
Debatte im Landtag über Tierschutz - Umweltministerin Tack will keinen Biber-Managementplan
Biber stehen unter Naturschutz, und sie sehen niedlich aus. Doch Biber machen auch Probleme und sorgen für Schäden. Dennoch lehnt Brandenburgs Umweltministerin Tack (Linke) einen Biber-Managementplan ab.
"Der Biber ist Teil der Natur, mit der wir umgehen müssen - und zwar ohne dass gleich überall nach dem Staat und finanzieller Entschädigung gerufen wird", sagte die Ministerin. Die FDP sorgt sich vor allem um die Begleichung der von Bibern angerichteten Schäden. Gemeinsam mit den Kreisverwaltungen sollen regionale Managementpläne erarbeitet werden.
Tack sieht allerdings keine Veranlassung, für regionale Probleme einen Managementplan für das gesamte Land zu initiieren. In Zusammenarbeit mit der Naturwacht und den örtlichen Wasser- und Bodenverbänden gebe es bereits gezielten vorbeugenden Schutz. Der FDP-Antrag wurde mehrheitlich in den Umweltausschuss überwiesen.

Wachsender Bestand freut Naturschützer
Mittlerweile leben in Brandenburg wieder rund 2200 Elbebiber, das ist gut ein Drittel des Weltbestandes dieser Unterart. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Tiere in Europa fast ausgerottet. Ihnen wurde wegen ihres Fleisches, des Fells und der potenzfördernden Wirkung eines Drüsensekrets nachgestellt.
Über den wachsenden Bestand der Tiere freuen sich die Naturschützer. Der Biber sorgt durch Dammbau an Fließgewässern gratis dafür, dass das Wasser in der Region bleibt und nicht abfließt. Wenn er sich wohlfühlt, ist der Lebensraum intakt. Schon Preußenkönig Friedrich I. stellte die Verfolgung unter Strafe.
Andererseits gibt es auch Opfer der emsigen Bautätigkeit. Wasser in Gräben und Bächen wird aufgestaut. Abflüsse verstopfen. Ältere Deiche und Dämme geben dem steigenden Wasserdruck nach und brechen. Bäume werden zum Deichbau durchgenagt und über viele Meter zum Wasser gezogen. Für die Schäden sind die Kreisverwaltungen zuständig, die oft knapp bei Kasse sind.

