Das Männergefängnis in Callao wurde für rund 570 Gefangene gebaut, es leben aber rund 3.000 Insassen dort. Callao gehört zur Metropolregion Lima.
Mittwochs und samstags ist Frauenbesuchstag. Hunderte Frauen besuchen ihre Väter, Brüder, Männer oder Freunde und bringen ihnen Essen oder Hygieneartikel mit. So entstehen auch Beziehungen.
Den Gefangenen fehlt es am Nötigsten. Auch Waschmittel, Seife oder Salz werden direkt vor dem Gefängnis angeboten.
Mit leeren Händen kommt niemand. Die Gefangenen sind auf die Hilfe von außen angewiesen.
Um Schmuggel zu verhindern, sind Kapuzen Tabu und alle Besucherinnen müssen Röcke und offene Schuhe tragen ...
... Röcke und Sandalen können direkt vor Ort geliehen werden, zum Beispiel bei Maria, die sich aber nicht mit ihrem Stand fotografieren lassen wollte.
Das Komplettpaket inklusive Aufbewahrung der eigenen Kleidung bis zum Ende des Besuchstags kostet 1 Sol, umgerechnet etwa 26 Cent.
Joghurt-Drinks, Säfte, Eier, Obst, Brot - wer auf dem Markt noch etwas vergessen hat, findet es sicher hier.
"Feliz Dia" - einen "glücklichen Tag" wünscht diese Torte.
Viele der Frauen kennen das Prozedere. Man warnt sich gegenseitig und erinnert sich daran, dass es auf ein aus Versehen mitgenommenes Handy 5 Jahre Strafe geben kann.
Jede Besucherin muss sich ausweisen, den Pass am Eingang hinterlassen und erhält einen Stempel mit Nummer.
Besucherin Nummer 172 - Sie können durchgehen.
Das einzige Bild von "Drinnen": Bettina Rehmann interviewt Marcel Witte in einem Büro der Gefängnisadministration. Zwei Mitarbeiter waren anwesend (nicht zu sehen) und zeichneten das Gespräch auf. Weitere Bildergalerien
Marcel Witte sitzt im Männerknast "Sarita Colonia" in Callao, nördlich von Lima. Mittwochs und samstags ist Frauenbesuchstag. Hunderte Frauen kommen zum Gefängnis, um ihre Männer, Söhne, Freunde oder Freier zu treffen. Drinnen herrscht ein harter Überlebenskampf, wie Marcel Witte ...