Links Entwurf eines Polizei-Abzeichens von "extra 3" - rechts original der Berliner Polizei (Quelle: NDR/dpa)

Trinkende Berliner Bären - Berliner Polizei prüft Berichte über "Party-Abzeichen"

Die Berliner Polizei prüft, ob Beamte möglicherweise falsche Wappen an ihren Uniformen getragen haben - mit trinkenden und kopulierenden Bären darauf. Das Motiv wurde nach Berichten über Berliner Party-Polizisten entworfen, jetzt soll es als Aufnäher kursieren. Von Friederike Steinberg

Die Berliner Polizei hat ihre Beamten ermahnt, auf den Uniformen nur die originalen Hoheitsabzeichen zu tragen und keine abgeänderten - beispielsweise mit feiernden Bären. Entsprechende Medienberichte bestätigte Polizeisprecher Windfrid Wenzel am Montag rbb|24.

Nach Angaben von "Bild" und "B.Z." hatten Beamte kürzlich veränderte Wappen an ihren Uniformen angebracht und öffentlich gezeigt. Die Zeitungen zeigen auf ihren Internetauftritten Bilder eines Aufnähers, der zwar an das Original mit Berliner Bär erinnert, tatsächlich aber Bären beim Trinken und beim Sex darstellt, unter einer schief hängenden Krone. "Die neuen Wappen wurden offenbar bereits von Polizeibeamten in der Öffentlichkeit an der Uniform getragen", heißt es bei der "B.Z." wörtlich.

Kandt bestätigt "kritikwürdiges Verhalten"

Das Motiv spielt an auf Vorfälle vor rund zwei Wochen: Berliner Polizisten, die wegen des G20-Gipfels nach Hamburg geschickt worden waren, hatten vorzeitig nach Hause zurückkehren müssen. Ihnen wurde vorgeworfen, in ihrer Unterkunft in Bad Segeberg exzessiv gefeiert zu haben. Dabei war auch von Sex in der Öffentlichkeit die Rede. Nach Überprüfungen sprach Polizeipräsident Klaus Kandt von "kritikwürdigem Verhalten".

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorgänge hatte die Redaktion von "extra 3" das Motiv mit den Party-Bären entworfen, das jetzt zu Aufnähern verarbeitet wurde. Ein Redaktionsleiter bestätigte am Montag rbb|24, dass "extra 3" die Grafiken am 28. Juni im Internet und am 29. Juni auch im Fernsehen verbreitet habe. Unklar ist, wer jetzt die Aufnäher mit dem Motiv produziert hat.

Nachdem bekannt geworden sei, dass solche Aufnäher kursieren, seien die Polizisten nun intern informiert worden, sagte Polizeisprecher Wenzel: "Um den einen oder anderen zu schützen, der sich in dieser Sekunde nicht bewusst war, dass das nicht erlaubt ist." Wenzel erläuterte, es sei "völlig klar, dass solche Abzeichen nicht getragen werden dürfen".

Der Polizeisprecher betonte zugleich, er habe "keine Erkenntnisse, in welchem Umfang sie verwendet wurden". "Wir haben nichts in den Händen." Wenzel verwies auch darauf, dass die bei "Bild" und "B.Z." gezeigten Aufnäher nicht an Uniformen zu sehen seien. Allerdings würde derzeit geprüft, ob es Erkenntnisse gibt, so Wenzel.

Sollten Polizisten tatsächlich das Abzeichen getragen haben, sei dies ein Regelverstoß, so Wenzel. Inwieweit Beamte dafür disziplinarrechtlich belangt würden, hänge davon ab, wie und wo das Abzeichen gezeigt wurde.

Sendung: radioBERLIN 88,8, 17.07.2017, 12.30 Uhr

Beitrag von Friederike Steinberg

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4 Kommentare

  1. 4.

    Interessant ist letztlich nur wann und wo man diese Wappen für den eigengebrauch erstehen kann ?
    Ansonsten ist auch dieses Thema, für ein paar Saufbolde, wieder vieeeeel zu aufgeblasen!

    Also, welcher Web-Shop hat die Wappen ???

  2. 3.

    Mal schauen wie weit die mediale Hetze diesmal geht. Hoffentlich werden die PolizistInnen jetzt nicht im vorauseilendem Gehorsam allesamt inhaftiert!

  3. 2.

    Ja, wenn BILD und (!) BZ es melden, muss es doch stimmen. Oder hat die Morgenpost es noch nicht bestätigt? -
    Die Morgenpost bringt es dann sicher morgen und nennt als "Quelle" : rbb/24 ...

    So geht Recherche heute in der Hauptstadt !!!

  4. 1.

    Immer noch nichts begriffen ... Nun ja, unsere Polizei ... Jedoch kein Wunder, bei dem nach dem Vorfall in Bad Segeberg ausgesendeten "amüsierten" Signal. Vermutlich wird der Polizeipräsidenten nun erneut mit dem selben Ergebnis ermitteln ... Ja, es ist passiert, JEDOCH (!) nicht in der Öffentlichkeit! Ho, ho, ho ... Nun ja, in der LKA-Amri-Geschichte ermittelt er ja auch höchstpersönlich ... Wir sind auf das Ergebnis gespannt!

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