahme beantragt.

Dem Bewerbungsbogen nach soll erforscht werden "wie Cannabiskonsum bei gesunden Konsumenten über mehrere Jahre wirkt". Weiter heißt es: "Als Studienteilnehmer müssen Sie bei mindestens einer Befragung pro Jahr mitmachen. Bei Weitergabe von Cannabis an eine andere Person erfolgt der Studienausschluss."

"In Deutschland berauschen sich mehrere Millionen Menschen regelmäßig mit Cannabis", erklärte Dörre. Die Wissenschaft müsse sich deshalb intensiver mit dem Freizeitkonsum und dessen Auswirkungen beschäftigen. Das Bewerbungsverfahren auf der Website der Forschungsinitiative laufe bis zu einer Entscheidung des BfArM weiter.

7 Kommentare

  1. 7.

    Ohne Sie jetzt angreifen zu wollen, ihre Vorstellung vom Hanf ist mittlerweile mehr als überholt, die Horrorstories der 60er und 70er sind, hmm, nichtmal im Ansatz real. Wir Menschen haben von Geburt an für Cannabinoide Rezeptoren im Gehirn. Die Wirkstoffe THC und CBD werden allmählich zum Glück erforscht, es häufen sich die Berichte, dass nach Versagen aller möglichen Medikamente inkl. Chemo erst thc bzw cbd half. Wenn es ihnen zu viel ist sich zu informieren, dann halten Sie sich doch bitte mit ihren Aussagen zurück. Die Drogenpolitik ist gescheitert, die Argumente widerlegt.
    Wir sagen immer: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fr... halten.
    THC wirkt nicht wie unser legales Nervengift, macht nicht aggressiv, reduziert nicht geistige Kapazitäten, zerstört keine Familien und es gab bisher international noch KEINEN Todesfall. Achja, so fahrlässigkeiten wie besoffen Autofahren, häusliche Gewalt fördert kiffen NICHT.

    Ich hab kein Plan von Handball. Also halt ich mich da raus.

  2. 6.

    Ja, kann ich bestätigen - hilft auch bei somatischen/ körperlichen Schmerzen. Wers nicht glaubt, mal ein Sabbatical an der Westküste (USA), in Portugal, Spanien, ... verbringen. Oder mit Geduld, 23.000 berliner Probanden werden noch gesucht ;) Für eine langzeitstudie Studie - 25.000 TN x 120 Monate a max. 30g - also 75 kg pro Monat, macht ne knappe Tonne pro Jahr... Frage mich welche Mengen aktuell in Berlin umgesetzt werden. Gibt es dazu Hinweise aus informierten Kreisen? Vielleicht von den Grossisten? Oder geschätzte Tagesumsätze für die von der Polizei beobachteten Parks und andere Handelsplätze? Oder ist der berliner Konsum vergleichbar mit amerikanischen Großstädten für die Wirtschaftszahlen vorliegen?

  3. 4.

    Wieso Drogenmissbrauch ? Ist doch nur eine Studie über die Wirkung bei Schmerzpazienten. Ich kenne ein Nachbar der hattevCanabis eine Zeit lang konsumiert bis zur Operation, weil er starke Schmerzen hatte. Hat ihm sehr geholfen !

  4. 3.

    "30 Gramm Cannabisblüten" pro Monat für den Freizeitkonsum?! Das ist dann doch klarer Drogenmissbrauch.

  5. 2.

    Wozu neue "Versuchskaninchen" suchen ?! ... Berlin wird doch genug "bewährte Kräfte" haben.
    Und wenn die Anzahl nicht reicht, erst dann "Freiwillige vor". Wenn sich Niemand meldet,
    einfach Hr. Beck(GRÜNE) fragen. Der kennt sich aus.

  6. 1.

    Morgens `nen Joint und der Tag ist dein Freund!

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