Gras wächst zwischen Gehwegplatten am Flughafen BER (Quelle: imago/Jürgen Ritter)

Rechnungshof warnt vor BER-Start erst in 2018 - Spät oder zu spät - das ist hier die Frage

Auch wenn sich die Flughafengesellschaft mit einem exakten Datum zurückhält - das 4. Quartal 2017 ist für den Start des Flughafens BER gesetzt. Einem Medienbericht zufolge warnt jedoch der Bundesrechnungshof nun vor einer weiteren - kostspieligen - Verschiebung.

Der Bundesrechnungshof warnt einem Medienbericht zufolge davor, das sich die Eröffnung des BER weiter hinauszögern könnte. Das schreibt der "Tagesspiegel" am Montag unter Berufung auf ein internes Schreiben vom Januar diesen Jahres.

Derzeit ist eine Inbetriebnahme im 4. Quartal 2017 anvisiert. Wie das Blatt berichtet, mahnt der Rechnungshof in dem Papier jedoch, dass verzögerte Genehmigungen diesen Termin gefährden könnten. Demnach weist der Bundesrechnungshof "darauf hin, dass Grundlage für die derzeit geplante BER-Inbetriebnahme im zweiten Halbjahr 2017 der Abschluss der Abnahme- und Inbetriebnahmeprozesse bis Juni 2017 ist - ausgehend von einer baulichen Fertigstellung im März 2016."

Die bauliche Fertigstellung aber, schreibt der "Tagesspiegel", verschiebe sich nach hinten - insbesondere durch den Umbau der Entrauchungsanlage. Hier sei der Antrag erst Ende Februar eingereicht worden, sieben Monate später als geplant.

Geografische Karte zum Flughafen Berlin Brandenburg und möglichen Erweiterungsgebäuden bzw. Umnutzungen bisheriger Gebäude, Stand: 07.03.2016 (Quelle: Bing/rbb/Ulrike Runge/Melanie Manthey)

"Wir sind jetzt im Oktober 2017"

Die Genehmigungen aber hätten "gravierende Auswirkungen auf den Abschluss der Bauarbeiten am BER", zitiert der "Tagesspiegel" den Bundesrechnungshof - auch in Hinsicht auf die Kosten: Eine erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins auf 2018, heißt es weiter, "würde sich auf den Kapitalbedarf auswirken".

Anfang März hätten Technikchef Jörg Marks bereits eingeräumt, bezogen auf den 1. Juli 2017 gebe es vier Monate Verzug. "Wir sind jetzt im Oktober 2017, damit aber immer noch sauber im zweiten Halbjahr." Trotz Verzögerungen könne der BER also wie geplant im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen.

Ausschreibung für weiteres Terminal

Unterdessen hat die Flughafengesellschaft den Bau für ein Billigflieger-Terminal ausgeschrieben. "Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH beabsichtigt, im Bereich des Piers Nord ein neues Terminal durch einen Totalübernehmer (TÜ) planen und errichten zu lassen", heißt es in dem am 20. Februar veröffentlichten Dokument.

Demnach müsse der Auftragnehmer "komplett auf eigenes Risiko" arbeiten, schrieb der "Spiegel" am Samstag. Vorgesehen sei die Abfertigung von acht Millionen Passagieren pro Jahr, heißt es in der Ausschreibung weiter. Daraus ergebe sich eine notwendige Brutto-Grundfläche von 45.000 Quadratmetern. "Die Inbetriebnahme ist 2019 vorgesehen."

Dem "Spiegel" zufolge schätzt der Aufsichtsrat die Kosten für das Gebäude inklusive Parkhaus und Taxi-Vorfahrt auf rund 200 Millionen Euro. Ein Flughafensprecher wollte die Summe am Samstag auf Anfrage nicht bestätigen.

Der Aufsichtsrat hatte das zusätzliche Terminal bereits am 25. September 2015 beschlossen. Der Hauptstadtflughafen selbst soll nach jahrelangen Verzögerungen im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen.

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