Berlin Schöneweide (Quelle: dpa)

Ein Stadtteil im Aufbruch - "Schöner weiden ohne Nazis"

Bislang galt Schöneweide als Angstzone. Aber die Hochburg der Neonazis bröckelt: Sie werden verdrängt von Studenten, jungen Familien und Künstlern, die den Stadtteil am Spreeufer für sich entdeckt haben. rbb-Reporter Adrian Bartocha und Olaf Sundermeyer über den Berliner NPD-Chef, Vermieterstrategien und Anfang und Ende eines Raumkampfes.

Straßenschild von Oberschöneweide (Quelle: rbb)

Heimatjournal | 29.03.2014 - Blick auf den neuen Glanz der Wilhelminenhofstraße

Die Geschichte Oberschöneweides ist eng mit der Industrialisierung Berlins und der AEG verbunden. Hier baute das Unternehmen 1890 sein erstes Werk und machte Schöneweide zur Elektrostadt. Im Osten dann gehörten die Anlagen und Gebäude entlang der Wilhelminenhofstraße zum KWO,  zum Transformatorenwerk und zum Werk für Fernsehelektronik, von denen nach 1990 nicht viel blieb. Jetzt kehrt dort neues Leben ein.

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Frau mit Kinderwagen vor Grafitti-Wand "Schöner Weiden" (Quelle: rbb/Klartext)

Kommentar - Raumkampf am Spreeknie

Neonazis können sich nur dort ausbreiten, wo die Demokratie schwach und das soziale Gefüge instabil ist. Deshalb gibt es nur eine Möglichkeit, ihrer menschenfeindlichen Ideologie langfristig entgegenzuwirken: Über Menschen, die wiederum Vielfalt und Toleranz leben. Sie sind die einzige Chance für den einst als verloren geltenden Stadtteil Schöneweide, meint Olaf Sundermeyer.

Die Mosaik-Künstlerin Heike Belz vor ihrer Auftragsarbeit "Zebra" an der U-Bahnhaltestelle Afrikanische Straße (Quelle: Heike Belz)

Eine Künstlerin zieht es nach Schöneweide - "Bis jetzt habe ich es nicht bereut"

Die Berliner Künstlerin Heike Belz hat im Dezember ein Künstleratelier in Schöneweide eröffnet. In der Brückenstraße, die bislang als "braunste Straße Berlins" galt. Hier arbeitet sie an aufwändigen Mosaiken - genau zwischen der Gaststätte "Zum Henker", dem rechten Szenetreff, und dem Militaria-Geschäft von NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke. Ein Interview aus dem Raum dazwischen. 

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Neue Trend-Locations in Schöneweide: Ateliers, Bürogemeinschaften und ein Campus

Die Hochburg der rechtsextremen Szene bröckelt: Das Neonazi-Lokal "Zum Henker" muss schließen, auch der Szeneladen "Hexogen" verschwindet aus Schöneweide. Ausgehend von der Hochschule auf dem Industrieareal der ehemaligen Kabelwerke Ost wandelt sich der Stadtteil langsam zum Ort der Jungen und Kreativen. Und so wächst in der bisherigen Angstzone Schöneweide die berechtigte Hoffnung auf eine bessere Zukunft, während sich die Nazis neue Aktionsorte suchen müssen. Die Karte zeigt die neuen Szene-Locations in Schöneweide.