Aufschrift auf auf Berliner Hauswand (Quelle Archivbild: dpa/Wolfram Steinberg)

Berliner Personalpronomen - 'Icke' darf in den Duden

Ick kieke, staune, wundre mir: Das Berliner Personalpronomen "icke" kommt in den Duden. Die leitende Redakteurin der Duden-Redaktion, Melanie Kunkel, bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte. Als Begründung verwies sie auf die Häufigkeit im heutigen Sprachgebrauch und auf die überregionale Bekanntheit von "icke".

Zu besonderer Berühmtheit kam das Wörtchen "icke" im Zusammenhang mit dem Berliner Fußballweltmeister von 1990, Thomas Häßler. Der junge Fußballer aus dem Bezirk Wedding sprach seinen Berliner Dialekt nämlich auch ungebremst vor der Kamera – weshalb er bald den Spitznamen "Icke" trug.

147 Texte mit "icke" sind zu finden

Um in den Duden aufgenommen zu werden, müsse ein Begriff regelmäßig in verschiedenen Texten vorkommen, erklärte Kunkel. Zur Beobachtung der Veränderungen in der deutschen Sprache nutzt die Duden-Redaktion eine Datenbank, die fortlaufend aktualisiert wird und aktuell rund vier Milliarden Wortformen umfasst.

"Icke" sei zuletzt 173 mal in 147 verschiedenen Texten vorgekommen. Diese Quote rechtfertige eine Aufnahme in den Duden, der in der aktuellen Auflage 140.000 deutsche Wörter umfasst. Wann genau die erste "Icke"-Ausgabe in den Handel kommt, ist allerdings noch unklar. Dies hänge unter anderem von weiteren Rechtschreibneuerungen ab, sagte Kunkel.

Auch "Kiez", "koof mich" und "jwd" sind im Duden

"Icke" ist nicht das erste Berliner Dialektwort, das von den obersten Sprachhütern auf diese Weise geadelt wird. Auch Begriffe wie "Kiez", "koof mich" oder "jwd" haben es bereits in den Duden-Wortschatz geschafft.

Sendung: Inforadio, 07.04.2017, 12.20 Uhr

 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

13 Kommentare

  1. 13.

    Nein. Ich bin als Sprachwissenschaftlerin nicht gegen die Entwicklung der Sprache, sondern für die Bewahrung ihrer Originalität.

  2. 11.

    Und die sollte dann wer genau alles kaufen? Das Ziel ist doch eben genau das Gegenteil. Ein Gesamtwerk der deutschen Sprache, was auch die Vielseitigkeit abbildet. Die drei Berliner Worte in ein eigenes Buch zu schreiben, ist da doch auch ein Irrweg. Es geht ja eben nicht darum, eine Mundart abzubilden, sondern die Gesamtdeutsche Sprache!

  3. 9.

    Ich stimme Ihrer Ansicht bzgl. Duden-Aufgabe zu.
    Daneben könnte es jedoch, auch vom Duden-Verlag herausgegeben, "Werke" zu
    "regional-sprachlichen" Besonderheiten , z.B. bayrisch, berlin-neuköllnisch, geben.

  4. 8.

    und zucker hb liebt dir och. immer noch.

  5. 7.

    Oh das große französische Vorbild? Sie meinen im Sinne von: Nicht-Ratifizierung der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprache?

    Oder lieber eine systematische staatliche Diskriminierung von bretonisch Sprechenden? Kann Frankreich auch bieten.

    Oder gleich zurück zu den guten alten Zeiten, wo das Sprechen einer anderen Sprache als Französisch unter Strafe ganz verboten war?

    Minderheitensprachen, Dialekte und Mundarten sind Teil einer gelebten föderalen deutschen Kultur. Sie können gerne eine "Zentralisierung" verlangen... allerdings ist dies nach Art 20 GG grundgesetzwidrig. Die Sorben können ein Lied davon singen wie der letzte solche Versuch ausging.

  6. 6.

    Aha. Das würde ja jedwede Entwicklung der Sprache außen vor lassen und der Duden sähe noch aus wie in seiner Erstauflage (Reformen der Rechtschreibung wären hierbei die einzige inhaltliche Anpassung). Ich bezweifle, dass sie selbst so sprechen oder schreiben. Vermutlich würden die Reformen nichtmal korrekt abgebildet werden können, da diese sich auch an der sprachlichen Entwicklung orientieren. Im übrigen: Hochdeutsch ist alles, was nicht Plattdeutsch ist. Und Icke wurde ja grade deshalb aufgenommen, da nachgewiesen wurde, dass es im gesamten Hochdeutschen Raum zur Anwendung kommt. Insofern wäre es fatal ein Wort in einem Nachschlagewerk nicht abzudrucken. Der Duden würde irgendwann nicht mehr als vollständig wahrgenommen...

  7. 5.

    Ich würde mir wünschen, dass der Duden die dt. Hochsprache hüten würde. Tut er nicht. Somit ist er für mich uninteressant. Solange der Usus die Norm bestimmt noch viel weniger. Im Punkte Sprachkultur und deren Bewahrung können die Deutschen ein großes Beispiel an den Franzosen nehmen!

  8. 1.

    Was solln jwd heiß? Hier im finsteren Süden Brandenburgs gibt's noch keine modernen Duden

Das könnte Sie auch interessieren