Ein polnischer Grenzpolizist (r) und ein deutscher Bundespolizist (Quelle: dpa)

Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität - Holzschuher will um polnische Polizeischüler werben

Die grenzüberschreitende Kriminalität treibt Brandenburg seit Jahren um, deswegen bemüht sich die deutsche Polizei verstärkt um eine Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen. Doch nun will Brandenburgs Innenminister Holzschuher noch einen Schritt weitergehen, und in Polen um Nachwuchspolizisten für die eigenen Reihen werben.

Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) will zukünftig auch in Polen um Polizeianwärter werben. "Als EU-Ausländer dürfen polnische Staatsbürger auch bei uns Beamte werden", sagte Holzschuher der "Lausitzer Rundschau" (Montagsausgabe).

"Mit ihren Sprachkenntnissen sind sie uns gerade in der Bekämpfung der Grenzkriminalität sehr hilfreich", so Holzschuher. Im Kampf gegen die steigende Kriminalität rund um die deutsch-polnische Grenze, arbeiten deutsche und polnische Polizisten bisher nur in Einzelfällen zusammen.  Juristisch ist das nur über den langen bürokratischen Weg der Rechtshilfe möglich, es sei denn es gibt eine gemeinsame Ermittlungsgruppe.

Polizeistellen wieder von der Streichliste genommen

Mit Blick auf die zukünftigen polnischen Bewerber betonte Holzschuher, auch diese müssten "die deutsche Ausbildung absolvieren und über hinreichende Deutschkenntnisse verfügen".  Der Innenminister kündigte an, an der Fachhochschule der Brandenburger Polizei künftig 275 Polizeianwärter pro Jahr auszubilden. Das sei die höchste Zahl seit 1995.

Bereits Ende Januar hatte die SPD erklärt, dass der Stellenabbau bei der Polizei deutlich geringer ausfallen soll als geplant. Die Marke von 7.800 Beamten solle nicht unterschritten werden, so die Ankündigung. Die Polizeireform hatte ursprünglich einen Stellenbau von derzeit 8.250 auf 7.000 Beamte bis zum Jahr 2020 vorgesehen.

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