Lufthansa und Emirates präsentieren auf der ILA 2010 ihre Airbus-A380-Modelle (Quelle: Archivbild dpa)

Tagung der Fluglärmkommission - Luftfahrtmesse ILA wird in diesem Jahr leiser

Anwohner werden sich freuen: Die Internationale Luftfahrtausstellung in Schönefeld wird in diesem Jahr weniger Lärm verursachen. Denn das Programm wurde deutlich gestrafft. Die Fluglärmkommission begrüßte diese Entscheidung - zumal der Schallschutz in der Region noch nicht so weit ist, wie er sein könnte.

Die Luftfahrtmesse ILA in Schönefeld fällt für die Anwohner in diesem Jahr leiser aus. Dazu trägt bei, dass die Schau um zwei Tage verkürzt wurde. Aber auch das Flugprogramm an den verbleibenden vier Tagen wird eine Nummer kleiner: Das Angebot sei "deutlich weniger als in der Vergangenheit", sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, am Montag, nachdem die Veranstalter ihre Pläne präsentiert hatten.

ILA-Veranstalter straffen das Programm

An den zwei Publikumstagen (3. und 4. Juni) wird jeweils dreieinhalb Stunden geflogen, an den beiden Fachbesuchertagen zuvor jeweils eineinhalb Stunden. "Die Kommission hat das positiv zur Kenntnis genommen", sagte Steintjes. Zugleich forderte sie auf Antrag der Gemeinde Schöneiche, besonders laute und militärische Maschinen aus dem Flugprogramm zu streichen.

Steintjes verwies darauf, dass die Zahl der Beschwerden von Anwohnern seit 2008 zurückgehe, insbesondere seit die ILA 2012 von der Nord- auf die Südbahn umgezogen ist. Die Verkürzung in diesem Jahr hatten die Veranstalter mit dem Wunsch der Aussteller und Fachbesucher begründet, das Programm zu straffen. Die ILA findet alle zwei Jahre statt.

Schallschutz rund um den BER hinkt weiter hinterher

Rund um den künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) ist noch längst nicht überall der vorgesehene Schallschutz realisiert. Zwar seien 81 Prozent von knapp 18.000 Anträgen bearbeitet, sagte Steintjes, aber erst gut 1.700 Anwohner hätten die bewilligten Schallschutzfenster, Lüfter und Dämmungen auch einbauen lassen. "Viele wollen nicht innen dämmen", sagte Steintjes. Sie warteten ab, ob es nicht noch günstigere Regelungen gebe.

Die Schallschutzmaßnahmen sind seit Jahren umstritten. Erst Ende 2015 hatte die Flughafengesellschaft (FBB) eingewilligt, einen Schallschutz zu errichten, der sich mehr an der Lebenswirklichkeit orientiert. Zuvor hatten Teilnehmer des sogenannten Airport Dialogforums, in dem auch die Umlandgemeinden vertreten sind, immer wieder die rigide Bewilligungspraxis der FBB kritisiert.

Krankheitsrisiko durch Fluglärm offenbar nicht so groß wie angenommen

Thema der Vertreter von Gemeinden, Landesregierungen und Luftverkehrsbranche in der Fluglärmkommission war auch die groß angelegte NORAH-Studie (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health). Sie untersuchte die Lärmauswirkungen rund um den Frankfurter Flughafen und lieferte zum Teil überraschende Ergebnisse.

Demnach erhöht Fluglärm zwar das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems konnten dagegen eher bei Menschen nachgewiesen werden, die an einer vielbefahrenen Bahnstrecke wohnen. Auf den Blutdruck wiederum hat dauerhafter Fluglärm der Studie zufolge gar keinen Effekt. Die Kommission nahm die Ergebnisse zunächst nur zur Kenntnis. Ob sie daraus eigene Forderungen ableitet, ist offen.

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