
Verzögerung in Großräschen - Tagebau Meuro wird erst 2017 ein See sein
Die Flutung des ehemaligen Lausitzer Tagebaus Meuro wird voraussichtlich zwei Jahre länger dauern als geplant. Wie der rbb von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) erfahren hat, wird der künftige Großräschener See erst 2017 fertig. Grund sind laut LMBV Sicherungsmaßnahmen im Uferbereich.
Der künftige Großräschener See gehört zum Lausitzer Seenland, das bis 2018 entstehen soll. Geflutete Tagebaue, die durch Kanäle miteinander verbunden sind, werden dann die größte künstliche Wasserlandschaft Europas bilden. Doch bis dort alles fertig ist, wird es wohl doch länger dauern als ursprünglich geplant - jedenfalls im Bereich des früheren Tagebaus Meuro.
Bürgermeister reagiert gelassen
Eigentlich sollte dort bereits 2015 der Großräschener See entstehen, durch die Flutung einer fast 800 Hektar großen Fläche. Nun wird das Vorhaben aber zwei Jahre länger dauern - der neue See wird erst 2017 vollständig geflutet sein. Das erfuhr der rbb am Freitag von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft LMBV. Als Grund gab die LMBV unter anderem Sicherungsmaßnahmen im Uferbereich an, die zusätzliche Zeit in Anspruch nähmen.
Der Bürgermeister von Großräschen, Thomas Zenker (SPD), reagierte gelassen auf die Verzögerung. Da es sich um ein Generationen-Projekt handele, seien zwei oder drei Jahre ein relativ kurzer Zeitraum, meint er. Die Gemeinde selbst baue gerade am Hafen Großräschen. Da auch dieser erst im Jahr 2016 fertig werde, passe die nun verschobene Flutung "ganz gut ins Konzept", sagte Zenker dem rbb. Die Gemeinde Großräschen erwartet von dem Projekt eine Aufwertung der Region und eine Ankurbelung des Fremdenverkehrs.
Lebensqualität und wirtschaftliche Perspektiven
Die Anfänge der Seenlandschaft reichen über zehn Jahre zurück. Der Impuls ging von der Internationalen Bauausstellung "Fürst Pückler Land" aus, die im Jahr 2000 ihre Zelte in Großräschen am ehemaligen Tagebau Meuro aufschlug - sie blieb dort bis 2010.
Bevölkerung und Behörden waren sich von Anfang an einig über die Grundidee: eine Landschaft mit Lebensqualität und wirtschaftlicher Perspektive. So wurde das Konzept des "Lausitzer Seenlands" entwickelt: 23 Bergbauseen, riesige Wasserflächen, ein Paradies für Wassersportler. Herzstück des Seenlands ist die Lausitzer Seenkette - zehn Bergbauseen, die durch schiffbare Kanäle verbunden sind, die so genannten Überleiter.
Zuständig für die Flutung der Seen ist die LMBV in Senftenberg. Das bundeseigene Unternehmen verwaltet das schwierige Erbe des DDR-Braunkohletagebaus und verwandelt in der Lausitz insgesamt 30 Tagebaue in Gewässer, 23 davon gehören zur "Marke Seenland".
Von der Tagebau- zur Seenlandschaft
Größte künstliche Wasserlandschaft Europas
Von den geplanten Seen waren bereits Mitte 2013 acht geflutet und auch nutzbar. Bis 2016 sollten zehn weitere fertig gestellt und der Öffentlichkeit übergeben werden - das verzögert sich jetzt ein wenig. Wichtige Voraussetzungen für die Freigabe eines Tagebausees sind Wasserqualität und Flutungsstand.
In der Lausitz entsteht die größte künstliche Wasserlandschaft Europas. Sie wird sich über 13.000 Hektar erstrecken. Das ist 16-mal mehr Wasserfläche, als die Region vor dem Braunkohletagebau hatte.



