Ein Mann wird am 20.02.2016 von der Polizei, nach einem versuchten Raubüberfall, aus einem Supermarkt in Berlin abgeführt. In Berlin-Schöneberg ist am 20.02.2016 ein Einkaufsmarkt überfallen worden. (Foto: dpa / Gregor Fischer)

Medienbericht über Kriminalstatistik - Berlin ist Stadt mit den meisten Straftaten

Die Hauptstadt ist auf einem Spitzenplatz gelandet - allerdings einem zweifelhaften: Sie ist die Stadt mit den meisten registrierten Straftaten deutschlandweit. Das geht laut einem Zeitungsbericht aus der Kriminalitätsstatistik für 2016 hervor.

Berlin liegt bei der Anzahl registrierter Straftaten im bundesweiten Vergleich auf dem ersten Platz - sowohl unter den Städten als auch unter den Bundesländern.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)  des Bundes für das vergangene Jahr weist für Deutschlands größte Metropole 16.161 erfasste Straftaten pro 100.000 Einwohner aus, wie die "Welt" (Samstagsausgabe) berichtet. Frankfurt am Main - jahrelang die unsicherste Stadt - liegt nun mit 15.671 Taten pro 100.000 Einwohner auf dem vierten Rang. Den zweiten Platz nimmt dem Bericht zufolge Leipzig mit 15.811 Taten ein, den dritten Platz belegt Hannover (15.764 Taten immer jeweils pro 100.000 Einwohner).

Brandenburg rangiert im Vergleich der Bundesländer mit 7.479 Delikten auf Rang zehn - und damit im Mittelfeld. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Zahlen offiziell am Montag in Berlin vorstellen.

Die Stadt mit der geringsten registrierten Kriminalität bleibt wie in den Vorjahren München. Dort registrierte die Polizei nur 7.909 Taten pro 100.000 Einwohner. Auf dem Platz dahinter liegt mit Augsburg ebenfalls eine bayerische Stadt. Die nordrhein-westfälische Stadt Oberhausen kommt auf den dritten Platz, gefolgt von Wiesbaden.

Bundesweit deutlich mehr Gewalttaten

Insgesamt zeige die Kriminalstatistik ein starkes Nord-Süd-Gefälle, schreibt die "Welt". Nach den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sind Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen die Flächenstaaten mit der höchsten Kriminalitätsrate. Das sicherste Bundesland ist mit 5.599 registrierten Taten Baden-Württemberg. Verhältnismäßig wenige Taten weisen auch Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern aus.

Bundesweit gab es laut dem Bericht einen leichten Anstieg der Delikte um 0,7 Prozent auf insgesamt 6,372 Millionen. Die Gesamtaufklärungsquote bleibt mit 56,2 Prozent nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Einen deutlichen Anstieg um 6,7 Prozent auf 193.542 Fälle gab es bei Gewalttaten. Ebenfalls ein Anstieg - um 11 Prozent auf 24.362 Fälle - wurde beim Delikt "Widerstand gegen die Staatsgewalt" festgestellt. Der darin enthaltene Tatbestand "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte", meist Polizisten, nahm um 9,1 Prozent auf 22.569 Fälle zu. Zurück ging hingegen die Zahl der Raubdelikte - um 3,7 Prozent auf 43.009 Fälle.

Bei den Zahlen der Kriminalstatistik gibt es allerdings eine hohe Dunkelziffer. Denn viele Straftaten wie kleine Diebstähle oder Drogendelikte werden nicht bei der Polizei gemeldet.

Die Berliner Kriminalitätsstatistik für 2016, die im März vorgestellt worden war, wies insgesamt 568.860 Straftaten aus. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent - obwohl die Einwohnerzahl der Stadt steigt. Bei Mord, Totschlag und Raub seien die Zahlen deutlich zurückgegangen, hieß es damals. Eine Zunahme gab es hingegen bei Körperverletzungen. Die häufigsten Delikte waren erneut Taschendiebstähle, Ladendiebstähle sowie Auto- und Fahrraddiebstähle.

Sendung: Inforadio, 21.04.2017, 11.20 Uhr

Kommentar

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27 Kommentare

  1. 27.

    Unser Schlüsseldienst https://schloss-expert.de stellt seit Jahren fest, dass es in Berlin immer mehr Einbrüche gibt. Das Problem ist aber, dass die Berliner es den Einbrechern selbst leicht machen. Der Gedanke, dass es jeden erwischen kann, nur mich nicht, ist bei 90% der Anwohner vorhanden. Manchmal werden die Nachbarn von einem Einbruchsopfer wachgerüttelt, allerdings dauert es nicht lange und nach paar Tagen ist der Einbruch in der Nachbarschaft wieder vergessen, zumindest bis zum nächsten Einbruch.
    Wir finden, dass die Medien sich öfter und auch intensiver mit dem Thema Einbruch beschäftigen sollten, um die Bevölkerung stärker zu sensibilisieren. Vielen Dank!
    R. Klassen vom www.Schloss-Expert.de

  2. 25.

    Liebes Team von rbb|24,

    bitte beachtet, dass die in diesem Artikel dargelegt Fakten sehr einperspektivisch sind und die hinter dieser Statistik liegenden Abstraktionen nicht ausreichend beleuchtet.

    Ich möchte Ihnen ans Herz legen, die Inhalte nachgelegter Quelle ebenfalls zu beachten und entsprechende Konkretisierungen bzw. Begrenzungen anzustellen:

    BERND BELINA: Kriminalitätskartierung – Produkt und Mittel neoliberalen
    Regierens, oder: Wenn falsche Abstraktionen durch die
    Macht der Karte praktisch wahr gemacht werden. Geographische Zeitschrift, 97. Jg. 2009 · Heft 4 · Seite 192-212
    © Franz Steiner Verlag, Stuttgart

  3. 24.

    Viele Kommentare lassen mich mal wieder an den geistigen Fähigkeiten meiner Mitbürger zweifeln.

    Auf den ersten Blick scheint es dort umso sicherer zu sein,je besser die Region wirtschaftlich dasteht. Das wäre auch alles andere als unlogisch.

  4. 23.

    Danke für die Nachhilfe und herzliche Grüße an den Experten aus dem fernen Hamburg! Und was Surrealismus ist, schlagen wir vielleicht lieber nochmal nach.

  5. 22.

    Berlin und bestimmte Orte in NRW sollte man unbedingt meiden ! - mal schauen welche Gebiete des "Gemeinwesens "Deutschland noch dazukommen! Deutschland scheint immer surrealistischer zu werden.

  6. 21.

    Der statistische Zusammenhang von Gewaltdelikten mit Großereignissen besteht, taugt aber nicht zur Entschuldigung der Kriminalität in Berlin.

    Denn die größten Großereignisse haben wir in München. Allem voran das Oktoberfest, weiter Fussballspiele und die gigantischen Zahlen von 2015 / 2016 in München eintreffenden Flüchtlingen (an einem Wochenende waren es mal 20.000) könnte man auch als Großereignis werten. Aber auch das war besonders friedlich und sogar friedensstiftend. Antifa und Polizei arbeiteten zusammen um die Massen an Flüchtlingen zu versorgen.

  7. 20.

    Der Verantwortliche dafür wurde ja zumindest abgewählt.

  8. 19.

    Die angegebenen Zahlen stimmen und die Einordnung erklärt sich folgendermaßen: München ist die sicherste Großstadt in Deutschland.
    Brandenburg rangiert im Bundesländervergleich mit der angegebenen Zahl aber nur auf den mittleren Plätzen (weil hier eben Bundesländer und nicht Großstädte verglichen werden.)

  9. 18.

    Danke für den Hinweis! Da muss ein Fehler sein. Diese Zahlen verstehen wir so auch nicht. Wir schauen und das an und korrigieren.

  10. 17.

    Brandenburg liegt mit 7479 Fällen / 100000 EW nur im Mittelfeld und
    München hat mit "nur" 7909 Fällen / 100000 EW die wenigsten Straftaten ??? Ich verstehe die Zahlen nicht!,

  11. 16.

    Nichts gegen die regierenden Parteien, aber schauen wir doch mal nach NRW. Was fällt denn da auf? Ist das nicht das Bundesland mit der höchsten Kriminalitätsrate? Ja und was sagt uns das für September? Richtig, das Kreuz an der richtigen Stelle setzen.

  12. 15.

    warum nehmen sie den Hr.Henkel nicht in die Pflicht,der jetzige Senat hat gerade 100 Tage das sagen.Von Realität u.Fairnis kommt von Ihnen auch nichts rüber.

  13. 13.

    Das wundert einen doch nicht wirklich, oder!? Es war unter Rot/Schwarz schon mies und jetzt wird es eben völlig Bergab gehen. Nun brauch man aber nicht meckern, die Pappnasen wurden schließlich gewählt. Und damit ist das ganze von einem Teil der Berliner Bevölkerung gewollt. Als Drogendealer würde ich auch grün wählen. Keine Partei hat mehr Verständnis für Kriminelle. Warum nur?

  14. 12.

    Ich glaube ein Teil der Gewaltdelikte passiert auch im Zusammenhang mit Großereignissen wie Demonstrationen oder Fussballspielen. Wenn sich dann dutzende Menschen prügeln und auch die Polizei attackieren, kann man leicht die Zahl der Gewaltdelikte erhöhen. Berlin hat als Hauptstadt auch eine besonders hohe Zahl an Großereignissen.
    Den schwarzen Peter immer der akutellen Regierung zuzuspielen, ist bei einem CDU-Innensenator im Jahr 2016 natürlich fragwürdig - im Großen und Ganzen würde ich mich aber dem Kommentar von Helmut Krüger anschließen.

  15. 11.

    Das kann man sich täglich fragen.
    Es ist nicht mehr zu verstehen.
    Aber der Bürgermeister hat nichts dazu gelernt scheint mir.
    Sein ganzer Senat auch nicht.
    Aber Herr Müller hat ja von Anfang an behauptet ,die Kriminalität sei nicht gestiegen.
    Wie lange soll man das noch ertragen?

  16. 10.

    Das mit den Gendertoiletten made my day. Hatte nicht Berlin auch schon mal ein Problem mit Ampelmännchen? Nächster Vorschlag: Genderampeln, ggf noch Burkaampeln.

  17. 9.

    Das passiert halt wenn man vor lauter ideologischen Kämpfen gegen Rechts den Schutz der Bevölkerung völlig vernachlässigt und sich dafür dem Islam an den Hals schmeisst. Müller gehört mit zu den unfähigsten Politikern die Berlin je hatte.

  18. 7.

    Als Zugezogener ist man irritiert, wie wenig politischer Wille in Berlin besteht, seine Bürger zu schützen ... Da brennen jede Nacht -zig Fahrzeuge ab ohne das es Senat UND Bürger interessiert ... Menschen werden regelmäßig erschlagen, zu Tode gehetzt und Treppen hinunter getreten und der Senat beschäftigt sich allen Ernstes mit Toiletten und Ferienwohnungen ... Was ist eigentlich mit dem "Regierenden" Bürgermeister nicht in Ordnung?

  19. 6.

    Berlin hat doch wahrlich andere Probleme ... Zum Beispiel freien Eintritt in Museen, Tempo 30-Zonen, Gender-Toiletten ... DAS steht auf der Agenda des Senats ganz oben, nicht der Schutz der Bürger vor Kriminalität ...

  20. 5.

    Der blöde Witz "Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst..." bekommt mal wieder aktuelle Bedeutung. Es ist noch gar nicht lange her, da bekamen wir eine Statistik zu lesen, nach der die Kriminalität rückläufig sei. Ok, im Beitrag wird explizit von Zunahme der Gewaltkriminalität gesprochen wobei speziell die mir besonders unangenehm vorkommt. Außerdem ist die Zählweise der Straftaten wohl uneinheitlich, wenn z.B. Ermittlungsverfahren eingestellt werden (auch mangels Erfolg)und Dunkelziffern bleiben auch außen vor. Wenn ich als Bürger eine Straftat nicht mehr anzeige, da ich davon ausgehe, daß sie ohnehin nicht verfolgt wird (klassisch Fahrradfiebstahl, aber auch Körperverl.), schönt das zusätzlich die Statistik. Ich durfte übrigens auch schon mal an der Erstellung von Statistiken mitwirken, es kommt auf die Rohdaten an und wie man sie einsetzt^^.

  21. 4.

    Es ist wie immer-hochbezahlte "Wissenschaftler"stellen im Auftrag der Regierung Statistiken auf,das heißt doch das dies das Aushängeschild der jeweigen Gesellschaft widerspiegelt.Ein User hat mal treffend ,zwar bei einen anderen Thema,geschrieben: die Kirche hält die Menschen dumm,der Staat hält sie arm.So lange dies unter dem Deckmantel der Demokratie so weiter durchgeführt wird ,wird sich die Statistik vom Beitrag nicht verändern,siehe auch im Schulsystem ,wo auch die Statistik ihre Anfänge hat.

  22. 3.

    Hat man was anderes erwartet??? Berlin ist in allem an erster Stelle, ob mit Schulden, Rasern, Kriminellen oder "Gutmenschen".

  23. 2.

    Hat das jemand bezweifelt? Ich nicht, unser Senat sicherlich. Es muss eben noch mehr passieren, leider!

  24. 1.

    Politisch lässt sich solche Statistik zum Glück nicht gehaltvoll ausschlachten, allenfalls können die ewig Vorfestgelegten durch gezielte Auszüge daraus das in ihrem Sinne ausschlachten. Wer die Ergebnisse im Detail betrachtet, sieht die Differenzierung: Grüne Ministerpräsidenten kommen ebensogut und grüne Minister ebenso schlecht weg wie SPD-Ministerpräsidenten oder jene mit CDU/CSU-Parteibuch. Das Gleiche gilt für Innenminister, - senatoren und -dezernenten.

    Mord und Totschlag nimmt ab, Gewaltdelikte nehmen aber am gleichen Ort zu. Will sagen: Menschen geraten spontan aneinander, nicht jedoch, dass gezielt da jemand auf einen anderen losgegangen ist. Vielleicht ein Symptom für eine immer mehr aufgeladene und psychisch "überhitzte" Gesellschaft, bei der die Aufgeladenen kaum mehr wissen, wohin mit allem? Vielleicht mit einem Besenstiel in einen Wald gehen und dort 100 x auf den Waldboden einschlagen, wenn´s die heimische Schaumstoffmatraze als Unterlage nicht (mehr) tut?

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