Ein startendes Flugzeug vor der Abendsonne (Quelle: dpa)

Fluglärmkommission will Anwohner im Berliner Süden schützen - Piloten sollen in die Pflicht genommen werden

Eine einzige BER-Flugroute steht noch nicht fest: Bisher ist nicht klar, wie es nach dem Start von der Nordbahn weiter Richtung Westen gehen soll. Die Fluglärmkommission hat nun Vorschläge gemacht, wie Bewohner im Süden Berlins am späten Abend und am frühen Morgen vor dem Lärm geschützt werden können. 

Die Fluglärmkommission für den Flughafen BER will mit einer Sonderregelung nächtliche Flüge über den Berliner Südwesten und Umlandgemeinden vermeiden. Sie beschloss am Montag, dass Piloten erst auf 10.000 Fuß Höhe (rund 3000 Meter) die festgelegte Flugroute verlassen dürfen, wie der Vorsitzende Gerhard Steintjes mitteilte.

Diese Verdoppelung der üblichen Höhe beträfe nur die Route, auf der die Maschinen am späten Abend und am frühen Morgen von der Nordbahn an Blankenfelde-Mahlow vorbei dicht am Berliner Stadtrand entlang fliegen. Sie ist nach einem Gerichtsurteil neu zu regeln, die übrigen Routen sind festgelegt.

40 bis 50 Flüge abends und morgens erwartet

Üblich ist, dass der Pilot bei 5.000 Fuß die Route verlassen und den kürzesten Weg wählen kann, wenn der Lotse im Tower einverstanden ist. Am Flughafen Tegel gilt nachts und am Wochenende die höhere Grenze von 8.000 Fuß.

Die Kommission empfahl für nächtliche Starts von der Nordbahn in Richtung Westen einen Kurs zwischen Blankenfelde-Mahlow und Berlin-Lichtenrade hindurch, weiter zwischen Großbeeren und Teltow und dann nach Südwesten auf den Berliner Ring. 10.000 Fuß würden die meisten Flugzeuge erst an der Autobahn erreichen.

"Das ist unbedingt notwendig, damit man Zehlendorf, Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf von den direkten Überflügen verschont", sagte Steintjes. 40 bis 50 Flüge würden zwischen 22 Uhr und Mitternacht sowie zwischen 5.00 und 6.00 Uhr erwartet.

Flugrouten im Süden (Quelle: http://www.mil.brandenburg.de/media_fast/4055/92.%20FLK%20EDDB.16130030.pdf)
Im Februar wurden vier Alternativen für den Südwesten Berlins vorgestellt.

Weitere Lärmpausen für Anwohner werden diskutiert

Die Entscheidung liegt nun bei der Deutschen Flugsicherung, die die Routen erarbeitet und dann beim Bundesamt für Flugsicherung, das sie festlegt. Die Fluglärmkommission aus Bürgermeistern, Behörden- und Luftfahrtvertretern gibt nur Empfehlungen.

Außerdem wurde beschlossen, eine Arbeitsgruppe wiederzubeleben. Sie soll beraten, wie Lärmpausen für die Anwohner erreicht werden können - etwa durch bestimmte Anflugtechniken oder Betriebspausen auf einer der beiden Bahnen des neuen Flughafens. Er soll nach jetziger Planung im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen.

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