Archiv - Zwei Polizisten kontrollieren die Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern in Brieskow-Finkenheerd (Brandenburg) (Quelle: dpa/ Patrick Pleul)
Audio: Inforadio | 20.04.2017 | Lisa Steger

Bilanz des Blitzermarathons - Verkehrsmoral der Brandenburger hat sich nicht gebessert

Mehr als 7.000 Fahrer waren zu schnell: Brandenburg hat beim Blitzermarathon flächendeckend das Tempo kontrolliert und ist landauf, landab fündig geworden. Die größten Ausreißer gab es in Märkisch-Oderland und Potsdam-Mittelmark.

Die Verkehrsmoral der Autofahrer in Brandenburg hat sich nicht wesentlich verbessert: Beim dritten europaweiten "24-Stunden-Blitz-Marathon" wurden am Mittwoch 7.015 Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt, wie das Polizeipräsidium am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr waren es 7.028 Fahrer. Die Polizei hatte in beiden Jahren sämtliche 200 Kontrollstellen vorab veröffentlicht.

"Geschwindigkeit ist nach wie vor die tödlichste Unfallursache in Brandenburg", sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. "Mir ist es wichtig, dass wir mit diesem Thema in die Köpfe der Verkehrsteilnehmer dringen." Im vergangenen Jahr kamen bei Verkehrsunfällen in Brandenburg wegen überhöhter Geschwindigkeit 35 Menschen ums Leben.

Mit 115 Stundenkilometer vor einer Schule

Trauriger Spitzenreiter beim diesjährigen Blitzermarathon war ein Autofahrer, der mit 115 Stundenkilometern an einer Schule in Vogelsdorf (Märkisch-Oderland) vorbeiraste. Erlaubt waren dort maximal 50 Stundenkilometer. Auf der Autobahn 2 wurden bei einem Autofahrer zwischen den Anschlussstellen Wollin und Ziesar (Potsdam-Mittelmark) 220 Stundenkilometern gemessen, obwohl dort nur 100 Stundenkilometer erlaubt sind.

Berlin beteiligte sich in diesem Jahr nicht

Der Blitz-Marathon ist als Maßnahme gegen Temposünder umstritten. Berlin und sechs weitere Bundesländer beteiligten sich in diesem Jahr nicht an der Aktion. Die Berliner Polizei begründete das mit dem sehr geringem Nutzen, der einem großen Aufwand gegenüberstehe. Während der Aktion würden sich zwar viele Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten - schon zwei, drei Tage später sei davon aber nicht mehr viel zu merken.

Sendung: Inforadio, 20.04.2017, Nachrichten 18 Uhr

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Ach deshalb leben Sie lieber in der "giftigen" Innenstadt von Berlin, weil Sie größere Angst haben vor den betrunkenen Brandenburgern !? Den Antrag auf einen Volksentscheid schon eingereicht oder doch Alles nicht so schlimm?

  2. 18.

    " Ehrlich, mir ist auf Brandenburger Straßen immer etwas mulmig. "

    also ehrlich, mir nicht. Ich bin im gesamten Bundesgebiet u. Euroland unterwegs, bei Geschw.begrenzungen im Baustellenbereich und auch sonst, gibt es immer Tiefflieger , von denen man flott überholt wird . Es scheint ein " Sport" zu sein Gebote zu ignorieren, Skandinavier fallen mir da öfters auf. Ansonsten bringt man die Verkehrsteilnehmer nur mit Kontrollen u. schmerzhaften Strafen zur Raison . Brandenburg scheint mir keine Ausnahme zu sein.
    Übrigens: geblitzt wurde ich auch, außerhalb geschl Ortschaften wegen Überschreitung von 5 Km/h ....nach 23 Uhr

  3. 17.

    interessant, wie stellen Sie fest, daß viele "Einheimische" alkoholisiert fahren ? fahren die Schlangenlinien ? trinken die während der Fahrt ? haben sie vorher zufällig in einer Gastwirtschaft Alkoholkonsum beiläufig bemerkt und dann den Fahrer im Auto zufällig wiedererkannt ? oder am Rastplatz einen torkelnden Fahrer gesehen ?

    würde ich wirklich gern wissen , oder haben Sie einfach Erfahrungen u. Beobachtungen , dass sich so manche Leute nach ausgiebigem Alkoholkonsum ans Steuer setzen ?

  4. 16.

    Eine weitere Baustelle unserer Gesellschaft, welche seit Jahrzehnten besteht und einfach nicht lösbar zu sein scheint.

    Aus dem simplen Grund, dass das Interesse der Bevölkerung (Sicherheit) und der Regierung (GELD) nicht übereinstimmen.

    Wieso wird so ein Marathon angekündigt? Damit die Leute bloß keinen Tag zu lange regeltreu fahren.
    Wieso ist zu schnell fahren so günstig? Damit es sich jeder leisten kann.
    Wieso wird anschließend nur so mit Statistiken und Zahlen um sich geworfen? Damit die Leute denken, dass etwas gemacht wird.

    Und dann kommt, wie immer, die ach so überraschende Hiobsbotschaft: Mimimi 7000 Leute zu schnell!
    NEIN! ECHT? ... Wie kann man auf die immer selbe Aktion eine andere Reaktion erwarten. Mische 9 mal gelb mit blau und beschwer dich dann beim 10. Mal: Manno, wieder grün!
    Da kann man sich nur an den Kopf fassen.

    Aber bringt einfach weiter durch solche Aktionen "das Thema in die Köpfe der Verkehrsteilnehmer". Läuft ja richtig gut!

  5. 15.

    nun übertreiben Sie mal nicht so :
    im Land Brandenburg wurden Geschw.Kontrollen durchgeführt, mehr als 7.000 Fahrer waren zu schnell , die größten Ausreißer gab es in Märkisch-Oderland und Potsdam-Mittelmark. Das ist zunächst mal das Ergebnis . Eine Differenzierung nach Geschlecht, Alter, Geburtsort , Nationalität etc. beinhaltet das nicht, wozu auch. Da zu dieser Jahreszeit vermutlich noch nicht viele Touristen unterwegs sind, Durchreisende ausgenommen, sind es vermutlich mehrheitlich die Ortsansässigen . Im übrigen Bundesgebiet ist es auch nicht wesentlich anders . Vorschriften sind gut, Kontrolle ist besser.
    Hier von Verunglimpfung und u. Hetze zu reden ist einfach absurd. Blicken Sie mal in die Schweiz wie dort Temposünden geahndet werden , bei groben Verstößen Auto weg , Haftstrafen u. hohe Geldstrafen .

  6. 14.

    Ich schlage vor die Geschwindigkeitsüberwachung an Privatfirmen auszulagern. Man braucht jemanden, der geschult wird einen Blitzer ordnungsgemäß zu installieren und ihn nach getaner Arbeit wieder abbaut. Die Daten werden weiterhin von einer Dienststelle/ Behörde ausgewertet, um nicht gegen den Datenschutz zu verstoßen. Dies hätte diverse Vorteile: Die Polizisten hätten Zeit sich um die Kriminalitätsbekämpfung zu kümmern. Die Motivation eines privatwirtschaftlichen Unternehmens wäre um einiges höher - dann könnten wir wirklich endlich von "Abzocke" sprechen. Natürlich müsste der finanzielle Aufwand der Firmen durch höhere Bußgelder kompensiert werden.

    Ein anderer Vorschlag wären kleinere Blitzer oder eben Kameras ohne Blitz, wie die Schwarzlichtblitzer. Warum muss ein Blitzer schon auf 50 m sichtbar sein oder die Größe einer Mülltonne haben? Die kann man doch bestimmt auch im Miniaturformat herstellen.

  7. 13.

    Wir haben ein WE- Grundstück in der Schorfheide, und sind oft im Barnim unterwegs.
    Was ich dort auf den Straßen erlebe,ist schon abenteuerlich. Ich fahre 110 km/h auf der Landstraße,und werde pausenlos überholt.
    Alkohol scheint im Straßenverkehr völlig normal zu sein,besonders an Wochenenden fahren viele "Einheimische" alkoholisiert.Polizei sieht man so gut wie nie. Ehrlich, mir ist auf Brandenburger Straßen immer etwas mulmig.

  8. 12.


    <erstaunlich. woher Du Deine Erkenntnisse nimmst! Wenn auf den Kreuzen der Wohnort stehen würde, dann würde da sehr oft BERLIN stehen.
    Bäume verursachen keine Unfälle, also haben die Leitplanken den Sinn die Bäume zu schützen und das vorallem dort, wo die von Dir genannten Kennzeichen herkommen.

  9. 11.

    Hallo Gretchen! In Kombination mit der Dachzeile ("Bilanz des Blitzermarathons") und den im Text genannten Zahlen wird klar, dass sich die Überschrift nicht auf alle Brandenburger, sondern auf das Ergebnis des Blitzermarathons bezieht.

  10. 10.

    Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht! Man sollte nicht nach dem Kfz-kennzeichen gehen, sondern nach dem Geburtsort des Fahrers.

  11. 9.

    So lange die Kontrollstellen im Radio angekündigt werden ist dies völliger Humbug. Jeder Autofahrer, wenn er etwas
    Gehirnschmalsz hat stellt sich darauf ein. Härtere Strafen wären meines Erachtens angebracht denn wenn es an den Geldbeutel und den Entzug der Fahrerlaubnis geht wird der Mensch gescheit oder auch nicht.
    Ich sehe dies fast tagtäglich auf der B 96 Richtung Rangsdorf. Bis zum Blitzer wird die 70 eingehalten und dann aber gib im Speed. Wer sich weiterhin an die 70 hält wird bedrängt oder kurzfristig vor der nächsten Ampel überholt.

  12. 8.

    Das ist Medienjargon: Von einem statistischen Mittel, werden Rückschlüsse auf eine "ideelle Gesamtperson" zusammengezogen. Rein statistisch ist das natürlich nicht zulässig, ebensowenig wie die Bezeichnung "Brandenburger" zutreffend ist, weil ja nicht nur Bewohnende der Stadt Brandenburg an der Havel gemeint sind, sondern alle Bewohnende des Landes, die ich mit "Brandenburgische" bezeichnen würde.

    Wenn uns das altbacken vorkommt, zeigt das nur, wieweit unsere Sprache ihr eigentliches Vermögen, nämlich das eine vom anderen zu unterscheiden, verloren hat.

    Ich persönlich als Einwohner des Landes Brandenburg und Führerscheinbesitzer und gelegentlicher Autofahrender fühle mich nicht diffamiert, sondern "übersetze" das eben so, dass Medien sich sprachlich unvermögend machen. Dazu gehört leider auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk incl. RBB. - Ein Pardon an diejenigen, die ein gutes Programm machen.

  13. 7.

    Nun mal bitte nicht eingeschnappt sein. In Berlin weiß wirklich jeder, dass die Brandenburger ein Problem mit dem Autofahren haben. Die können zum Beispiel den Markierungen ganz schlecht folgen, so dass sie öfter mal direkt an Bäumen landen. Deshalb stehen da immer so viele Kreuze am Fahrbahnrand und man installiert zusätzliche Leitplanken. Es ist in Brandenburg auch vollkommen normal, dass unter Alkoholeinfluss gefahren wird. Auf dem Dorf sieht man das alles nicht so eng. Das Auto findet ja den Weg von alleine.

    Es ist somit kein Zufall, dass Berliner wissen, dass man möglichst viel Abstand zu Fahrzeugen halten sollte, an denen OHV, HVL, PM, LDS, LOS und so weiter steht.

    Übrigens: Auf radioBERLIN 88,8 kündigt die BVG sehr wohl ihre Kontrollen an. Und trotzdem gibt es Schwarzfahrer.

  14. 6.

    Mich würde wirklich sehr interessieren, woher die geblitzten Fahrer stammen. Da Deutschland allgemein und Brandenburg im Speziellen ein Transitland, kann meiner Meinung nach ohne diese Angaben keine Aussage über die "Verkehrsmoral der Brandenburger" gemacht werden.

  15. 5.

    "Verkehrsmoral der Brandenburger hat sich nicht gebessert."
    Hier wird eine Bevölkerungsgruppe pauschal diffamiert. Ist Sippenhaft die neue Moral?
    Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die Täter des letzten Blitzmarathons auch jetzt wieder dabei sind?
    Der Titel verunglimpft und betreibt Hetze.

  16. 4.



    Die Zahl an sich ist schon beeindruckend, aber vielleicht sollte man mal etwas näher draufschauen. Wenn man die Zahl der erwischten Fahrer mal ins Verhältnis zur Zeit und zu den angesagten Kontrollstellen setzt, dann waren es noch nicht mal 1,5 Zu schnell Fahrer je Kontrollstelle. Und nicht eingerechnet ist dabei das eingesetzte Personal. Lohnt sich dafür der Aufwand wirklich? Ich denke, Berlin hat da richtig entschieden und nicht teilgenommen. Aufwand und Nutzen stehen wohl kaum im richtigen Verhältnis in diesem Fall. Kontrollen ja, aber nicht als Kampagne zur Beruhigung der Bevölkerung.

  17. 3.

    Ich würde es auch begrüssen, wenn solche Aktionen in 2-3 Kreisen im Land Brandenburg ohne Ankündig in den Medien durchgeführt werden. Einige Tage später sind werden andere Kreise solche Kontrollen tätigen. Die Raser müssen sich verunsichert fühlen. Ich habe noch nicht im Rundfunk gehört, dass die Polizei in Berlin und BVG ihre Kontrollen in den Straßen und Zügen vorher ankündigt. Das Ergebnis ist sicher größer und effektvoller

  18. 2.

    Genau so ist es! Man sollte solche Blitzer Aktionen spontan durchführen ohne vorher anzukündigen.

  19. 1.

    Spricht für viel mehr Geschwindigkeitskontrollen, höhere Strafen und zusätzliche stationäre Blitzer, wenn bis zu 7,5% der Autofahrer selbst bei einer solchen Aktion die Höchstgeschwindigkeit überschreiten. "Während der Aktion würden sich zwar viele Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten - schon zwei, drei Tage später sei davon aber nicht mehr viel zu merken."

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