Der Seepark am Unteruckersee bei sommerlichem Wetter (Quelle: imago)

Positive LaGa-Halbzeitbilanz - Prenzlau lockt Pflanzenfreunde

Halbzeit bei der Landesgartenschau: Bereits 200.000 Besucher wollten sich die "grüne Wonne" in der Uckermark nicht entgehen lassen. Davon profitieren nicht nur die Veranstalter, sondern ganz Prenzlau. Ein Besuch vor Ort.

Im Schuhgeschäft "Anika" in der Friedrichstraße in Prenzlau wundern sich die Verkäuferinnen, selbst bei ihnen macht sich die LaGa bemerkbar. "Einmal kam einer, der hatte sich die Schuhe auf der Gartenschau kaputtgelaufen", erinnert sich Gabriele Czech. Ihre Kollegin Beatrix Pagel ergänzt: "Und bei dem schlechten Wetter neulich, da gab es einige, die nur Sandalen mithatten. Die haben dann hier erst mal vernünftige Schuhe gekauft."

Auf einen Kaffee oder ein Mittagessen in die Innenstadt

Eher vorauszusehen war wohl, dass die Gastronomen in der Einkaufsmeile und darüber hinaus von der LaGa profitieren. Die Bäckerei Them hat für ihr kleines Café bereits eine zweite Kellnerin eingestellt, unbefristet. Doppelt so viele Kaffeegäste kommen seit dem Beginn der Landesgartenschau, schätzt die Kollegin, die den Ansturm alleine nicht mehr bewältigen könnte.

Von den knapp 3.000 Gästen, die täglich auf der Landesgartenschau gezählt werden, landet zwar nur ein Bruchteil in der Innenstadt Prenzlaus. Aber das ist in der vorher touristisch eher unterbesuchten Kreisstadt in der Uckermark dennoch deutlich zu spüren. Die Touristeninfo hatte bereits vor drei Wochen so viele Gäste, wie sonst im ganzen Jahr.

In dem Neubau am Marktberg kommen viele Besucher vorbei, die mit dem Zug anreisen und zu Fuß zum LaGa-Gelände gehen. Und auch von den Autofahrern, die auf dem großen Sammelparkplatz außerhalb der Stadt in den kostenlosen Shuttle-Bus umsteigen, landen viele oft noch auf einen Kaffee oder zum Mittagessen im Gasthaus. "Auf der LaGa war uns das Essen - ehrlich gesagt - einfach zu teuer", sagt Ehepaar Brödel aus Berlin. Sonst habe die Gartenschau ihnen aber sehr gut gefallen, betonen sie. Das sagen die meisten Besucher, wenn man sie nach ihren Eindrücken fragt.

Liegestühle mit Seeblick sehr gefragt

Bei gutem Wetter sind besonders die Plätze am Ufer des Uckersees beliebt: der Steg, der Spielplatz, die Liegestühle unter Trauerweiden mit Blick auf Schwäne und Fontäne. Aber auch die wechselnden Hallenschauen sind stetiger Anziehungspunkt. Nachdem die Rosensaison nun fast vorbei ist, sind jetzt Fuchsien, Dahlien und Begonien die blühenden Highlights. "Und die nächste Kräuterwoche ist schon in der Vorbereitung, die ist auch immer sehr gut besucht", sagt LaGa-Sprecher Matthias Bruck.

Auf der Freilichtbühne konnten die Carmina Burana und Dirk Michaelis bisher die meisten Besucher anlocken, doch weitere Höhepunkte stehen schon kurz bevor: Am 27. Juli spielt die Rockband City. Und bereits am kommenden Samstag, den 13. Juli, wird es eine Hochzeit geben: die Maskottchen Fine und Nemo, Sinnbilder für Stadt- und Seepark, werden von Bürgermeister Hendrik Sommer symbolisch getraut, dazu tritt Schlagersänger Wolfgang Lippert auf.

Absperrungen als Ärgernis

Überhaupt scheint das Konzept "Hochzeit von Stadt und See - die grüne Wonne" aufzugehen. Viele Prenzlauer haben Dauerkarten gekauft, die sie für tägliche Spaziergänge oder die vielen Sonderveranstaltungen nutzen. Auch die Benutzung des Seebades ist inbegriffen. Wer aber keine Dauer- oder Tages-Karte hat, muss während der Landesgartenschau Umwege in Kauf nehmen. So ist die Uferstraße teilweise gesperrt, für viele Anwohner und auch Besucher ein Ärgernis.


Und gerade am Ufer gibt es weitere Hindernisse: Wer das Gelände durch das Drehtor verlassen hat, kommt erst ein paar Hundert Meter weiter wieder hinein. Das hat zum Beispiel die Brödels aus Berlin von einer Dampferfahrt abgehalten: "Die Anlegestelle ist außerhalb, das war uns zu kompliziert." Auch der Bootsverleih wartete seit Saisonstart auf den Schwimmsteg auf dem LaGa-Gelände. Bisher mussten die Gäste ebenfalls außerhalb des Zauns nach ihm suchen. Erst seit der Bergfest-Woche kann er nun auch Paddelboote direkt vor Ort anbieten.

Mehr Besucher als erhofft

Doch das sind Kleinigkeiten, wenn man die vielen begeisterten Besucher hört, die von sich aus feststellen, dass Prenzlau und Umgebung sicher auch nach der Landesgartenschau einen Besuch wert sind. "Wir kommen bestimmt wieder", sagen viele. 200.000 Gäste haben die Landesgartenschau zur Halbzeit schon besucht, mehr als erhofft. Denn das Ziel von insgesamt 300.000 Besuchern bis Oktober scheint jetzt leicht zu erreichen. Mit dieser Besucherzahl würde die LaGa Prenzlau in den schwarzen Zahlen ankommen und kostendeckend bis gewinnbringend sein.

Beitrag von Katja Geulen