Kampagne Nein heißt Nein im Berliner Fenster (Quelle: Lara e.V.)
Audio: RadioBerlin 88,8 | 20.04.2017 | Nina Amin

Neues Sexualstrafrecht - Kampagne "Nein heißt Nein" in Berlin gestartet

Es gilt ein neues Sexualstrafrecht. Neu ist darin der Straftatbestand der sexuellen Belästigung. Damit heißt "Nein" auch im rechtlichen Sinne "Nein". In Berliner U-Bahnen werden die Frauen jetzt mit Spots über ihre Rechte aufgeklärt.

Mit Video-Clips in Berliner U-Bahnen klärt der Senat über das neue Sexualstrafrecht auf. Die Kampagne "Nein heißt Nein" soll auf die wichtigen Änderungen im Sexualstrafrecht aufmerksam machen und wurde am Donnerstag von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) und der Vorstandsvorsitzenden der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Sigrid Evelyn Nikutta, im U-Bahnhof Alexanderplatz gestartet.

Verschärfung des Sexualstrafrechts in Kraft

Kolat sagte: "Sexuelle Übergriffe auf Mädchen und Frauen sind inakzeptabel, egal wann und wo". Die Kampagne solle Frauen und Mädchen zeigen, dass sie nicht alleine sind, wenn es um die Bekämpfung sexualisierter Gewalt gehe. "'Nein heißt Nein' ist jetzt Gesetz", so die Senatorin weiter. Wichtig sei dabei, dass die Übergriffe auch angezeigt werden.

Durch den Video-Clip, der in Berliner U-Bahnen gezeigt wird, bekomme die Kampagne eine sehr große Reichweite, erklärte BVG-Chefin Nikutta. Täglich seien rund drei Millionen Fahrgäste mit der BVG unterwegs, davon fast die Hälfte mit der U-Bahn.

Seit November 2016 ist den Angaben zufolge die Verschärfung des Sexualstrafrechts in Kraft. Seitdem ist es strafbar, wenn sich der Täter über den erkennbaren Willen des Opfers hinwegsetzt.

nein-heisst-nein.de gelauncht

Ergänzt wird die Kampagne durch 80.000 Postkarten mit dem Aufdruck "Nein heißt Nein - Das ist jetzt Gesetz", die überall erhältlich sind. Weitere 80.000 Postkarten waren bereits zu Silvester in Bars, Clubs und Restaurants verteilt worden.

Seit Donnerstag gibt es die Kampagne auch als Website.  

Sendung: Abendschau, 20.04.2017, 19.30 Uhr  

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10 Kommentare

  1. 10.

    Das so etwas überhaupt nötig ist.
    Abgesehen hält es die betreffenden
    Männer so wie so nicht ab .
    Kostet nur und soll uns beruhigen.
    Nach dem Motto ,wir tun ja was für eure Sicherheit.

  2. 9.

    Dass nein nein bedeutet, dürfte für gut 90 % von Männern wohl einsichtig sein, auch wenn da oft genug von einem der beiden "Spielchen" drumherum getrieben werden. Gut 10 % von Männern dürfte das aber etwas ausmachen, sehen sie doch den Frauenkörper eher im Sinne einer technischen Ingebrauchnahme. So muss es mehr Übel als wohl bezeichnet werden. Faktisch ablesbar in den geriebenen Augen: "Wie kann denn so ein Mechanismus nein sagen, wo ich doch bestens um dessen Programm und um dessen Schalthebel Bescheid weiß?"

    Menschen, die andere Menschen technisch verstehen, sind vermutlich über das genannte Motto kaum erreichbar, dennoch sollte nichts unversucht bleiben, derart festgefügte Denkhaltungen zu verändern.

  3. 7.

    Oh nein, wie grausam...Alkohol und Zigaretten frei verkäuflich! Und dann konsumieren das auch noch Menschen. Und wieder denkt keiner an die Kinder. Am besten alles verbieten, oder!?

  4. 6.

    Beachtet eigentlich irgendjemand dieses Fenster ins Nichts?

    Aber gut, ich werde morgen bei meinem Bäcker, im Lottoladen, beim Discounter und an der Tankstelle nach den Postkarten fragen. Denn diese sind ja - laut RBB - "überall erhältlich".

    Und 80.000 Postkarten bei 3,5 Millionen Berlinern plus Touristen - da sollte jeder eine abkriegen. Mindestens eine!

  5. 5.

    Was hat das mit der Nein-heißt-Nein-Kampagne zu tun? Muss der Zug erst ordentlich sein, bevor sich eine Frau gegen sexuelle Übergriffe wehren darf?

    Durch diese Aktion wird auch die Öffentlichkeit stärker sensibilisiert.

  6. 4.

    Ein weiteres Mal Aktionismus des Senats und der BVG, das ist alles was msn in dieser Stadt kann. Sorgt doch erst mal mit Polizei und Kontrolleuren für Ordnung in Zügen und auf Bahnhöfen. Ohne rsdikales Durchgreifen wird es wohl in dieser verkommenen Stadt nicht mehr gehen.

  7. 3.

    Man muss das betonen, weil es für einige Menschen eben nicht selbstverständlich ist. Auch wenn man bedenkt, wie hoch die Hürden lagen, wenn eine Frau eine Vergewaltigung anzeigen wollte, so schafft dieses Gesetz hoffentlich mehr Rechtssicherheit für die Opfer. Wir werden abwarten müssen, wie es sich in der Realität bewährt.

  8. 2.

    Aufklärungskampagnen begrüße ich!
    Nur die BVG ist leider kein glaubwürdiger Partner, wenns um NEIN geht und PRÄVENTION! Viele U-Bahnstationen gleichen Raucherkneipen, Rauchen und Saufen kein Problem - Nachschub gibts bei Urbanis BVG Kiosken - und zunehmend auch Drogenhandel direkt am Gleis. Da kriegen die Grundschüler auch was ab :(

  9. 1.

    Dass "nein" auch wirklich "nein" bedeutet, sollte an sich vollkommen selbstverständlich sein. Ich verstehe nicht, warum man das extra betonen muss und eine Kampagne dafür braucht. Wer das nicht begreift, muss eben bestraft werden.

    Allerdings frage ich mich etwas anderes: Was ist denn alles erlaubt, damit man ein "ja" bekommt? Darf man als Mann zum Beispiel Frauen anlügen, um sie ins Bett zu bekommen? Jedenfalls darf man ihnen zum Beispiel kein Geld anbieten, das dürfen sie als Beleidigung auffassen und dann ist man schon wieder im strafrechtlich relevanten Bereich.

    Wäre es nicht besser, sowas etwas lockerer zu handhaben? Wenn man ganz normalen Frauen Geld anbieten dürfte, könnte man damit auf sehr elegante Weise die Prostitution und die damit verbundene Kriminalität zurückdrängen.

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