Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (l, SPD), und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), Karsten Mühlenfeld (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)
Video: Abendschau | 15.02.2016 | Boris Hermel

"Alles ist zu erreichen und möglich" - Aufsichtsrat glaubt an BER-Start 2017

Regierungsterminal, Verzögerungen, kritisches Gutachten: Der BER-Aufsichtsrat musste am Montag viele Probleme behandeln. Nach der Sitzung zeigte sich der Vorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, trotzdem optimistisch - obwohl ein Problem nicht abgeräumt werden konnte und der Zeitplan weiterhin wackelt.

Der Flughafen BER kann aus Sicht der Verantwortlichen trotz neuer Verzögerungen 2017 in Betrieb gehen. Aufsichtsratschef Michael Müller sagte nach einer Sitzung des Kontrollgremiums am Montag in Berlin, ihm sei es wichtig, die Bauarbeiten noch in diesem Jahr zu beenden und den Flughafen 2017 in Betrieb zu nehmen. "Nach wie vor ist es so, dass bei dem ganzen Baufortschritt, der uns auch heute dargestellt wurde, das nach wie vor alles auch zu erreichen und möglich ist", erklärte Berlins Regierender Bürgermeister.

Richtig festlegen wollte sich Müller aber nicht: Ihm sei es wichtig, "dass wir wegkommen von irgendwelchen willkürlich gesetzten Terminen, von irgendeinem Druck, der aufgebaut wird, hin zu einem seriösen Abarbeiten aller Dinge."

"Wenn wir wirklich den Bau im Sommer fertig bekommen..."

Geplant ist, dass der drittgrößte deutsche Flughafen im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb geht. Der Spielraum von sechs Monaten ist nach Betreiberangaben inzwischen um rund vier Monate geschrumpft - auf rund acht Wochen. Das Ende der Bauarbeiten wurde von März dieses Jahres auf den 15. Juli verschoben. Dann folgen Probeläufe und Abnahmen. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld ließ sich auch auf kein Datum festlegen und erklärte, "jeder Zeitplan ist erstmal dafür da, klare Definitionen für die Bauarbeiter zu schaffen, und nicht dass man jedes Detail exakt an dem Tag schafft", sagte Mühlenfeld.

Die technische Inbetriebnahme für einzelne Terminalabschnitte habe bereits begonnen. "Wenn wir wirklich den Bau im Sommer fertig bekommen, dann steht auch 2017 ganz klar", betonte Mühlenfeld.

Nächster Nachtrag in 4 bis 8 Wochen

Der Flughafen würde nach vier geplatzten Eröffnungsterminen mit sechs Jahren Verspätung ans Netz gehen. Müller sprach erneut von einem "Schlussspurt", bei dem alle in der Pflicht seien. "Im Mittelpunkt der ganzen Anstrengungen steht, dass wir weiter in ruhigem Fahrwasser die Themen abarbeiten, die nötig sind, um dann verlässlich und sicher an den Start gehen zu können."

Dafür reichte der Flughafen am Montag nach mehreren Verzögerungen den umfangreichen fünften Nachtrag zur Baugenehmigung beim Bauamt ein. Er regelt zahlreiche Umbauten, die nach Planungsfehlern und Baumängeln im Terminal vorgenommen wurden, vor allem Umbau der lange besonders problematischen Entrauchungsanlagen. Ein weiterer Nachtrag folge in vier bis acht Wochen, sagte Mühlenfeld. Erst wenn die Behörde diesen akzeptiert, besteht mehr Sicherheit über den Eröffnungstermin.

Keine Einigung beim Regierungsterminal

Keine Einigung gab es im Streit um das neue Regierungsterminal, das vor dem alten Schönefelder Terminal gebaut werden soll. Denn wegen steigender Passagierzahlen soll das alte Gebäude nach dem Start des Großflughafens zunächst in Betrieb bleiben und der Protokollbereich erst einmal in einen etwas abseits geplanten Interimsbau einziehen.

Der Aufsichtsrat habe die Vergabe dieses Bauprojekts nun angestoßen, sagte Mühlenfeld. Er gab jedoch zu, dass es Debatten mit dem Bund darüber gibt, wie lange die Staatsgäste in dem Interimsbau empfangen werden sollen. Der Bund will mehr als fünf Jahre nicht akzeptieren. Der Flughafen kann das jedoch nicht garantieren. Es soll dazu weitere Gespräche geben, sagte Mühlenfeld. Müller erinnerte daran, dass der Bund als Miteigentümer des Flughafens neben Berlin und Brandenburg selbst auch verantwortlich sei.

Geografische Karte zum Flughafen Berlin Brandenburg und möglichen Erweiterungsgebäuden bzw. Umnutzungen bisheriger Gebäude (Quelle: Bing/rbb/Ulrike Runge/Melanie Manthey)
Mögliche Erweiterungen am BER (Stand: September 2015)

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