Nach der Urteilsverkündung im Berliner Landgericht: Tina K. wird von Medienvertretern umringt
Sie sagt: Es gibt keine Wahrheit. Denn die Tat wurde nie wirklich aufgeklärt.
Onur U. war der Hauptangeklagte in dem Prozess - er hat mit viereinhalb Jahren die höchste Haftstrafe erhalten - und will in Revision gehen.
Banges Warten vor dem Urteil am 15.08.2013: Die Mutter und die Schwester von Jonny sind im Gerichtssaal dabei.
Zurück auf Start: Am 06. Juni wurde vor dem Berliner Landgericht der Prozess um den Tod des 20-jährigen Jonny K. neu eröffnet. Zwei Angeklagte verstecken sich hinter einer Jacke und einer Aktenmappe.
Das Verfahren musste neu aufgerollt werden, weil ein Laienrichter wegen Befangenheit ausgetauscht werden musste. Er soll sich unter anderem in einem Zeitungsinterview abfällig über die Verteidiger geäußert haben.
Am Montag, 20. Mai, hatte vor dem Berliner Landgericht das erste Verfahren um den Tod von Jonny K. begonnen. Es herrschte großes Medieninteresse.
Zuschauer drängen sich am Nebeneingang ins Berliner Landgericht.
Memet E. wird auf dem Weg zum Gerichtsaal von Kameras verfolgt. Die Angeklagten sollen Jonny K. im Oktober 2012 durch Tritte gegen den Kopf so schwer verletzt haben, dass er einen Tag später starb.
Sechs mutmaßliche Schläger stehen vor Gericht - Onur U. ist einer der Hauptverdächtigen. Doch er weist am ersten Prozesstag die Schuld am Tod Jonny K.s von sich.
Zwei weitere Tatverdächtige - einer bedeckt sein Gesicht hinter einer Zeitung. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge, gefährliche Körperverletzung und Beteiligung an einer Schlägerei.
Tina K., die Schwester des Prügelopfers Jonny K., tritt vor Gericht als Nebenklägerin auf.
Tina K. setzt sich seit dem Tod ihres Bruders gegen Jugendgewalt ein - zuletzt bei einem Benefizkonzert, zu dem auch Innensenator Frank Henkel (CDU) kam.
Am Berliner Alexanderplatz, in der Nähe des Tatorts, wurde inzwischen eine provisorische Gedenkstätte für Jonny eingerichtet.
Die brutale Prügelattacke gegen Jonny K. hatte bundesweites Entsetzen ausgelöst.
Es kam auch zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei um die Staatsangehörigkeit der Hauptverdächtigen. Zwei der mutmaßlichen Täter hatten sich aus Berlin in die Türkei abgesetzt.
Selbst Bundeskanzlerin Merkel hatte sich eingeschaltet und bei einem Treffen mit dem türkischen Regierungschef Erdogan um Unterstützung bei den Ermittlungen gebeten.
In der Nähe des Tatorts, am Berliner Alexanderplatz, gibt es jetzt eine mobile Polizeiwache, um in Notfällen schnell reagieren zu können.
Eine Nacht am Alexanderplatz, ein paar junge Männer, die etwas getrunken haben, eine Konfrontation. Am Ende ist einer von ihnen tot, brutal zu Tode geprügelt. Der Fall von Jonny K. hat ganz Deutschland entsetzt.