
Restloch soll geflutet werden - Cottbus an der Ostsee
Ostsee satt soll es bis 2030 in der Lausitz geben: Bei Cottbus soll das größte "Binnenmeer“ Brandenburgs entstehen, in einer riesigen, entleerten Kohlegrube. Während die Grüne Liga kritisiert, dass der Antrag auf die Flutung seit Jahren aussteht, gibt sich der Tagebau-Betreiber Vattenfall optimistisch.
Der Energiekonzern Vattenfall will nach eigenen Angaben im Jahr 2018 damit beginnen, das Restloch des Kohletagebaus Cottbus-Nord mit Spreewasser zu fluten. Der nordöstlich der Stadt vorgesehene "Ostsee“ werde mit 1900 Hektar Wasserfläche einmal der größte See in Brandenburg sein, teilte der Tagebau-Betreiber am Freitag in Cottbus mit.

Vattenfall will Anträge Ende September einreichen
Mit den Planungen für den Tagebau-Restsee liege das Unternehmen im Zeitplan, erklärte Ingolf Arnold, Leiter des Bereichs Geotechnik bei Vattenfall. Die Anträge sollen Ende September an das Landesbergamt übergeben werden, Die Flutung des Tagebaus soll bis 2030 dauern.
Elf Jahre Planfeststellung
Mit der Erklärung reagierte Vattenfall auf Vorwürfe der Grünen Liga. Der Umweltverband hatte kritisiert, der Antrag sei seit Jahren überfällig. Ein Planfeststellungsverfahren zur Herstellung des Tagebausees läuft offiziell schon seit elf Jahren. Nun werde die Zeit knapp, bemängelt die Grüne Liga: 2015 soll die Grube "ausgekohlt“ sein.
Hinter der jahrelangen Verzögerung vermutet der Verband Umweltprobleme. "Vattenfall beherrscht vermutlich den Wasserhaushalt der Bergbaufolgelandschaft weniger als behauptet", kritisierte René Schuster von der Grünen Liga. Er ist auch Mitglied des Brandenburger Braunkohlenausschusses, der die Planungen begleitet.
Manche Experten befürchten, dass es durch die Flutung Probleme geben könnte - unter anderem wegen mangelnder Durchmischung des Wassers.


