Unfall mit Fahrrad (Bild: dpa, Archivbild)

Zwei Männer in Klinik gebracht - Erneut schwere Unfälle mit Radfahrern in Berlin

Wieder sind in Berlin zwei Radfahrer im Straßenverkehr schwer verletzt worden. Am Freitagabend prallte ein Radler gegen einen BVG-Bus. Zuvor war ein weiterer Radler mit einem PKW kollidiert. Am Mittwoch war ein Radler nach einer schweren Kollision gestorben.

Erneut sind in Berlin am Freitag mindestens zwei Radfahrer bei Unfällen schwer verletzt worden. In Friedrichshain fuhr am Morgen ein 46-Jähriger laut der Polizei von einem Verbindungsweg kommend auf die Kynaststraße. Hier stieß er mit dem Skoda eines 19-Jährigen zusammen, der auf der Kynaststraße Richtung Markstraße fuhr. Der Radfahrer stürzte und verletzte sich dabei schwer am Kopf. Er wurde von Rettungssanitätern zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht.

Radler kollidierte mit BVG-Bus

Im Bezirk Treptow kollidierten am Freitagabend nach Polizeiangaben ein Radler und ein BVG-Bus der Linie 265. Gegen 19:10 Uhr erfasste der Bus beim Rechtsabbiegen in die Elsenstraße am Treptower Park den Radfahrer und rollte nach dessen Sturz über eines seiner Beine. Der 36 Jahre alte Schwerverletzte wurde in eine Klinik gebracht und dort sofort operiert. 

Erst am Dienstagabend war ein Radfahrer in Berlin-Neukölln gegen eine abrupt geöffnete Autotür geprallt und am Folgetag an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben. Der 55-Jährige hatte sich bei dem Unfall schwer am Kopf verletzt. Bei dem Unfallauto handelt es sich um einen Diplomatenwagen. Ob der Diplomat, der den Unfall verursacht hat, für seine Tat bestraft wird, ist noch unklar.

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17 Kommentare

  1. 17.

    Gut, da ist viel wahres dran. Das mit dem Zeichen geben muss auf beiden Seiten ein Reflex sein. Ich als Radler und ab und an auch Autofahrer mache es immer automatisch gerade auch weil ich sehe das es seehr viele in den entscheidenden Situationen nicht mehr machen:-( und mit getrennten Radwegen meine ich auch die Möglichkeit das z.B. Mittelstreifen die oft nur als Köteralleen genutzt werden aktiviert werden könnten...

  2. 16.

    " ... zum Mittäter, wenn er nicht ...vom KFZ verkehr getrennte Radwege baut ..."

    Da wird anders gedacht und anders entschieden und ich finde das auch sinnvoll: Statt von der Fahrbahn getrennte Radwege zu bauen, die an sämtlichen Einmündungen Gefahrenpunkte heraufbeschwören, werden Fahrradstreifen auf der Fahrbahn angelegt. Dort werden Radfahrende sowohl beim Geradeausfahren als auch dann gesehen, wenn ein Autofahrender abbiegt. Damit ist das Sichtfeld geschaffen, währenddessen bei getrennten Radwegen entlang des Bürgersteigs die Sicht entzogen ist.

    Doch das geschaffene Sichtfeld alleine reicht nicht. Radfahrende müssen sich ebenso eindeutig verhalten wie Autofahrende. Das heißt: Sämtliche Fahrende müssen Zeichen geben bei dem, was sie vorhaben, die einen blinken, die anderen strecken den Arm raus und geben Handzeichen. Hier herrscht bei BEIDEN Gruppen das größte Defizit. Es ist umso größer, je höher die Preisklasse des Gefährts ist.



  3. 15.

    Ich bin Alltagsradler und plädiere eindringlichst an alle Verantwortlichen das es bei diesem Thema 5 nach 12 ist und dringend etwas geschehen muss um Radfahren annähernd sicher zu machen. Inzwischen habe ich täglich gefühlt einen Beinaheunfall mit un8samen Autofahrern die bspw. aus Nebenstraßen oder Ausfahrten brettern ohne auch nur im Ansatz dabei auf Radwege und die darauf befindlichen Radler 8en!!! Der Senat macht sich zum Mittäter wenn er nicht schnellstens sichere, vom KFZ Verkehr getrennte Radwege baut.

  4. 13.

    Ich bin ganz bei Ihnen! Ich bin früher 2km zu Fuß zur Schule gegangen oder mit dem Rad gefahren, von der 1. Klasse an. An einer Grundschule in Waidmannslust wurden Eltern sogar auf der Homepage gebeten, ihre Kinder nicht bis unmittelbar vor das Schultor zu fahren, da die Straße sehr beengt ist und dies stets zu Staus führt. Es ist mir unerklärlich, wie man seine Kinder so unselbständig machen kann. Und welches Vorbild liefern Eltern damit? Sobald das Kind alt genug ist, wird der Führerschein gemacht und dann Auto gefahren. Egal, ob eine Bus- oder eine S-Bahnhaltestelle in der Nähe ist.
    Vielleicht müsste ein Belohnungssystem eingeführt werden, für zurückgelegte Fahrradmeilen oder nicht gefahrene Autokilometer oder Abonenten der öffentlichen Verkehrsmittel. Es bräuchte auch viel mehr autofreie Fußgänger- und Fahrradzonen in der City. Das Stadtleben könnte gleich so viel entspannter sein!

  5. 12.

    Ja, es gibt auch Radfahrer die sich unvorsichtig im Straßenverkehr bewegen. Allerdings geht die große Gefahr im Straßenverkehr von den motorisierten Verkehrsteilnehmern aus (und ich meine nicht Fahrräder mit Elektromotor)!

    Ein nicht geringer Anteil der motorisierten Verkehrsteilnehmer bewegt sich mit einer unheimlichen Rücksichtslosigkeit! Oft sind das insbesondere Lieferfahrer mit recht großen Fahrzeugen, sogar LKW Fahrer und nicht zuletzt die Taxifahrer, welche mit vollkommen lebensgefährlichen Fahrmanövern die Gesundheit von schwächeren Verkehrsteilnehmern aufs Spiel setzen. Klar, in 99 von 100 Fällen gehen diese Situationen gerade noch gut aus, aber irgendwann kracht es.

    Leider ist die Polizei selten zur Stelle. Selbst auf den wenigen Fahrradstraßen, wie in der Linienstraße, können motorisierte Raser in PKWs und Lieferfahrzeugen tagsüber völlig unbehelligt die Leben der Radfahrer gefährden. Keine Polizeikontrollen, keine Ahndung von STVO-widrigem Verhalten!!!!

  6. 11.

    Berlin ist nicht Kopenhagen.Ich habe schon in der Schule eine Radfahrprüfung machen müssen und der Polizist hat damals gesagt,niemals auf seine Vorfahrt pochen!! So fahre ich noch heute Rad und bin damit immer gut gefahren! Was heutzutage von Radfahrern für ein verhalten gezeigt wird ist schon abenteuerlich.

  7. 10.

    Kopenhagen hat knapp 600.000 Einwohner, mit Nachbargemeinden 770.000, der Ballungsraum 1,2 Millionen (sagt Wikipedia). Nur Groß-Berlin allein hat 3,5 Millionen Einwohner. Und statt 86 qkm (nur die Kommune Kopenhagen) über 890 qkm.

    Nebenher: Zur Verringerung des Kfz-Verkehrs könnte man ja auch mal dafür werben, daß Kinder wieder wie früher allein zur Schule gehen. Oder zum Sportverein, zur Klavierstunde und zum Unterricht in Wirtschaftschinesisch. Statt ständig von ihren Eltern, die sie am liebsten bis zum 20. Geburtstag nicht eine Minute unbeaufsichtigt und "unangeleitet" lassen wollen, herumkutschiert zu werden. Warum hört man diesbezüglich so wenig? Weil das die Kernwählerschaft der Grünen ärgern könnte?

  8. 9.

    Nein, macht der RBB nicht. Denn Fußgänger haben keine medienwirksamen Lobbyorganisationen, die auch gern mal weiße Puppen aufstellen. Und ideologiegeleitete Fußgänger ("Weil ich zu Fuß gehe, bin ich ein besserer Mensch, deshalb gelten für mich keine Regeln, und wenn mir etwas passiert, sind immer ganz allein die anderen daran schuld.") sitzen auch nicht in den Redaktionen.

  9. 8.

    "Gegen 19:10 Uhr erfasste der Bus beim Rechtsabbiegen in die Elsenstraße am Treptower Park den Radfahrer und rollte nach dessen Sturz über eines seiner Beine." Zur Vermeidung dieses "klassischen" Rechtsabbiegeunfalls (siehe http://www.berlin-nimmt-rücksicht.de/kampagne/) gibt es erprobte Verkehrsinfrastruktur wie z.B. trennende Inseln zwischen abbiegenden Radfahrern und abbiegendem motorisiertem Verkehr, .... Bei einem Besuch in Kopenhagen kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus - was alles geht! Daher dort inzwischen 70% (!) Radverkehrsanteil auf den Straßen ;)

  10. 7.

    Sehen Sie, genau das ist der Grund, weshalb ich diese Berichterstattung nicht gut finde. Wir kennen die Geschichte hinter der Geschichte noch nicht. Wissen Sie, welchen Anteil am Unfall die Radfahrer hatten?
    Ich will weder den Radfahrern, nocht Fußgängern Unrecht tun, noch Autofahrern oder Busfahrern ...
    Ich selbst fahre Rad, habe kein Auto und bin auf die Öffis angewiesen. Auch ich beobachte täglich, wie riskant oder nicht umsichtig sich viele verhalten. Und auch ich habe das Gefühl, ständig in Alarmbereitschaft zu sein. Aber dennoch kann man nicht einfach so im Zuge eines schlimmen Fahrradunfalls, wo offenbar der Verursaches eindeutig zugeordnet werden kann, die nächsten zwei Unfälle auch in diese Kategorie stecken.
    Man man man, so eine vereinfachte Denkweise finde ich soooo ärgerlich! Schublade auf, reingestopft und zu. Hauptsache die eigene Sichtweise wird bestätigt... Wissen Sie, ob der Radfahrer in der Kynaststraße vor dem Einbiegen überhaupt nach dem Verkehr geschaut hat?

  11. 6.

    & @ rbb Danke für die Berichte auch über Fußgänger, deren andauernde Gefährdung wird noch zuwenig gesehen: "BVG-Bus überrollt Fuß eines Passanten. Am Freitagabend ist ein Fußgänger in Berlin-Mitte schwer durch einen BVG-Bus verletzt worden." Ich beobachte häufig den fahrlässigen Gebrauch von PKW, LKW und Bussen scheinbar mit der Haltung "ich bin stärker" oder sogar zum Drohen oder Verletzen. Wo bleibt die Rücksichtnahme und für Fußgänger sicherere Verkehrsregeln sowie -infrastruktur?

  12. 5.

    Liebe Redaktion, liebe Kommentatoren,
    ich würde hier gern einen Vorschlag unterbreiten: Anstatt umgehend über diese Unfälle zu berichten, lassen Sie ein bisschen Zeit vergehen, bis mehr zur Unfallursache bekannt ist. Ansonsten entsteht hier nur Missstimmung, die zu keiner Lösungsfindung hinsichtlich der bestehenden Verkehrsproblematik in Berlin führen kann, sondern nur polarisiert.

    Außerdem frage ich mich, ob es sinnvol ist, den tragischen Unfall in Neukölln, als Aufhänger zu nehmen, gleich von weiteren Fahrradunfällen zu berichten, der Ursachen nicht bekannt sind. Machen Sie das dann auch bei jedem Fußgänger, der in Berlin "erwischt" wird, was sicherlich auch beinah täglich vorkommt?




  13. 4.

    Auch hier ist ein System am wirken, welches ein Selbstauffressen aufzeigt: Die hohen Mieten verlangen mehr Wohnungsbau, dieser wird auch immer weiter umgesetzt, währen dies gleichzeitig zur Folge hat, dass immer mehr Menschen am Verkehr teilnehmen, ohne, das dabei die Infrastruktur angepasst wird. Ist alles eine kostenfrage, wie immer und überall. Schon doof, wenn alles an Wirtschaftlichkeit und Gewinn gekoppelt ist, denn dann sind einfache Maßnahmen, die aber keinen Gewinn erwirtschaften, schlichtweg nicht profitabel, zumindest nicht kurzfristig. Werden die Infrastruktur ausgebaut, hat das meist einen massiven Einschnitt in die noch vorhandene Natur zur Folge, welche sich wiederum negativ auf die Gesundheit auswirkt. Mehr Verkehr = mehr Belastung: Für den Menschen und für die Natur. Das Eine schliesst das Andere aus - Dank Kapitalismus und ausschliesslichem Profitdenkens. Geht es so weiter, spitzt sich die Lage unweigerlich weiter zu. Gratulation dazu !

  14. 3.

    Ich will hoffen Sie waren beim Verfassen Ihres Kommentars um 04:08 Uhr müde und unkonzentriert. Anders ist dieser Zynismus nicht zu erklären.

  15. 2.

    Ich frage mich ja, wie viele Unfälle noch passieren müssen, bis mal endlich was getan wird. Sicher, es sind viele Leute auf einem Haufen in Berlin, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass etwas passiert. Andere Länder können es besser. Man sollte mal über den Tellerrand schauen.

  16. 1.

    Angesichts dieses Vorkommnisses fordere ich die sofortige Einstellung des Busverkehrs. Berlin ist ja nicht so groß. Da kann man alle Wege zu Fuß oder per Rad zurücklegen. Und für die wenigen älteren Leute sollte der Senat Rikschas einführen (drei Fahrten im Monat werden kostenlos zugeteilt).

    Pferdekutschen, Ochsen- oder Schweinekarren gehen ja leider nicht, denn da ist PETA vor.

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