Brandenburg zieht positive Bilanz - Landesgartenschau endet in Prenzlau mit Besucherrekord
Am Anfang lag noch Schnee, doch dann folgte ein langer schöner Sommer, der die Landesgartenschau (LaGa) in Prenzlau zu einem vollen Erfolg machte. Seit dem 13. April strömten mehr als 400.000 Besucher auf das Gelände - deutlich mehr, als die Veranstalter erwartet hatten. Am Sonntag schloß die Gartenschau ihre Tore - die Grünanlagen aber bleiben erhalten.
Mit einer Rekordbesucherzahl ist am Sonntag die Brandenburger Landesgartenschau nach sechs Monaten in Prenzlau (Uckermark) zu Ende gegangen. Bis Samstagabend seien 462.000 Gäste registriert worden, sagte ein Laga-Sprecher am Abschlusstag. Die Veranstalter hatten rund 300.000 Blumenfreunde erwartet.
Das Gelände wird nun für einige Wochen geschlossen und so umgestaltet, dass ab Mitte November das Grünflächenangebot in der Uckermark durch zwei großzügige Parkanlagen bereichert wird - ein Langzeiteffekt, der bereits bei der Planung der LaGa eine wichtige Rolle spielte.
Gartenschau als "Motor für die Stadtentwicklung"
Nach Ansicht von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) entpuppte sich die Gartenschau als Motor für die Stadtentwicklung. Sie sei das grünste Infrastrukturprogramm, das die Landesregierung zur städtischen Entwicklung bieten könne. Knapp fünf Millionen Euro Fördermittel seien zur Gestaltung der beiden Parkanlagen bereit gestellt worden, sagte Woidke.
Vogelsänger: Schub für die gesamte Kommune
Aus Sicht von Jörg Vogelsänger (SPD), dem brandenburgischen Infrastruktur- und Landwirtschaftsminister, hat sich das Motto der Prenzlauer LaGa ("Die Hochzeit von Stadt und See - Die grüne Wonne") voll bestätigt. Die Besucher hätten die uckermärkische Kreisstadt von "einer völlig neuen Seite" kennengelernt, nämlich als "lebens- und liebenswerte Park- und Seenstadt", sagte Vogelsänger anlässlich des letzten Besuchertags am Sonntag.
Vogelsänger zog eine positive Bilanz der Landesgartenschau. Die getätigten Investitionen hätten einen "Schub" für die gesamte Kommune gebracht. Von 2009 bis 2013 sind laut Angaben des Ministeriums insgesamt 31,3 Millionen Euro in Prenzlauer Bauvorhaben geflossen - fast zwei Drittel davon seien Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes und des Landes gewesen. Die Investitionen in die touristische Infrastruktur würden Prenzlau langfristig zugute kommen, heißt es aus dem Ministerium.
Der Start war kühl
Der Erfolg war zur Eröffnung am 13. April nicht vorhersehbar. Bei Schnee und Kälte wollten sich die Frühjahrsblüher nicht zeigen. Doch mit den wärmeren Temperaturen entfalteten die mehr als 500 000 Blumenzwiebeln noch ihre volle Pracht. Gepflanzt wurden auch über 5000 Rosen. Im Laufe des Sommers tauchten Blumen, Stauden, Sträucher und Gehölze die 13 Hektar großen Flächen in bunte Farben.

Seefontäne und Blumenhalle bleiben erhalten
Auch für die Nachnutzung der fast 14 Hektar umfassenden Flächen ist gesorgt. Wie der Geschäftsführer der LaGa, Christian Hernjokl, dem rbb sagte, wird das Gelände dazu aber erst einmal zu einer Baustelle werden. Bis zum 15. November sollen die Prenzlauer es dann als öffentliche Grünfläche zurückbekommen. "Dann haben wir einen schönen Park – ohne Landesgartenschau.", sagte Hernjokl.
Ein Teil der Beete werde in Rasen umgewandelt, weil das die Pflege vereinfache, sagte ein LaGa-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Aber nicht alles werde abgebaut. Die eigens für die Schau gebaute zweistöckige Blumenhalle solle zu einem Schulgebäude umfunktioniert werden, und auch die Fontäne im Uckersee sowie der neue Kinderspielplatz blieben erhalten.
Sechste Landesgartenschau findet 2019 statt
Wegen des großen Erfolgs will die Landesregierung am Konzept der Landesgartenschauen festhalten. So werde nach Luckau, Eberswalde, Rathenow, Oranienburg und Prenzlau bald nach einem neuen Standort geschaut, hieß es aus dem Landwirtschaftsministerium.
Die Vorbereitungen dazu würden im Jahr 2014 beginnen, die eigentliche Entscheidung werde dann aber die neue Landesregierung treffen, denn die offizielle Ausschreibung sei erst für 2015 geplant, hieß es.





