Einschränkungen im Berliner S-Bahn-Verkehr nach möglichem Brandanschlag (Quelle: rbb/Sabine Priess)
Video: Abendschau | 19.06.2017 | Kerstin Breinig

Einschränkungen im Berliner S-Bahn-Verkehr - Polizei prüft nach möglichem Brandanschlag Bekennerschreiben

Noch immer herrschen nach dem Brand am Berliner S-Bahnhof Treptower Park Einschränkungen bei der Ringbahn, der S9 und S8. Die S85 fährt nicht. Die Polizei untersucht Vorfälle in ganz Deutschland. Sie könnten eine linksextreme Protestaktion sein.

Die Berliner Polizei geht nach dem möglichen Brandanschlag an der Berliner S-Bahn-Station Treptower Park einem möglichen Bekennerschreiben nach, das auf der Seite "linksunten.indymedia.org" zu lesen ist. Das Schreiben sei bei der Berliner Polizei bekannt und werde jetzt geprüft, sagte ein Sprecher am Montag. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins "Raster". Allerdings sei es noch zu früh, zu sagen, ob dies tatsächlich authentisch sei.

Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Das Feuer an der Station Treptower Park sei in der Nacht in einem Kabelschacht zwischen den S-Bahnhöfen Treptower Park und Sonnenallee ausgebrochen, sagte der Berliner Polizeihauptkommissar Michael Gassen dem rbb. Die Kabelstränge verlaufen dort parallel zu den Gleisen.

Möglicherweise steht der Brand im Zusammenhang mit Bränden an anderen Bahnanlagen im Bundesgebiet. Unter anderem in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen kam es am Montagmorgen ebenfalls zu Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr der Bahn. Zwischen Berlin und Prag war für einige Stunden der Verkehr eingeschränkt. Ein Berliner Polizeisprecher hatte am Montagmorgen erklärt: "Es sieht derzeit danach aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde."

Massive Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr

Der Brand hat weiter gravierende Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr. In Berlin waren am Morgen zehntausende Fahrgäste betroffen. Die Ringbahn sowie die Linien S8 und S9 fuhren verspätet, die S85 verkehrte gar nicht. Ein Sprecher der Berliner S-Bahn sagte gegenüber rbb-Inforadio, dass noch während des Berufsverkehrs am Montagnachmittag die Ringbahn schrittweise den gewohnten Fünf-Minuten-Takt wieder aufnehmen werde. Allerdings wiesen auch am frühen Abend einzelne Bahnen noch Verspätungen von bis zu 20 Minuten auf.

Reisende und Pendler stehen am 19.06.2017 in Berlin auf einem Bahnsteig im S-Bahnhof Treptower Park. (Quelle: dpa/Zinken)
Ein 10-Minuten-Takt ist das aber nicht ...

Innenministerium: noch zu früh für Bewertung

Die Bundespolizei schließt einen politisch motivierten Hintergrund nicht aus. Anfang Juli treffen sich die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU in Hamburg. Generell sei ein Zusammenhang zwischen den Angriffen und linken Protesten gegen den G20-Gipfel möglich, hieß es aus den Sicherheitskreisen. "Angriffe auf die Infrastruktur passen ins Muster linksextremistischer Mobilisierung vor dem G20-Gipfel." Linksextremisten hatten wiederholt Aktionen und Anschläge gegen das Treffen angekündigt.

Aus dem Bundesinnenministeriums hieß es, es sei noch zu früh für Aussagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Angriffen und dem bevorstehenden G20-Gipfel gebe. Die Kabelbrände gingen auf unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen zurück. Die Ermittlungen dazu liefen unter Hochdruck. Täter wurden bislang nicht gefasst.

Angriff auf das "zentrale Nervensystem des Kapitalismus"

Auf der Internetseite "Indymedia" heißt es, es handele sich bei der Aktion um eine "kurze Unterbrechung der Reibungslosigkeit" anlässlich des G20-Gipfels. Die Bahn-Schächte würden auch für die Datenübertragung genutzt. "Hier fließen Waren, Arbeitskräfte, insbesondere Daten", heißt es auf der Webseite. Mit den Bränden greife man das "zentrale Nervensystem des Kapitalismus" und die "alles umfassende wirtschaftliche Verwertung" an.

Es waren nicht die ersten Anschläge dieser Art auf technische Bahnanlagen. Im Mai 2011 war nach einem Feuerangriff auf eine Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz ein großer Teil des Nahverkehrs zusammengebrochen. Die Polizei hielt ein im Internet verbreitetes Bekennerschreiben aus der linksautonomen Szene für authentisch. Demnach wollte eine Gruppe mit dem Namen Hekla mit der Aktion gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren.

Mit Informationen von Matthias Bartsch, radioBerlin 88,8

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12 Kommentare

  1. 12.

    Weil sich diese Linken nicht an die wahren Machthaber ran trauen. Unglaublich, dass die sich für diese Feigheit auch noch feiern. Wird Zeit, dass diese Verbrechen ebenso verfolgt und bekämpft werden, wie Terrorismus. Man denke sich nur mal aus, wie viele Herzinfarkte während dieser Zeit nicht behandelt werden konnten. Aber so weit denken diese selbsternannten "Aktivisten" ja nicht ... falls sie überhaupt jemals weiter als von 12 bis Mittags gedacht haben.

  2. 11.

    "Sie könnte eine linksextreme Protestaktion sein. "
    Nein lieber rbb, auch das ist Terrorismus.

    @rbb-24-nutzer
    Na? Sie sind doch mehr als Bruder im Geiste..?

  3. 10.

    Solche Sachbeschädigungen sind lebensgefährlich, weil durch die gekappten Telefonleitungen auch keine Notrufe für Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Notarzt möglich sind. Dann verbrennen Menschen oder sterben, weil keine Feuerwehr bzw. Notarzt gerufen werden kann. Weil keine Polizei gerufen werden kann, kommen Verbecher ungestraft davon, können Verbrechen nicht verhindert werden. Weil Züge nicht fahren, weichen die Reisenden aufs Auto aus, was ein vielfach höheres Unfallrisiko hat und im Verhältnis zur Verkehrsleistung Stand 1990 25x mehr Menschen tödlich verunglückten als im Zug. Bis heute hat sich dieses Verhältnis enorm gesteigert. Wer Bahnanlagen beschädigt, ist ein Verbrecher, hat grundlegende Zusammenhänge dieser Welt nicht verstanden und muß empfindlich bestaft werden. Diese Idioten bestrafen nur die Bevölkerung. Den Großkapitalisten und G20-Leuten ist das egal. Der Gipfel findet trotzdem statt. Diese Chaoten haben kein Recht, sich links zu nennen. Sie sind eine Schande für Linke

  4. 9.

    ey linksfaschis was macht ihr da?
    die nehmen nicht die Bahn!

  5. 8.

    Teile der Argumente auf indymedia klingen gar nicht so schlecht. Nur: Egal, wofür man sich einsetzt, man tut es gewaltlos. Indem man Zwang/ Gewalt anwendet, höhlt man den Zweck, das Ziel selbst aus. Gewaltlosigkeit ist gerade bei besonderen Reizthemen eine absolute Stärke. Gewaltanwendung hingegen bestätigt nur die politischen Gegner.

    Gelassenheit und der Verzicht auf Gewalt ermöglichen trotzdem alle Möglichkeiten - man kann nicht nur Nazis den Tag versauen, sondern durchaus auch daran arbeiten, dass jede*r G20-Teilnehmer*in einen nicht weniger bescheidenen Tag hat.

    Demos, Podiumsdiskussionen, Öffentlichkeits- und politische Arbeit - das ist anstrengend, der Ausgang ist oft ungewiss und es kostet Zeit sowie Geld. Willkommen in der Demokratie.

    So, allerdings, wird sich wohl unter Teilen der Bevölkerung ein, zwei Tage über die Sachschäden echauffiert, während andernorts Nazis teils sehr viel mehr als Sachschäden angerichtet haben - als ob Eigentum wichtiger als Leben wäre...

  6. 7.

    Da werden jetzt aber die Massen aufstehen und die in Hamburg alsbald Versammelten noch vor deren Eintreffen auf und davon jagen. Den selbst ernannten Antifaschisten sei Dank.

    Wo und in welchem Paralleluniversum leben die?
    Und wie groß ist das Ausmaß an Verblendung und Entkoppelung von einer Gesellschaft, sich an derartigen Aktionen selbst zu berauschen?

    Jeder, der in Hamburg friedlich demonstriert und so gesehen Flagge zeigt, hat meine Sympathie.

  7. 6.

    Ich kann den anderen Kommentaren nur zustimmen... Solche Aktionen sind einfach nur ohne Sinn und Verstand, treffen die Menschen, denen es am meisten schadet und verursachen zusätzlich noch Kosten, die der Steuerzahler tragen darf! Und so etwas nennt sich links? Also ich wüsste bessere Wege, um unnötig lange Fahrzeit und Steuergelder zu verwenden... Super ist auch, dass den Rechten mal wieder Wind in die Segel geblasen wird durch diese bekloppte Aktion!
    Aaaaaaaahrg.

  8. 5.

    das können nur Nazis , Pegida und AfD Leute sein ... alles anderen sind doch gut .. und Linke sind doch schon gar nciht schlecht ..

  9. 4.

    Am Schlimmsten ist, dass die Politik immer noch nicht entschlossen gegen linke Gewalttäter und Extremisten vorgeht. Im Gegenteil man stellt sich auch noch an deren Seite. Armes Deutschland. Aber rot-rot-grün wird wohl auf bundesebene kein Thema mehr sein. War wohl in Berlin ein Blckout der Wählenden.

  10. 3.

    Was für BEKLOPPTE Menschen es doch gibt. EINE SCHANDE! Egal ob Links oder Rechts oder Mitte.
    Mal ehrlich, was hat Bad Bevensen oder die Deutsche Bahn mit dem G20 Gipfel zu tun? Wäre mir ganz neu, wenn die Staatsoberhäupter von dieser befördert werden.
    Dass genau DIE Menschen von so einem Mist betroffen sind, die zur Arbeit müssen oder nach Hause wollen oder oder oder, scheint denen komplett aus dem Hirn (falls vorhanden) gefallen zu sein.

  11. 2.

    Das Traurige an jeglicher Form von Terrorismus ist, dass er immer Unschuldige trifft, in diesem Fall Menschen, die dem ÖPNV nutzen müssen. Das ist so grenzenlos dumm.

  12. 1.

    Diese Typen sind nicht nur bescheuert sondern kriminell. Kein Mensch hat dafür Verständnis. Es sind verblendete Menschen die nur ihr eigenes Weltbild gelten lassen. Ich frage mich ob die überhaupt einer geregelten Arbeit täglich nachgehen oder auf Kosten der Gesellschaft leben.

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