Tina K., Schwester des zu Tode gekommenen Jonny K., und Berlins Innensenator Frank Henkel (Foto: dpa)

Gala im Berliner Admiralspalast - Mehr als 1.000 Gäste beim Benefizkonzert für Jonny K.

Mit einem Konzert zugunsten von Jugendprojekten ist in Berlin an den getöteten Jonny K. erinnert worden - er wäre am Sonntag 21 Jahre alt geworden. Inzwischen wurde bekannt, dass auch die Kanzlerin mit dem Fall befasst war.
Es war eine Geburtstagsparty, bei der das Geburtstagskind nur in den Gedanken der Gäste anwesend sein konnte: Am Sonntag erinnerte ein Benefizkonzert in Berlin an den zu Tode geprügelten Jonny K., der an dem Tag 21 Jahre alt geworden wäre.

Nach Angaben der Organisatoren besuchten mehr als 1000 Menschen das Konzert im Admiralspalast, das Jonnys Schwester Tina K. initiiert hatte. Auf der Bühne standen die Seeed Vocalists, Glasperlenspiel, die Blue Man Group sowie Jocelyn B. Smith, die mit der Familie von Jonny K. befreundet ist.

Alle Musiker verzichteten auf ihre Gagen. Mit einer Tombola wurden Spenden gesammelt. Der Erlös soll dem von Tina K. gegründeten Verein "I Am Jonny" zugutekommen, der sich mit Jugendprojekten gegen Gewalt in Berlin engagiert. Unter den Gästen waren auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) als Schirmherr des Abends sowie die Eltern des Getöteten.

Für eine Video-Kampagne des Vereins hatte Tina K. zuvor bereits Prominente wie die Schauspieler Jürgen Vogel und Sibel Kekilli sowie die Fußball-Profis Jerôme Boateng und Holger Badstuber gewinnen können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan (Bild: DPA)
Angela Merkel und der türkische Premier Erdogan.

Merkel hat sich in der Türkei für Ermittlungen eingesetzt

Inzwischen wurde bekannt, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich für die Strafverfolgung des Hauptverdächtigen eingesetzt hat, der die Türkei geflüchtet ist. Sie sprach bereits Ende Februar bei ihrem
Spitzentreffen mit dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan in Ankara darüber, wie eine Regierungssprecherin am Sonntag bestätigte.

Am Donnerstag hatte Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) mitgeteilt, dass nun auch die türkische Justiz gegen den 19-Jährigen wegen "vorsätzlichen Mordes" ermittelt. Der Mann werde aber nicht nach Deutschland ausgeliefert, weil er neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch die türkische besitze. Fünf weitere Verdächtige hatten sich der deutschen Justiz gestellt, vier von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Im Mai soll der Prozess gegen sie beginnen.

Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) [dpa]
Berlins Justizsenator sieht noch Chancen, dass dem mutmaßlichen Täter doch noch in Deutschland der Prozess gemacht wird.

Anklage gegen Hauptverdächtigen doch in Berlin?

Am vergangenen Wochenende ergab sich dann ein neue Entwicklung. Denn laut Angaben von Heilmann hat der Hauptbeschuldigte mittlerweile geäußert, nicht in ein türkisches Gefängnis zu wollen. Heilmann sagte am Sonntagabend im rbb, er rechne in den nächsten Tagen mit einer Entscheidung, ob der Mann nach Deutschland kommt oder nicht. In diesem Fall könnte er unter Umständen ab dem 13. Mai mit auf der Anklagebank sitzen.

Jonny K. war in der Nacht zum 14. Oktober 2012 vor einem Lokal nahe dem Alexanderplatz von Schlägern so heftig attackiert worden, dass er einen Tag später an Gehirnblutungen starb. Der Gewaltexzess hatte bundesweit Entsetzen und eine neue Debatte über Jugendgewalt ausgelöst.