Kabel liegen in der Baustelle im Terminalgebäude des künftigen Großflughafens Berlin-Brandenburg BER (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Eröffnungstermin in Gefahr? - BER-Entrauchung muss nachgebessert werden

Das "Monster" am Berliner Hauptstadtflughafen BER gibt offenbar immer noch keine Ruhe: Weil an der Entrauchungsanlage erneut nachgebessert werden muss, könnte sich der für Ende 2017 geplante Eröffnungstermin weiter verzögern - das wurde am Dienstag bekannt. Der Flughafensprecher wiegelt ab.

Der Brandschutz am künftigen Hauptstadtflughafen BER ist immer noch nicht ausreichend geregelt. An der Entrauchungsanlage muss nochmals nachgebessert werden - das bestätigte Flughafensprecher Daniel Abbou am Dienstag dem rbb. Dadurch könnte sich die Eröffnung des BER erneut verschieben.

Nach Informationen des "Tagesspiegel" ist der geplante Termin Ende 2017 durch die neuen Probleme sogar unmöglich geworden. Das zuständige Bauordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald habe für den Umbau der Entrauchungsanlage Nachbesserungen gefordert, hieß es. Das gehe aus einem Schreiben des Technikchefs Jörg Marks an die Mitarbeiter hervor, berichtet die Zeitung.

Auch der Bundesrechnungshof hat Zweifel

Wie Abbou sagte, muss die Flughafengesellschaft prüfen, wie die geforderten Nachbesserungen umgesetzt werden können. Die Auswirkungen auf den Zeitplan seien daher ungewiss. Der Landrat des Kreises Dahme-Spreewald und auch der Chef des Bauordnungsamts, Stephan Loge (SPD), erklärten in der rbb-Abendschau, die Flughafengesellschaft müsse Unterlagen nachreichen. Eine Eröffnung zum geplanten Termin Ende 2017 sei trotzdem noch möglich.

Erst am Montag war bekannt geworden, dass Experten des Bundesrechnungshofes die Flughafengesellschaft in einem Schreiben gewarnt hatten, der geplante BER-Eröffnungstermin sei in Gefahr. Demnach wiesen die Prüfer darauf hin, dass sich die bauliche Fertigstellung insbesondere durch den Umbau der Entrauchungsanlage verzögere. Der entsprechende Antrag sei erst Ende Februar 2016 eingereicht worden - sieben Monate später als geplant.

Bereits Anfang März hatte Technikchef Marks eingeräumt, bezogen auf den 1. Juli 2017 gebe es vier Monate Verzug. "Wir sind jetzt im Oktober 2017, damit aber immer noch sauber im zweiten Halbjahr." Trotz Verzögerungen könne der BER also wie geplant im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen, hatte Marks damals erklärt.

Das könnte Sie auch interessieren

Der zukünftige Hauptstadtflughafen Willy Brandt in Schönefeld (Brandenburg), aufgenommen am 16.06.2016 (Quelle: dpa/Bernd Settnik)

150.000 Euro Bestechungsgeld? - BER-Korruptionsprozess geht in die erste Runde

150.000 Euro soll ein ehemaliger Bereichsleiter der Flughafengesellschaft FBB von einem Imtech-Mitarbeiter entgegengenommen haben. Im Gegenzug soll er sich für die Zahlung von Nachtragsforderungen in Höhe von 60 Millionen Euro an die Firma eingesetzt haben. Seit Dienstag wird der Fall vor dem Landgericht Cottbus verhandelt.