Gerissene Schafe liegen auf einer Wiese in Kummersdorf (Teltow-Fläming, Brandenburg). (Quelle: dpa/Märkische Allgemeine Zeitung/Frank Pechold)

Nächtlicher Angriff in Brandenburg - Wolf reißt 30 Schafe in Teltow-Fläming

In Kummersdorf im Landkreis Teltow-Fläming sind bei einem nächtlichen Wolfsangriff 30 Schafe gerissen worden, darunter 23 Lämmer.

"Am Donnerstagmorgen habe ich die toten Tiere entdeckt", sagte Schäfer Dirk Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. Der Wolf oder die Wölfe hätten vermutlich einen 90 Zentimeter hohen Zaun übersprungen, der unter Strom stand. Zuvor hatte die "Märkische Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

Die Schafe seien gezielt durch Bisse in den Kopf getötet und anschließend zum Teil aufgerissen worden, sagte der Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Thomas Frey, der dpa. Laut Gutachten sei nur wenig Fleisch gefressen worden. Vermutlich sei der Wolf bei der Attacke gestört worden, sagte er. Die Untersuchung, ob an dem Angriff möglicherweise ein zweiter Wolf beteiligt war, werde noch einige Zeit dauern.

"Wir können das Wettrüsten nicht gewinnen"

Der Schäfer berichtete, die erst vor 14 Tagen geborenen Lämmer seien schon aus dem Gröbsten heraus gewesen. Er habe bereits 78 Schafe an Wölfe verloren. Nach 49 Jahren als Schäfer überlege er, den Beruf aufzugeben. Zu seiner Herde gehören etwa 700 Merion-Schafe und ebensoviele Lämmer. Den diesmal angerichteten Schaden bezifferte er mit 2.000 bis 3.000 Euro.

In Brandenburg nach sind nach Angaben des Agrarministeriums seit der Wiederansiedlung der Wölfe 2007 bereits 756 Schafe gerissen worden. Im gesamten Vorjahr waren es 185, seit Jahresbeginn bereits 93. In Brandenburg wird derzeit von rund 200 Wölfen ausgegangen, die unter Schutz stehen.

Aus Sicht des Vorsitzenden des Brandenburger Schafzuchtverbandes, Knut Kucznik, muss es eine Obergrenze bei Wölfen im Land geben angesichts der angerichteten Schäden. Tiere, die sich an Schafherden vergreifen, müssten getötet werden. "Wir können das Wettrüsten zum Schutz unserer Herden nicht gewinnen", sagte er. Im Zweifelsfall komme der Wolf immer an seine Beute heran.

Sendung: rbb AKTUELL, 19.05.2017, 17.00 Uhr

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22 Kommentare

  1. 22.

    Man mag zum Wolf stehen, wie man möchte, aber bei den Fakten sollte man schon bleiben. Diese werden nicht "wahllos ausgesetzt"- auch nicht von Politikern-, sondern wandern in früher angestammte Lebensräume zurück.
    Auch kann man das Verhalten von Wildtieren schwerlich mit der Haustierhaltung ("Hund im Wald an der Leine") vergleichen, da stellt es einem ja die Nackenhaare auf.
    Warum bei solchen Verlusten die Tiere mit nur 90cm hohen Zäunen gesichert waren, verstehe, wer will, das ist natürlich keinerlei Hindernis. Ich verstehe gut, dass ein Schäfer wirtschaftlich denken muss, aber zumindest ein 1,40m hoher Zaun wäe vermutlich wirtschaftlicher als DIESE Verluste, ganz abgesehen vom Leid, dass die Schafe erleiden mussten.
    Ich bin nicht pro Wolf, sondern neutral, wünsche mir aber von allen Seiten doch eine halbwegs überlegte Herangehensweise und weniger Populismus.

  2. 21.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    es befremdet uns sehr, ständig lesen zu müssen, dass Wölfe permanent eine Vielzahl von Schafen töten.

    Wir können absolut nicht verstehen, warum wir in unseren Wäldern Wölfe frei laufen lassen. Wir Hundehalter sind angehalten, unsere Hunde im Wald an der Leine zu führen, aber Politiker setzen Raubtiere im Wald aus, die zahlreiche Herdentiere sinnlos töten.

    Man sollte endlich diese Wölfe an Zoos übergeben und diesem sinn- und nutzlosen Treiben ein Ende setzen. Bei uns in der Solinger Heide kann man getrost mit seinem Hund spazieren, weil es "noch" keine freilaufenden Wölfe gibt. Da wir mit der Natur sehr verbunden sind, haben wir großes Mitleid mit den wahllos bestialisch getöteten Schafen und mit den Schäfern, die einen großen Verlust erleiden müssen.

    Schluss mit dem sinnlosen Aussetzen von Wölfen!
    Mit freundlichen Grüßen

  3. 20.

    Super lasst uns den WOLF in Deutschland ausrotten. Wir müssen zeigen das der Mensch die überlegene Rasse ist. Weil Wölfe unsere Kinder killen und alte Omas nachts auflauern und fressen wollen. Außerdem will der Wolf die Weltherschaft übernehmen. (Ironie aus) Schön wie man die Flora und Fauna und die Tierwelt dem Zerstörungswahn des Menschen unterordnen will.Alles was anders ist muß weg.Typisch deutsch

  4. 19.

    https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Trotz-Herdenschutzhund-und-Esel-12-tote-Schafe-nach-drei-Wolfsangriffen-5934649.html

    Lange funktioniert das Schönreden aber nicht mehr

  5. 18.

    Wo waren die Herdenschutzhunde? Hätte es welche gegeben wäre sowas nicht passiert. Außerdem wer sagt, dass es Wölfe waren, das muss erstmal bewiesen werden.

  6. 17.

    Warum maßen sich hier Leute an, über Geld und Zeit der Betroffenen bestimmen zu wollen? Mir scheint, das ist das gleiche Klientel von sog. Gutmenschen, die auch niemals einen Amri hätten festnehmen lassen, wegen seiner kleinen Verfehlungen. Lediglich Parksünder vor der eigenen Wohnungstür sollten die volle Härte des Staates erfahren. Der Umweltminister fehlt hier noch mit den Worten: "das hat keiner absehen können. Deshalb wird Rotkäppchen zur Pflichtlektüre"

  7. 16.

    Früher hatte man für das Problem eine praktikable Lösung: https://en.wikipedia.org/wiki/Ralph_Wolf_and_Sam_Sheepdog

  8. 15.

    Nun, wenn also die Schafszucht sich nicht mehr lohnt und selbst mit Subventionen der Gewinn gering ist, dann macht es meinem Verständnis nach keinen Sinn, dieses Versorgungsfeld weiter zu bedienen oder...?
    Also ggf. "umsatteln"...oder verkaufen an jmd. jüngeren der hierfür noch die Energie hat...?

    Dann gibt es auch die Verlockung für den Wolf nicht mehr...?

    Davon abgesehen tut mir die Anzahl der getöteten Tiere sehr leid - aber ganz ehrlich...was soll ein 90 cm-Zaun für ein Schutz sein...? Den schaffen ja sogar meine beiden tollpatschigen Hubde zu überwinden...

    Bei 160-200 cm sieht das sicher anders aus.
    Da muss der Staat dann unterstützen und die Bauern nicht allein lassen.

  9. 14.

    "Aber auf Wölfe schießen lassen zu wollen, ist blanke Auge-um-Auge- und Rachementalität - und nebenbei strafbar - von denjenigen Bauern, die noch immer nicht verstanden haben, dass sie Gäste sind und nicht die Wölfe."

    Sie stellen also den Wolf über den Menschen.

    Da kann ich nur sagen: Nur zu!
    Gehen Sie voran, als Gast.

    NullkommaGarnichts hat der angebliche Schutz des Wolfes mit Naturschutz zu tun.
    Es ist Menschenfeindlichkeit, die konkret hier (und nicht zwingend woanders) hinter der Maske des Naturschutzes umgesetzt wird.

  10. 13.

    Weiß hier überhaupt jemand wieviel Platz ein Wolfsrudel benötigt? Hier in Deutschland gibt es kaum noch Gebiete die groß genug für ein Rudel sind. Allen sog. Wolfsschützern sei gesagt, ihr seid völlig ahnungslos und blauäugig, wenn ihr glaubt das in der dichbesiedelten BRD noch großartig Platz für Wolfsrudel wären.

  11. 12.

    Na das kommt ja wie gerufen - ein Schelm, der böses dabei denkt ....

  12. 11.

    In einem Focus Artikel von 2007 heißt es: ""Früher lebten die Schäfer vor allem vom Verkauf der Wolle. Seit den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts sanken die Preise, und die Fleischproduktion wurde wichtiger“, erklärt Markon, der als selbstständiger Schäfer seine eigene Herde aufgebaut und 90 Hektar Weiden sowie den Stall gepachtet hat. Mit einem Erlös von 1,90 Euro pro Kilo verkauftem Lammfleisch sei es jedoch unmöglich geworden, eine Familie zu ernähren. „Ohne die Fördergelder von EU und Land kann man als Schäfer heute nicht mehr überleben“, erklärt der Vater zweier Kinder. Selbst wer das Fördergeld erhalte, komme oft nur knapp über die Runden."

    Die Schäfer haben auch ohne Wölfe Existenzsorgen. Einerseits verschlimmern Wölfe die Lage, andererseits wird der Wolf hier zum Sündenbock gemacht. Schwierige Situation.

  13. 10.

    Es tut mir für die Schafe, Lämmer und den Halter der armen Tiere sehr leid.
    Aber es ist die Rede von "dem, bzw. der Wolf"
    Woher ist diese Gewissheit denn entstanden? Durch Überwachungskameras?
    Ich habe manchmal den Verdacht, als würde nicht Wolf in solcher Art wüten, sondern entweder Dummköpfe, die ihre Hunde in die Weiden hetzen um sie scharf zu machen oder gar andere kranke Hirne versuchen, hier das Tier Wolf zu verteufeln.
    Das Wölfe nutztiere reissen ist unbestritten, aber es muss dringend eine gute überwachung mit Kameras und Herdenschutzhunde erfolgen.

  14. 8.

    Ja ... Wölfe sind durchaus intelligente Wesen. Was meine Meinung mit meiner Arbeit zu tun hat lasse ich mal dahin gestellt.

  15. 7.

    Der Schafzüchter hat insgesamt also ca. 1.400 Schafe und hat 23 davon verloren? Ja, da würde ich auch sofort ans Aufgeben denken - lächerlich! Wirtschaftlichkeit soll also ein Argument sein? Na dann machen wir die Rechnung mal auf und schauen uns an, was allein Schalenwild so alles anrichtet - "ganz zufällig" eine der Hauptbeutegruppen des Wolfs, nunja...

    Die Verluste an Nutztieren müssen natürlich angemessen entschädigt werden, wenn denn der Wolf wenigstens als sein wahrscheinlicher Räuber in Frage kommt. Verluste wird es aber auch bei bestmöglicher Umzäunung sowie Herdenhunden geben, denn Nutztiere leben unnatürlicherweise auf dem Präsentierteller.

    Aber auf Wölfe schießen lassen zu wollen, ist blanke Auge-um-Auge- und Rachementalität - und nebenbei strafbar - von denjenigen Bauern, die noch immer nicht verstanden haben, dass sie Gäste sind und nicht die Wölfe. Ein friedliches Zusammenleben ist definitiv möglich. Angstschüren à la "Wettrüsten" ist deplatziert.

  16. 6.

    zu @3): Die Wölfe lebten auch früher von Haustieren - deshalb wurden sie ja auch gejagt. Die Ausrottung erfolgte dann auf fürstliches geheiß zur Erhöhung der jagdbaren Wildbestände. Das Problem heute ist doch, dass der Wolfsbestand in Deutschland (und hier überwiegend im Osten) heute höher ist als früher im gesamten Kaiserreich. Und die damaligen Schutzmethoden (Nachtpferch, 2-3Schäfer mit Hunden rund um die Uhr vor Ort), welche auch damals Nutztiermassaker durch Wölfe nicht verhinderten, sind heute angesichts der Lohn- und Hundefutterkosten nicht mehr fiinanzierbar - es findet sich aber auch keiner mehr, der dieses "Leben" auf sich nehmen will...
    Die frage - auch für die Schafhalter - ist daher nicht: Wolf ja oder nein? sondern Wieviel Wölfe auf welcher Fläche (z.B. Landkreisebene)? Und bitte nicht vergessen: Der Wolf ist in seinem Bestand weder in Europa noch in Deutschland vom Aussterben bedroht; er breitet sich mit exponentieller Steigerungsrate weiter aus.

  17. 5.

    Stephan, Sie haben nichts verstanden , wollen Sie Menschen und Wölfe auf eine Stufe stellen. Ich weiss nicht was sie arbeiten, aber kümmern Sie sich besser darum.

  18. 4.

    Wenn jemand nach 49 Jahren darüber nachdenkt, seinen Beruf aufzugeben, dann muss ja der Wolf nicht der Hauptgrund sein. Wer bringt es denn sonst auf 49 Berufsjahren heutztage.
    AUSSERDEM wurde der Wolf in Brandenburg nicht wiederangesiedelt. Er ist von selbst zurückgekehrt.

  19. 3.

    Die Menschen haben den Wölfen ihren Lebensraum genommen. Nun wird versucht ihnen etwas davon zurückzugehen. Das is t ja erst mal vernünftig. Die Wölfe haben sich früher vernutkich von wild lebenden Tieren ernährt, die nun nicht mehr wild leben weil sie domestiziert wurden. Wie wäre es also, wenn man nun auch in der Nahrungskette unter den Wölfen stehende Tiere wieder wild leben zu lassen? Dann müssten die Wölfe nicht mehr wildern.

  20. 2.

    Was ist an der Wolfsschützerei denn Gutes dran? Das sind Feudalherren, die das betreiben, damit kann man wirklich die Geschichte zurückdrehen. Es wäre richtig, Menschen und ihre Lebensgrundlagen zu schützen. Ich habe eine solche Hirnverbranntheit noch nicht erlebt und ein paar Jahre mehr als diese "Politiker" habe ich schon auf dem Buckel. Wenn man die Wölfe nicht vertreiben kann, sollte man erst mal bei den Politikern anfangen.

  21. 1.

    Da das für manche Bauern ja doch existenzbedrohend ist, stellt sich die Frage:

    Wer profitiert davon, wenn Bauern ihre Höfe aufgeben müssen?

    Wer hat ein Interesse, in den Besitz dieser Ländereien zu gelangen?

    Es ist ja nichts neues, dass unter dem Deckmantel, Gutes zu wollen, hier: Schutz des Wolfes, in Wahrheit ganz andere Interessen verfolgt werden.

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