Kamele stehen am 19.04.2017 in Berlin während eines Schneeschauers zusammen in ihrem Gehege im Tierpark. (Quelle: Paul Zinken/dpa)

Warum das Wetter so wechselhaft ist - Frühling? Vorerst leider nicht!

Schneeschauer, Wind, Regen und grauer Himmel: Die Region wartet auf den Frühling, der nicht kommt. Was ist da los? Die typische Westwetterlage vom Atlantik bleibt aus, weiß der Meteorologe. Deshalb ist das Wetter nicht nur gefühlt extrem schlecht. 

Wechselhaft und winterlich – so könnte man das Wetter in Berlin und Brandenburg in den vergangenen Tagen, ja fast Wochen, bezeichnen. Temperaturen, die nachts unter den Gefrierpunkt fallen, Wind, Regen und sogar Schnee. Es war alles dabei. Auch Sonne. Und wer dann eine windgeschützte Nische fand, musste sich sogar vor Sonnenbrand vorsehen. Denn die Sonne kann schon was. Wenn sie darf. Aber sie darf nicht so oft in diesem April.

Mir lächelt kein Frühling, mir strahlt keine Sonne, mir blüht keine Blume, für mich ist alles dahin!

Johannes Brahms

"Was wir dieser Tage erleben, ist markant"

Doch "das Gröbste ist überstanden", versichert Christian Schubert, Meteorologe bei der Meteogroup gegenüber rbb|24. Eine Änderung der derzeitigen Wetterlage sei jedoch erst frühestens gegen Anfang Mai zu erwarten. Trotzdem relativiert er: der März sei ja wirklich sehr sonnig und warm gewesen. So ganz sei der Frühling also nicht ins Wasser gefallen. "Es ist jedoch wirklich sehr wechselhaft", sagt er. Und weiter: "Die Temperaturschwankungen, die wir dieser Tage erleben, sind schon sehr markant. Das sind sehr beachtliche Abweichungen". Und wenn es sehr früh im Jahr sommerlich warm sei und dann wieder derart kalt werde, sei das nicht nur für die Stimmung der Menschen wenig förderlich, sondern bringe auch die Landwirte und ihren Anbau in Bedrängnis.

Insgesamt habe sich, so der Meteorologe, das Wetter tatsächlich verändert. Das sei kein subjektiver Eindruck. "Die für uns typischen Tiefdruckgebiete, die atlantische Westwetterlage, die gemäßigte Temperaturen und Regen bringt, wird seltener", resümiert er. Dafür kämen immer öfter Wetterlagen mit sehr warmer Luft aus dem Süden, die dann plötzlich von kalten Luftmassen aus dem Norden abgelöst würden. Diese Wetterlagen könnten auch für längere Zeit anhalten. "Es gibt mehr Extreme. Es kann deutlich kälter und deutlich wärmer als gewöhnlich werden", so Schubert. Auch die immer wieder beschworene Trockenheit hänge mit dem Fehlen der Westwetterlage zusammen. Sie bringt den Landwirten Ernteausfälle, den Wäldern schon zu Beginn des Jahres Waldbrandgefahr und den Kleingärtnern den ständigen Griff zur Gießkanne.

Schneeschauer werden nicht mehr erwartet

Auch der Herbst könne von der augenscheinlichen Klimaveränderung betroffen sein, so der Meteorologe. Denn was für die Menschen in der Region wie eine Verbesserung wirkt: lange trockene und sonnige Phasen bis möglichst weit in den November hinein sind von der Natur eigentlich nicht so vorgesehen.

Was rät der Meteorologe also den Menschen für die nahe Zukunft? "Die dicke Jacke einpacken, den Schirm auch. Und jede freundliche Phase sofort nutzen". Immerhin: Schneeschauer, so Schubert, würden – theoretisch - nicht mehr erwartet. Auch wenn es für die Jahreszeit zu kühl sei.

Sendung: Inforadio | 21.04.2017 | 13:00 Uhr

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