Christian Troll mit Meng Meng (Quelle: rbb/ Axel Dorloff)
Audio: Inforadio | 16.06.2017 | Axel Dorloff

Aufzuchtstation in China - Die Pandas sind startklar für Berlin

Sie werden gerade fit gemacht für ihre Reise von China nach Berlin: Die Panda-Dame Meng Meng und ihr künftiger Partner Jiao Qing sind noch in der Panda-Aufzuchtstation in Chengdu. Tierpfleger Christian Toll hat sie schon mal kennengelernt. Von Axel Dorloff

"Hallo! Wir sind‘s. Freust Du Dich schon auf Berlin"? Das erste Kennenlernen und das erste Mal Pfötchen halten. Tierpfleger Christian Toll vom Berliner Zoo trifft auf die beiden Pandas Meng Meng und Jiao Qing. Eine Woche ist Toll zu Gast in der chinesischen Panda-Aufzuchtstation in Chengdu. Durch den Käfig in der Quarantäne-Station reicht er Meng Meng seine Hand. Er ist begeistert: "Sehr plüschiges Fell. Und dadurch sieht sie halt auch sehr feminin aus. Eine sehr hübsche, junge Frau."

Träumchen und Schätzchen

Weil die beiden Pandas bald in Richtung nach Berlin reisen, sind sie derzeit in Quarantäne. Die Tiere werden von allem abgeschirmt, der Zutritt streng reglementiert. Als einer der wenigen hat der Berliner Pfleger Zutritt. Und der erste Kontakt mit Meng Meng und Jiao Qing - frei übersetzt Träumchen und Schätzchen - funktioniert. Vor allem das Männchen Jiao Quing sei die Ruhe selbst geblieben beim ersten Treffen mit seinem künftigen Pfleger, sagt Christian Toll. "Er ist liegen geblieben, hat mich selber gar nicht beachtet.“ Die Pandadame Meng Meng war dagegen zuerst etwas nervös. "Bei ihr habe ich mir erst ein bisschen Sorgen gemacht, dann habe ich sie gerufen." Geholfen hat am Ende was zu fressen, ein Stück Apfel brachte den ersten gelungenen Kontakt. "Da wurde sie ruhiger und ich konnte sie auch schon an der Tatze anfassen. Ich glaube, dass wir sehr gut miteinander klar kommen werden."

Meng Meng (Quelle: rbb/ Axel Dorloff)
Die plüschige Meng Meng

Für den Berliner Tierpfleger ist der China-Aufenthalt eine Art Intensiv-Praktikum in der Panda-Pflege. Früh morgens hat er bereits frisches Brot gebacken, das so genannte Panda-Brot. Denn in der künftigen Heimat Berlin soll zumindest das Brot so schmecken wie in China. Zu den Zutaten gehören unter anderem verschiedene Mehl-Sorten wie Haferflocken- und Weizenmehl und Erdnussöl. Ein Energielieferant und dazu wichtig für die Verdauung, so Toll. Dazu gibt es für die Pandas noch die normale Bambus-Fütterung.

Berühmt fürs Pandabrot

Das Brot ist ein Spezialrezept der Panda-Aufzuchtstation in Chengdu. Chinas 15-Millionen-Stadt in der Provinz Sichuan ist zwar eigentlich für scharfen Hot Pot berühmt, aber das ist nichts für Pandas.

Meng Meng und Jiao Qing sind in der Panda-Aufzuchtstation in Chengdu geboren. Weit über 100 Pandas leben hier. Täglich kommen tausende Besucher, um Chinas Nationaltiere zu bewundern. Dass sich jetzt zwei von ihnen auf den Weg nach Berlin machen, erfüllt viele Chinesen mit Stolz. Besucher erzählen begeistert von Chinas nationalem Schatz, der jetzt nach Deutschland geht. Ein Beweis für die Freundschaft und die guten Beziehungen.

Einer sieht aber nicht so glücklich aus, und das ist der chinesische Pfleger der beiden Pandas, Yin Hong. Er bringt seinem Berliner Kollegen Christian Toll in diesen Tagen Tipps und Tricks im Umgang mit den Tieren bei. Aber die bevorstehende Abreise seiner Pandas macht ihm zu schaffen. "Für mich ist es hart, sie ziehen zu lassen. Ich habe mich jetzt sehr lange um sie gekümmert, und jetzt werde ich sie viele Jahre nicht sehen. Ich kann mich nur schwer von ihnen trennen. Für mich sind die Pandas wie beste Freunde."

Für China sind die Pandas auch ein gutes Geschäft: Der Berliner Zoo zahlt für das Pärchen rund 900.000 Euro Leihgebühr pro Jahr. Das Geld soll in den Panda-Artenschutz und die wissenschaftliche Forschung fließen. Das Ziel in Berlin ist der Nachwuchs. Schwieriges Thema bei Pandas, das weiß auch Tierpfleger Toll. "Wir haben nur eine sehr, sehr kurze Fruchtbarkeit des Weibchens, die nur so circa drei bis vier Tage andauert. Je besser wir die Tiere im Vorfeld schon aneinander gewöhnen können, dass sie sich lange vorher auch mal riechen, dann auch sehen können und sich mal hören können, umso besser sind sie dann irgendwann aufeinander eingespielt."

Panda-Diplomatie

Der Panda-Deal wurde vor rund zwei Jahren angeschoben: Kanzlerin Angela Merkel hatte während eines Chinabesuchs höchstpersönlich angefragt. Für China ist die Vergabe der Tiere eine wichtige Geste. Man spricht auch von Panda-Diplomatie. Klar ist: Die offizielle Übergabe wird ein diplomatischer Akt. Chinas Präsident Xi Jinping soll die Pandas bei seinem Besuch in Berlin Anfang Juli überreichen. Derzeit hat kein deutscher Zoo Panda-Bären. Das ändert sich, wenn Meng Meng und Jiao Qing am 24. Juni in Berlin landen.

Panda Mengmeng (Quelle: ARD)

Panda-Weibchen Meng Meng ("Träumchen")

Beitrag von Axel Dorloff

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