Ein Restaurant an der Leipziger Straße in Berlin wirbt auf Englisch für deutsche Küche. (Quelle: imago/Klaus Martin Höfer)

CDU-Politiker genervt von englischsprachigen Kellnern - Jens Spahn is not amused - also "nicht erfreut"

Berlin ist beliebt bei ausländischen Touristen und jungen Expats. Da kann es schon mal sein, dass Kellner in einem Restaurant gar kein Deutsch können. Das nervt so manchen in Berlin - auch den CDU-Politiker Jens Spahn. Auf Twitter kriegt er dafür Pfeffer.

Der CDU-Politiker Jens Spahn ist genervt davon, dass er in der immer internationaler werdenden Hauptstadt Berlin mit der deutschen Sprache bisweilen nicht mehr weiter kommt. "Mir geht es zunehmend auf den Zwirn, dass in manchen Berliner Restaurants die Bedienung nur Englisch spricht", sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Und weiter: "Auf so eine Schnapsidee käme in Paris sicher niemand."

Archivbild: Jens Spahn (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
CDU-Politiker Jens Spahn

Vor allem in beliebten Vierteln wie Neukölln, Mitte und Kreuzberg ist Englisch nicht wegzudenken: viel Zuzug, viele Touris und englischsprachige Neuberliner. Der 37-jährige Spahn findet generell, also auch über die Gruppe von Kellnern hinaus, dass in Deutschland das Zusammenleben nur gelingen könne, wenn alle auch Deutsch sprechen. "Das sollten und dürfen wir von jedem Zuwanderer erwarten."

Deutsche Politiker geben Spahn Senf und Pfeffer auf Twitter

Das Thema scheint auch den ein oder anderen Politiker zu beschäftigen. Zumindest gibt Spahn ihnen eine Steilvorlage, sich wiederum über ihn aufzuregen. Die Bundesgeschäftsführerin der SPD, Juliane Seifert, verschlägt es gleich die deutsche Sprache. Auf Englisch twittert sie ironisch, wie "leid ihr der Arme" täte.

Der Rheinländische FDP-Chef Volker Wissing gibt noch mehr Kante, in dem er fragt, wie viele Kellner wohl von Spahn genervt seien. Grünen-Bundestagsvorsitzender Volker Beck gibt sich etwas sachlicher. Er ist der Meinung, Spahn könne Deutsch sprechen oder lernen zwar von jedem Zuwanderer erwarten, aber nicht von jedem Touristen. 

 

Auf die Kommentare seiner Kollegen reagierte Spahn mit einer Idee für ein Buch: "Pseudo-Erregung bei Twitter für Fortgeschrittene."

Und von den Grünen aus Münster, genauer gesagt von Gunnar Risse, kommt der Gegenvorschlag für einen Buchtitel: "Ansichten eines Trolls". 

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27 Kommentare

  1. 27.

    Ich höre und lese immer "beherrsche"? Es soll auch Deutsche geben, welche die deutsche Sprache nicht beherrschen? Hallo kostenlose Sprachkurse, werden wie in anderen Länder überhaupt nicht in Deutschland flächendecken angeboten?
    Das aber verschweigt die Mehrheitsgesellschaft in Deutschland!
    Aber die Ursachen liegen auch zum Teil daran, dass die Mehrheitsgesellschaft nicht wirklich Einwanderer haben wollte und will, und sie deshalb ja auch von Beginn an, als sog. "Gastarbeiter" bezeichnet haben, was ja schon Ausgrenzung im Wort beinhaltet, denn dies sind ja nur "Gäste" und gehen ja wieder.

    Zum anderen wir essen, griechisch, türkisch, chinesisch, taiwanesisch, italienisch usw. Natürlich wäre es besser wenn man die Sprache in dem Land in dem man arbeitet versteen sollte, Das setzt aber voraus, dass das deutsche Volk dann auch kostenlose Sprachkurse anbietet? Zum Schluss sind mir im Zweifel "Ausländer" lieber die noch nicht die Sprache beherrschen, dafür aber freundlicher sind!

  2. 26.

    Es handelt sich wohl kaum um die einzige Kneipe im Dorf,so dass in näherer Umgebung genügend
    Alternativen fürs Durstlöschen... leicht erreichbar sein dürften. Wenn man (ab-)gehobener
    zu speisen wünscht, dann geschieht dies selten spontan und man hat sich vorher orientiert,
    welche Küche und Gepflogenheiten zu erwarten sind - es sei denn, der Besucher wandelt mit einer
    HopplaJetztKommIch-Mentalität durch das Volk. Das lässt mich darauf schließen, dass Herr Spahn
    wusste, was ihn erwartete, als er das Restaurant aufsuchte, um daraus einen Eklat zu konstruieren.
    Mit Humor hätte er seinen Protest gegen eine englischsprachige Bedienung auch subtiler ausdrücken
    können - zB indem er mit Trinkgeld in Währung englischsprachiger Staaten reagiert. Sägt Herr Spahn
    mit dem Vorhaben, auch über Kellner hinaus "Deutsch" einzufordern, uU am Stuhl des Kochs - also
    seines Chefs ? Denn der gehört auch zum Stamm derer, für die gelten soll, alles außer Hochdeutsch
    zu können.

  3. 25.

    Na dann sind wir uns ja alle einig, dass es Spahn tatsächlich mit einer beliebig nationalistischen Aussage geschafft hat, genau seine Zielgruppe anzusprechen. Dann sind ja alle glücklich...

    Hier immer noch nicht verstehen zu wollen, wo und wann Amtssprachen entsprechend angewendet werden und wann man sich sein paternalistisches, vorschreibendes, nationalistisches Geplänkel sparen kann, ist lächerlich. Auf Nationalisten wird hier keine Rücksicht genommen, Punkt.

    Berlin hat ein mehr als ausreichendes gastronomisches Angebot. Es gibt genügende Ausweichmöglichkeiten. Reden wir von einem Problem? Nein. Reden wir von flächendeckendem Auftreten? Nein. Wer wird denn gezwungen, benannte Restaurants etc. zu besuchen? Die Möchtegern-Germanisten geht es nicht einmal etwas an, welche Sprache in einer privaten Lokalität gesprochen wird.

    Beschweren sich die Deutschtümler beim Italiener oder Griechen auch, wenn Vergleichbares auftritt?

    Das Sommerloch hat einen Namen: Jens Spahn.

  4. 24.

    Ich finde es auch unmöglich, dass man in Berlin tw. nicht auf deutsch bestellen kann und die Menütafeln vor den Restaurants in Englisch sind. Es gibt viele Deutsche die älter sind und die englische Sprache ungenügend oder gar nicht beherrschen. Ihnen zu sagen, sie sollen dann gefälligst woanders hin gehen finde ich unverschämt.
    Ich hoffe, lieber rbb-24-nutzer, Sie kommen auch mal in so eine Situation. Damit Sie wissen, wie verletzend das ist!

  5. 23.

    Ich war im Frühjahr mit meiner Familie in Paris,verlängertes Wochenende.
    Die Franzosen haben nicht nur Nationalstolz,sie lieben und verteidigen auch ihre Sprache. Nirgends wurde deutsch oder englisch mit uns gesprochen. Wir Deutschen,wir spinnen doch.
    Herr Spahn hat völlig Recht.

  6. 22.

    Ja, ist denn das die possibility? Heute in einem großen deutschen Wochenmagazin zu lesen:
    "Schulz hat gerade eine Fernsehaufzeichnung hinter sich, ein sogenanntes Townhall Meeting, hinter sich..."
    Da fast man sich wirklich an den Kopf und fragt sich, ob es nicht noch peinlicher geht.

  7. 21.

    Sie haben da leider was mißverstanden-trotz Landessprache.
    Es geht nicht darum,Mehrsprachigkeit zu verhindern,sondern um die Erwartung,dass Arbeitnehmer sich in dem Land in dem sie arbeiren auch in der jeweiligen Landessprache verständigen können.
    Das ist ein Dauer und kein Wahlkampfthema.
    Darüber müsste man gar nicht diskutieren müssen,
    außer bei uns,wie es scheint.

  8. 20.

    Ich mag Herrn Spahn auch nicht. Aber in diesem Fall hat er recht.
    Wenn ich in einem Café, in das ich öfter ging, mich die Bedienung komisch anschaut, weil ich in deutsch bestelle, finde ich das schon seltsam. Und auch das Bild im Beitrag, wenn es aus Berlin ist, ist schon sehr, höflich ausgedrückt, eigenwillig.

  9. 19.

    Ich bin Dolmetscherin und Übersetzerin, weigere mich aber trotzdem, in meinem eigenen Vaterland in einer Lokalität in einer anderen Sprache als meiner Muttersprache die Bestellung aufzugeben

  10. 18.

    Pardon, geehrter rbb-14-Nutzer,

    sofern es nicht Länder wie Belgien sind, gibt es in jedem Land nur eine Amtssprache. Das andere sind dann die Übersetzungen. Ich habe Herrn Spahn auch nicht so verstanden, dass überhaupt kein Englisch mehr gesprochen werden soll, sondern als hinzukommende, übersetzende Sprache. Es kann allerdings dann nichts mehr übersetzt werden, wo das Eigentliche gar nicht mehr gesprochen wird.

    Das ist das Problem.

  11. 17.

    So ganz unrecht hat Herr Spahn aber
    nicht.Wenn noch englisch gesprochen
    wird ist es ja okay aber leider geht oft
    beides nicht.
    Noch schlimmer ist es bei Schwestern
    im Krankenhaus oder Ärzte .
    So gut ist mein Englisch nicht um medizinische Erklärungen genau zu verstehen.
    Mit Paket Postboten braucht man erst
    garnicht zu versuchen.
    Alles toll.

  12. 16.

    Ach herrje, es ist alles so anders als in Ahaus-Ottenstein, was Herr Spahn? Von einem halbwegs gebildeten Menschen darf man so "viel" Fremdsprachenkenntnis in Englisch erwarten, sich seinen popeligen Kaffee bestellen zu können und genauso darf man den Verstand erwarten, sollte einem dieser Umstand nicht passen, konsequenterweise ein anderes Lokal aufzusuchen.

    Er betreibt mit seiner Deutschtümelei Wahlkampf, diejenigen Politiker, die darauf reagieren, ihrerseits ebenso. Es ist ein völlig beliebiges, willkürliches Thema. Er hätte auch Fußballnationalspieler oder zeitlich passenderweise Leichtathleten wählen können, die die Nationalhymne nicht mitsingen.

    Wer sich nicht zu schade ist, in den finstersten rechtsextremen Medien aufzutreten, dem ist auch so eine berechnende Provokation recht.

    Deutsch für die einzige Amtssprache halten und gleichzeitig Andere belehren wollen - das ist nicht gerade der beste Beweis für gute (linguistische) Allgemeinbildung...

  13. 15.

    Englisch in einem französischen Restaurant ?!? Das kommt mir spahnisch vor !

  14. 14.

    Recht hat er !

  15. 13.

    Ich kann Herrn Spahn nur zustimmen.

  16. 12.

    Leute, es ist Wahlkampf!

  17. 11.

    Ach was? Da stimme ich zu. Vor Jahren haben sich schon Amsterdamer Bürger schon über den Umstand beschwert, das es fast keine Angestellten in Restaurants gäbe die der Sprache der Holländer mächtig wären. Ohne Englischkenntnisse hat man in Amsterdam keine Chance.

    Wenn mir das in Berlin passiert, spreche ich weiter deutsch. Entweder bekomme ich was ich will oder wechsel das Geschäft.

  18. 10.

    Es sind mehrere Aspekte die dafür sprechen, die Sprache in dem Land in dem man Arbeitet bzw. lebt zu beherrschen. Ich war für längere Zeit im Arabische Sprachraum tätig und habe dort Internationale Kollegen im Bereich Haustechnik trainiert. In dem Arabischen Land in dem ich tätig war gibt es keine Vorschrift, dass man die Arabische oder die Englische Sprache beherrschen muss! Und diese fehlende Vorschrift war ein gefährliches Problem. Es gehörte nämlich zu meinen Aufgabe den Mitarbeitern bestimmte Arbeiten und Sicherheitsmaßnahmen zu erklären, ich spreche neben Deutsch,Arabisch und Englisch, nun kamen viele Mitarbeiter aus Indien, Pakistan und Bangladesch,deren Muttersprache war Urdu und Hindi, ihr Englisch reichte nicht aus um wichtige Zusammenhänge bezüglich Brandschutz und Sicherheit zu verstehen.
    Das beherrschen der deutschen Sprache auf einem A2 -B1 Niveau ist im Interesse der Immigranten selber, damit er auch seine Rechte selber recherchieren und Verstehen kann, und wenn

  19. 9.

    In meinem Kiez gibt es auch solche Kneipen, wo man unsere deutsche Sprache stark vernachlässigt. Ich finde das auch nervend vor allem aber primitiv. Es gibt unter uns Zeitgenossen,die selbst noch unsere Sprache verraten. Traurig ist das,ich persönlich boykottiere solche Lokalitäten.

  20. 8.

    Englisch statt Schwäbisch in Berlin - das geht ja gar nicht. Das wäre ja fast so, wie wenn ein
    bunter Rheinländer graue Eminenz spielen wollte, oder wie wenn AHäusle statt im Musterländle
    im Münsterland stehen würde. -- Doch ernsthafter: Englisch sollte als internationale Standardsprache
    in der Finanzwelt von der Spitze des Bundesfinanzministeriums beherrscht werden. Wenn nicht,
    dann empfehle ich ein Praktikum in der Wirtschaft. -- Zum Glück reagiert man mit Süffisanz auf
    Herrn Spahns Äußerungen, die unter schlechten Bedingungen einen überspahnnten
    Entfremdungs-ShitStorm ähnlich wie bei meiner Heimatstadt Schorndorf hätten hervorrufen können.
    Vielleicht wurde ich dadurch aber nur übersensibilisiert.

  21. 7.

    @skorpion: Mit Wohlwollen nehme ich (seit langem) Ihr Engagement zur Kenntnis, die deutsche Sprache zu pflegen und zu bewahren. Schön, dass es noch Menschen wie Sie gibt! *daumenhoch*

  22. 6.

    Wir leben in Deutschland. Ich liebe meine Muttersprache, möchte sie nutzen und gepflegt wissen.

  23. 5.

    Auch wenn ich Jens Spahn für ziemlich "publicity-geil" halte und ansonsten eher selten mit dem übereinstimme: In diesem Punkt stimme ich mit ihm ziemlich überein. Weder in Frankreich, noch in Polen, weder in Finnland noch in den USA wäre es denkbar, dass die Muttersprache in den Restaurants der jeweiligen Hauptstadt ausgespart bliebe. Genau das ist aber in vielen Restaurants in Berlin mittlerweile die Regel.

    Selber geht es mir so: Wenn ich woanders hin fahre, halte ich es zuallererst mit der betreffenden Muttersprache und bemühe mich, sie zu lernen, ihren Klang und ihre Wortbedeutung zu verstehen. Als Zweites hilft die internationale Umgangssprache Englisch. Zum Dritten muss dann die mitgebrachte eigene Sprache herhalten. Touristen, so finde ich, wären ebenso gut beraten, dieses zu tun.

    Alles andere widerspiegelt nur die Geringschätzung der hiesigen Sprache. Merkwürdig, dass bereits als Deutschtümler gilt, wer das Selbstverständlichste ausspricht, was nur gedacht werden kann.

  24. 4.

    Beim Betrachten der Internetpräsenz seines Heimatortes, kann ich verstehen, wo seine Ressentiments herkommen. Ich wünsche ihm mehr Begegnungen mit digital natives und anderen Globetrottern, die sich oft zuhause fühlen wo english gesprochen wird. Während der ruhigeren Zeiten kann mensch mit den englischsprachigen Kellnern Überraschendes erfahren ;)

  25. 2.

    Lieber Herr Spahn,
    Ihre Probleme möchte ich mal haben. Wobei, lieber doch nicht.
    Im Übrigen, ob das Konzept mit den englischsprachigen Karten und Kellnern klappt, bestimmt schlicht der Markt. Das sollten Sie doch am besten wissen.
    Übersetzt heißt das: Wenn es Sie so sehr stört, dann gehen Sie da doch einfach nicht hin.

    grüßt Pfannkuchen mit Pflaumenmus und Puderzucker

  26. 1.

    Ich kann Herrn Spahn nur zustimmen. Arbeitnehmer können gerne mehrsprachig ihren Job machen,sollten aber auf alle Fälle die Landessprache des Landes beherrschen,in dem sie arbeiten. Ich könnte mich problemlos mit den Kellnern/innen in Berlin in Englisch unterhalten,was hier aber nicht das Thema ist. In England ist von mir erwartet worden,dass ich die englische Sprache beherrsche, sonst hätte ich dort nicht arbeiten können und das Gleiche gilt für Spanien.
    Die Internationale Vielfalt in einer Metropole hat damit m.E. nichts zu tun.

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