S-Bahnhof in Berlin (Quelle: imago/Sven Lambert)

Opfer musste notoperiert werden - Festnahme nach Messerstecherei am S-Bahnhof Plänterwald

Schneller Fahndungserfolg für die Bundespolizei in Berlin: Zwei Tage nach einer Messerattacke am S-Bahnhof Plänterwald konnte der mutmaßliche Täter festgenommen werden. In seiner Wohnung wurde ein Messer und blutverschmierte Kleidung gefunden.

Nach der Messerattacke auf einen 22-Jährigen am Berliner S-Bahnhof Plänterwald hat die Bundespolizei einen Mann festgenommen. Der 34-Jährige wurde am frühen Donnerstagmorgen in seiner Wohnung in Treptow-Köpenick gestellt, wie es hieß.

In den Räumen fanden die Ermittler ein Messer und eine Jacke mit Blutspuren. Auch die Begleiterin des Tatverdächtigen konnte ausfindig gemacht werden. Sie wird als Zeugin verhört.  

Streit in der S-Bahn eskaliert

Auf die Spur des Mannes war die Polizei nach einem Zeugenaufruf durch den Hinweis einer Frau gekommen, die ihn über ein Soziales Netzwerk kannte. Das Opfer erkannte den Beschuldigten laut Polizei wieder.

Am Montagabend war in einer S-Bahn ein Streit zwischen dem Paar und einer vierköpfigen Gruppe eskaliert. Ein junger Mann aus der Gruppe soll dem 34-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, als dieser mit seiner Begleitung aus der S-Bahn aussteigen wollte. Der jetzt Festgenommene soll daraufhin ein Messer gezogen und auf einen 22-Jährigen eingestochen haben, der ebenfalls zu der Gruppe gehörte. Anschließend flüchtete das Paar. Das Opfer musste notoperiert werden.

Sendung: Abendschau, 20.04.2017, 19.30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Auch wenn noch nichts endgültig feststeht,sieht es ganz danach aus,als hätten sich ein paar Halbstarke den Falschen ausgesucht. Hier werden wohl Opfer und Täter vertauscht. Mein Mitleid hält sich daher in Grenzen.

  2. 4.

    Ich kann mich da nur anschließen. Jeder, der Nachts in Berlin unterwegs ist, hat so etwas oder so etwas ähnliches schon erlebt. Aus meiner Sicht haben da vier ihre Machtspielchen gemacht und ein anderer hat es nicht akzeptiert. Im eskalierenden Konflikt stand es vier zu eins gegen ihn. Wie geht so etwas normalerweise aus? Wir tolerieren diese Machtspiele, die fühlen sich bestätigt, machen ungehemmt weiter, finden noch Nachahmer und hatten auf Kosten anderer einen "tollen" Abend. Die Polizei ist überfordert, bzw. wegen zu laxer Rechtsprechung in solchen Fällen frustriert. Die nahezu rechtsfreien Räume in Berlin sind bekannt.
    Ich weiß es natürlich nicht sicher, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das Messer hier den Richtigen getroffen hat...

  3. 3.

    @ #2: Abwarten, bis die Wirklichkeit ans Licht kommt, ist sicherlich die beste Variante. Allerdings sind Wirklichkeit und Wahrheit ziemlich gut formbar:
    - Die Wahrheit des beteiligten Paares wird vor Gericht von der Wahrheit des beteiligten Quartetts dominiert werden. Beide Wahrheiten werden bis dahin juristisch optimiert worden sein.
    - Und die Wahrheiten unbeteiligter Zeugen werden bis zur Beweisaufnahme umgeformt worden sein, auch mittels nicht-neutraler Begriffe wie "Messerattacke", die die Zeugen lesen und hoeren.
    Zumindest Punkt 2 kann durch sehr (!) vorsichtige Berichterstattung verhindert werden.

  4. 2.

    Vielleicht sollten wir - wie immer eigentlich bei solcherlei Meldungen - abwarten, was denn nun wirklich war. Wie hat es sich abgespielt, worum ging es, was für Worte sind gefallen usw., bis schlussendlich dieser Streit derart eskalierte. Ich musste an diesem Tag zum Nachtdienst auf der S41 und bin komischerweise statt mit der Bahn mit dem Bus nach Treptower Park gefahren. Genau zu der Zeit. Die Auswirkungen waren immens. Nach relativ kurzer Zeit konnten die Züge der S8 und S9 in Plänterwald, in Richtung Treptower Park dort wieder halten. Der betroffene Zug (Richtung Baumschulenweg) blockierte hingegen wegen des Polizeieinsatzes das Bahnsteiggleis. Somit wurden alle Züge der S8 und S9 für eine sehr lange Zeit von Ostkreuz kommend über Hermannstraße (dort wenden und weiter nach Grünau/Flugh. Schönefeld) umgeleitet. Und alles nur, weil ... Genaues wissen wir eben halt noch nicht. Nur den Ausgang der Geschichte, nicht aber den Anfang.

  5. 1.

    Wenn man der Pressemeldung der Bundespolizei glauben darf (die der rbb in dieser aktualisierten Meldung zu groesseren Teilen uebernommen hat), wurde das Paar durch die Gruppe am Aussteigen gehindert und der Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Erst dann habe er zugestochen. Damit handelt es sich dann aber um Notwehr und nicht etwa um eine 'Messerattacke' (= Angriff), wie es die Abendschau im Revolverblattstil schreibt.
    Was haette der Mann denn in dieser Situation tun sollen? Vergeblich auf Hilfe von anderen warten? Sich von vier Halbstarken zusammenschlagen lassen?? Womoeglich werden hier Opfer und Taeter vertauscht!

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