
"Schulz instrumentalisiert die Flüchtlinge" - Henkel fordert Auflösung des Flüchtlingscamps am Oranienplatz
"Schulz muss die rechtswidrigen Zustände beenden, dann setze ich mich gerne mit ihm an einen Tisch", sagte Berlins CDU-Chef Henkel dem Tagesspiegel (Freitagausgabe). Damit reagierte er auf Äußerungen des scheidenen Grünen-Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Friedrichshain-Kreuzberg) zum Umgang mit dem Protestcamp von Asylbewerbern und Flüchtlingen.
In der Debatte um das Kreuzberger Flüchtlingscamp hat sich der Ton verschärft. Der Innensenator erklärte, Asylsuchende bekämen in Deutschland Zuflucht und ein faires Verfahren. Die Residenzpflicht aber müsse aus seiner Sicht bleiben, weil sie eine regionale Verteilung der Flüchtlinge sicherstelle.
Henkel sorgt sich um die Hygiene

Schulz hatte ursprünglich für Donnerstag zu einem Runden Tisch über die Situation rund um das Flüchtlingscamp im Stadtteil Kreuzberg eingeladen. Der Runde Tisch kam jedoch nicht zustande, weil zwischenzeitlich nahezu alle von Bundes- und Landesebene eingeladenen Politiker ihre Teilnahme abgesagt hatten, darunter auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).
Flüchtlingsrat: Senat muss mehr Asylbewerber in Wohnungen unterbringen
Derzeit leben nach Angaben der Sozialsenatsverwaltung rund 14.000 Menschen in Berlin, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Rund 6.000 von ihnen sind in Not- oder Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Dem Flüchtlingsrat zufolge hat sich der Anteil der in Sammelunterkünften lebenden Flüchtlinge in den vergangenen Jahren von etwa 15 auf nun fast 50 Prozent erhöht.
Der Flüchtlingsrat warf der Zentralen Leitstelle für Asylsuchende (ZLA) vor, den Flüchtlingen die "nötige Unterstützung" bei der Anmietung privater Wohnungen zu verwehren. Ohnehin werde es immer schwieriger, auf dem engen Wohnungsmarkt in Berlin überhaupt eine Unterkunft zu finden, deren Mietkosten nicht die festgelegten Obergrenzen für Sozialhilfeempfänger überschreiten. Wer dann tatsächlich eine Wohnung gefunden habe, scheitere oft an der "bürokratischen Administration" der ZLA, kritisierte der Flüchtlingsrat.


