Ein Springbrunnen in Form eines riesigen pinken Stöckelschuhes begrüßt die Besucher vor dem "Barbie-Dreamhouse" am Berliner Alexanderplatz.
In den vergangenen Wochen entstand auf einem Parkplatz direkt an den S-Bahn-Gleisen eine 2.500 Quadratmeter große Erlebniswelt.
1.100 Quadratmeter Verkaufs- und Aktionsfläche, 1.400 Quadratmeter Barbie-Wohnung, so lautet das Event-Konzept von Barbie-Anbieter Mattel und EMS Entertainment Germany.
Kleine und große Besucher sollen sich einmal rundum wie eine Super-Barbie fühlen. Rosa, Weiß und Gold - die Einrichtung ist ganz im "Malibu-Style" gehalten.
Salon, Bad, begehbarer Kleiderschrank und Küche - nichts fehlt in diesem Mädchentraum zum Anfassen.
Ken als Barbies männliches Gegenstück bleibt außen vor: nur durch ein aufgemaltes Fenster sieht man ihn in der Auffahrt den - natürlich rosafarbenen - Sportwagen waschen.
Barbie zeigt sich währenddessen unter anderem als brave Hausfrau, die zusammen mit dem Nachwuchs bäckt. Zu viel des pinkfarbenen Idylls, meinen Kritiker.
Gegen das in der Erlebniswelt präsentierte Frauenbild regt sich Protest. Im Internet hat sich die Bewegung "Occupy Barbie Dreamhouse" gegründet. Rund 1.700 Besucher klickten dafür bei Facebook auf "Gefällt mir".
Christoph Rahofer, Chef der Wiener Marketing Firma EMS und Initiator des "Barbie Dreamhouse", kann die ganze Auftregung nicht verstehen. Das Haus sei "als Erlebniswelt gedacht" und keine "edukative Ausstellung", sagt er.
Ein Besuch in dieser Puppenwelt ist allerdings nicht ganz billig: 15 Euro Eintritt kostet das Barbie-Haus für Erwachsene, 12 Euro für Kinder. Gegen Aufpreis darf man in "echten" Barbie-Outfits auf einen Laufsteg oder auf die Pop-Star-Bühne.
Und genug Möglichkeiten für eine pinke Shoppingtour im Anschluss gibt es natürlich auch.
Bis zum 25. August wird Barbie in Berlin wohnen. Danach zieht die Erlebniswelt weiter in andere europäische Städte.
Kreativ und bunt gegen den Barbie-Tempel: Bei der Eröffnung am Donnerstag protestierten mehrere Gruppen am Alexanderplatz.
Ihre Proteste richteten sich gegen das von Barbie transportierte Frauenbild.
Die Initiative "Pinkstinks", eine der Organisatoren der Proteste, gibt Figuren wie Barbie die Schuld an dem Schöhnheitswahn, der viele junge Mädchen unter Druck setzt.
"Immer weniger Mädchen fühlen sich wohl in ihrer Haut, Essstörungen nehmen drastisch zu", sagte Stevie Schmiedel von "Pinkstinks".
Eine Aktivistin der Frauengruppe Femen dürfte mit ihrem drastischen Protest für Diskussionen sorgen: Die halbnackte Frau hielt ein brennendes Kreuz mit einer Barbie-Puppe wie eine Fackel in den Himmel.
Dreamhäuser für alle: Fantasievoller Protest und ausgelassene Stimmung am Alexanderplatz.
Barbie-Fans jedoch fieberten der Eröffnung des Dreamhouse mit Freude entgegen.