
Streit um Hauptbahnhof - Architekt hofft auf Fertigstellung des Bahnhofsdachs
Der Berliner Bahnhof muss bereits 2015 erneuert werden - eine gute Gelegenheit, aus dem halbe Dach endlich ein ganzes zu machen, sagt jedenfalls dessen Architekt von Gerkan. Doch die Bahn winkt ab.
Der Architekt des Berliner Hauptbahnhofs, Meinhard von Gerkan, plädiert dafür, nun doch das Glasdach über den Bahnsteigen zu verlängern. Er würde es begrüßen, wenn die Verlängerung während der angekündigten Bahnhofssperrung 2015 vollendet würde, teilte Gerkans Büro am Sonntag mit.
Die Bahn hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Gleisbrücke der oberirdisch verlaufenden Strecke bereits jetzt, knapp sieben Jahre nach der Eröffnung des Bahnhofs, repariert werden muss. Dabei sollen Schwachstellen an der 1,2 Kilometer langen Brücke behoben werden, die durch den Bahnhof führt. Die Kosten dafür hat die Bahn mit rund 25 Millionen Euro veranschlagt.
Die Bahn hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Gleisbrücke der oberirdisch verlaufenden Strecke bereits jetzt, knapp sieben Jahre nach der Eröffnung des Bahnhofs, repariert werden muss. Dabei sollen Schwachstellen an der 1,2 Kilometer langen Brücke behoben werden, die durch den Bahnhof führt. Die Kosten dafür hat die Bahn mit rund 25 Millionen Euro veranschlagt.

Bahn lehnt Vorschlag ab
Der Vorschlag Gerkans stieß bei der Bahn hingegen auf Ablehnung. "Das steht nicht zur Debatte", sagte ein Bahnsprecher am Sonntag auf Anfrage. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Focus" (Montag) über das
Nein des Unternehmens berichtet. Die Bahn verweist darauf, dass während der geplanten Sanierung ein Teil des Bahnhofs für den Zugverkehr offenbleibe. Während die Strecken für Regional- und Fernverkehr ertüchtigt werden, soll die S-Bahn weiterfahren.
Nein des Unternehmens berichtet. Die Bahn verweist darauf, dass während der geplanten Sanierung ein Teil des Bahnhofs für den Zugverkehr offenbleibe. Während die Strecken für Regional- und Fernverkehr ertüchtigt werden, soll die S-Bahn weiterfahren.
Während des Bahnhofbaus war die Überdachung im Jahr 2001 gegen den Willen des Architekten gekürzt worden. Zur Begründung wurde damals angegeben, dass der Bau sonst nicht rechtzeitig zur Fußball-WM 2006 fertig geworden wäre.
Der Bahnhof als "Visitenkarte"
Statt 450 Meter, wie vom Architekten geplant, wurden damals nur 320 Meter fertiggestellt. Der Bundestag empfahl später, das Dach nachträglich zu verlängern, auch der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach sich dafür aus.
Nach einer Untersuchung des Bundesverkehrsministeriums aus dem Jahr 2008 würde die Verlängerung 53 Millionen Euro kosten. Gerkan hatte die Kosten auf unter 20 Millionen Euro beziffert. Er warf der Bahn seinerzeit vor, sein Bauwerk verstümmelt zu haben.
Nun hofft von Gerkan, dass seine Pläne doch noch realisiert werden: "Nicht nur, dass die Glashülle als Schallschutz für die Umgebung unverzichtbar ist, auch die Proportionen des Berliner Hauptbahnhofs - immerhin die Visitenkarte der deutschen Hauptstadt - würden endlich stimmen", hieß es in der Mitteilung des Star-Architekten, der auch den künftigen Flughafen BER in Schönefeld geplant hat und sich deswegen in einem Rechtsstreit mit der Flughafengesellschaft befindet.
Nach einer Untersuchung des Bundesverkehrsministeriums aus dem Jahr 2008 würde die Verlängerung 53 Millionen Euro kosten. Gerkan hatte die Kosten auf unter 20 Millionen Euro beziffert. Er warf der Bahn seinerzeit vor, sein Bauwerk verstümmelt zu haben.
Nun hofft von Gerkan, dass seine Pläne doch noch realisiert werden: "Nicht nur, dass die Glashülle als Schallschutz für die Umgebung unverzichtbar ist, auch die Proportionen des Berliner Hauptbahnhofs - immerhin die Visitenkarte der deutschen Hauptstadt - würden endlich stimmen", hieß es in der Mitteilung des Star-Architekten, der auch den künftigen Flughafen BER in Schönefeld geplant hat und sich deswegen in einem Rechtsstreit mit der Flughafengesellschaft befindet.

Ramsauer klagt über Anfälligkeit neuer Technologien
Der Hauptbahnhof hat seit seiner Eröffnung im Jahr 2006 und schon während des Baus mehrmals für Ärger gesorgt.
Streit gab es nicht nur um die ober Bahnsteigüberdachung, sondern auch um das Dach der unterirdischen Bahnhofshalle. Durch eine veränderte Bauausführung sah von Gerkan sein Urheberrecht verletzt und strengte eine Klage gegen die Deutsche Bahn AG an. Das Landgericht Berlin gab der Klage im Jahr 2006 statt. Später legten die Bahn und der Architekt ihren Streit bei.
Dass der Gleisführung im oberen Bahnhofsbereich knapp sieben Jahre nach der Eröffnung des Bahnhofs repariert werden muss, ist Anlass für neue Auseinandersetzungen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zeigt sich wenig begeistert.
Wenn so früh - nach sechs oder acht Jahren - schon Wartungsarbeiten in diesem Umfang erforderlich würden, sei das ärgerlich, sagte Ramsauer am Mittwoch im Fernsehsender n-tv. "Aber das ist auch wieder so ein typischer Fall: Man baut keine erprobten, belastbaren Techniken mehr ein, sondern es muss immer was revolutionär Neues sein." Dann brauche man sich auch nicht zu wundern, wenn hinterher etwas schief geht, sagte der CSU-Politiker.
Streit gab es nicht nur um die ober Bahnsteigüberdachung, sondern auch um das Dach der unterirdischen Bahnhofshalle. Durch eine veränderte Bauausführung sah von Gerkan sein Urheberrecht verletzt und strengte eine Klage gegen die Deutsche Bahn AG an. Das Landgericht Berlin gab der Klage im Jahr 2006 statt. Später legten die Bahn und der Architekt ihren Streit bei.
Dass der Gleisführung im oberen Bahnhofsbereich knapp sieben Jahre nach der Eröffnung des Bahnhofs repariert werden muss, ist Anlass für neue Auseinandersetzungen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zeigt sich wenig begeistert.
Wenn so früh - nach sechs oder acht Jahren - schon Wartungsarbeiten in diesem Umfang erforderlich würden, sei das ärgerlich, sagte Ramsauer am Mittwoch im Fernsehsender n-tv. "Aber das ist auch wieder so ein typischer Fall: Man baut keine erprobten, belastbaren Techniken mehr ein, sondern es muss immer was revolutionär Neues sein." Dann brauche man sich auch nicht zu wundern, wenn hinterher etwas schief geht, sagte der CSU-Politiker.
