Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) spricht am 22.04.2016 in Berlin bei einer Pressekonferenz nach einer Sitzung des Aufsichtsrats der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH (Quelle: dpa/Britta Pedersen)

Flughafen Berlin-Brandenburg - Müller schließt BER-Eröffnungstermin 2018 nicht mehr aus

Bislang hatte sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zuversichtlich gezeigt, dass der BER wie geplant Ende 2017 eröffnen kann. Doch angesichts neuerlicher Verzögerungen leitet Müller nun die verbale Kehrtwende ein.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schließt eine spätere Eröffnung des Flughafens BER nicht mehr aus. Er sei skeptischer geworden, was die Eröffnung noch 2017 betrifft, sagte Müller am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus. Am Vortag war bekannt geworden, dass es im Genehmigungsverfahren weitere Verzögerungen gibt.

Der Puffer sei aufgebraucht, es werde immer enger, räumte Müller auf Nachfrage des Grünen-Abgeordneten Andreas Otto ein. "Wenn man sich nicht entschließen kann, wesentliche Teile auch vorab zu entscheiden, sodass ein weiterer Baufortschritt möglich ist, muss ich Ihnen sagen, dass ich skeptisch bin, was den Zeitplan anbelangt", sagte Müller und fügte hinzu: "Nach dem heutigen Stand kann ich nicht mehr ausschließen, dass wir mit der Eröffnung im Jahr 2018 landen."

Es hakt mal wieder beim Brandschutz

Der Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), hatte dem rbb erklärt, die Genehmigung für einen Teil des Umbaus der Entrauchungsanlage könne nicht wie erwartet Ende Mai erteilt werden. Laut einem Bericht des Tagesspiegels sei es damit nicht mehr möglich, den bisherigen Zeitplan einzuhalten. Hintergrund sind offenbar nicht ausreichende Brandschutzvorkehrungen zwischen dem neu errichteten Terminal und dem unterirdischem Bahnhof. Das Eisenbahnbundesamt hatte das bemängelt.

Müller kritisierte vor dem Abgeordnetenhaus nun die Haltung der Baubehörde des Landkreises und des Eisenbahnbundesamtes. Diese verlangen für die Teilbaugenehmigung auch eine Simulation für den Höchstbetrieb vorzulegen, bei dem während eines Brandfalls mehrere Züge gleichzeitig ein- und ausfahren.

Müller kritisiert Eisenbahnbundesamt

Die für den BER zuständige Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) dagegen will zunächst eine Genehmigung für den Normalbetrieb erwirken, weil der Tiefbahnhof erst nach Fertigstellung einer weiteren geplanten Bahnlinie für mehrere Züge gleichzeitig genutzt wird. Müller sagte, eine Einhaltung des Zeitplanes hänge von der Bereitschaft der Behörden ab, die Teilgenehmigung schrittweise zu erteilen.

"Es wird von Tag zu Tag schwieriger", sagte Müller. Eine Eröffnung 2017 sei dennoch nicht unmöglich. Es mache weiterhin Sinn, den Druck auf die Bauarbeiten aufrechtzuerhalten. Er bestritt, dass der von ihm geführte Aufsichtsrat mit Blick auf die Neuwahl des Abgeordnetenhauses am 18. September die Festlegung eines Eröffnungstermins vermeide. Flughafensprecher Lars Wagner sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe keine neue Entwicklung auf der Baustelle. "Wir halten am Fahrplan zur Eröffnung in 2017 fest."

Erstaunen in der brandenburgischen Staatskanzlei

Müllers Aussagen stießen in der brandenburgischen Staatskanzlei auf Unverständnis. Wichtig sei doch, dass auf der Baustelle gebaut werden könne, sagte Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider dem rbb. "Es kann jetzt gebaut werden, es kann im Juni gebaut werden, es kann im Juli gebaut werden und auch darüber hinaus. Und von daher spekuliere ich überhaupt nicht über Termine."

Mit Informationen von Jan Menzel

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