Ein Mann raucht eine Haschzigarette (Quelle: dpa)

Nach Razzien gegen Drogenhändler - Auch Herrmann ist für einen Coffeeshop am Görli

Cannabis und Marihuana legal im Verkaufsregal: Auch Monika Herrmann, neue grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, will die Dealer-Problematik am Görlitzer Park mit der Entkriminalisierung weicher Drogen lösen.

Die künftige Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne) hat sich für einen so genannten Coffeeshop am Görlitzer Park ausgesprochen. Angesprochen auf die dortige Dealer-Problematik, sagte Herrmann am Mittwoch in der rbb-"Abendschau", sie unterstütze in dieser Frage die Linie ihres Vorgängers Franz Schulz (Grüne).

Wörtlich erklärte Herrmann: "Ich glaube, es ist inzwischen in der Stadt klar, dass wir nicht einfach mit einer Hundertschaft da reingehen, einmal kurz aufräumen und nochmal kurz aufräumen und das Thema hat sich erledigt - so wird es nicht sein." Andere Lösungen - wie etwa einen Coffeeshop zu eröffnen - finde sie richtig, so Herrmann. Diesem Vorschlag von Schulz schließe sie sich an.

Henkel setzt auf Polizeieinsätze

In Coffeeshops nach niederländischem Vorbild werden weiche Drogen wie Cannabis und Marihuana legal zum Kauf angeboten. Schulz hatte eine solche kontrollierte Verkaufsstelle vorgeschlagen, um das Dealer- und Razzienproblem in den Griff zu bekommen. Der Görlitzer Park ist neben der Hasenheide einer der größten illegalen Drogen-Umschlagplätze in Berlin.

Schulz sagte der taz, eine kontrollierte Verkaufsstelle für weiche Drogen in der Nähe des Parks würde vermutlich zu einer besseren Situation führen als man sie jetzt habe. Damit würde es eine feste Anlaufstelle für Konsumenten geben. Parkbesuchern blieben Dealer und Polizeirazzien erspart. Schulz räumt allerdings ein, dass für die Umsetzung des Vorschlags derzeit die gesetzlichen Grundlagen fehlten.

Dem Artikel nach stellen sich etwa die Piraten in Friedrichshain-Kreuzberg hinter die Idee, ebenso fände die Linke einen Coffeeshop "interessant".

Der Park ist als Drogenumschlagplatz bekannt. Dort kam es bereits mehrfach zu Gewalttätigkeiten zwischen Dealern. Innensenator Frank Henkel (CDU) will das Problem mit einen "hohen polizeilichen Aufwand" in den Griff bekommen. Im Juli gab es mehrere Razzien in dem Park. Aus Protest gegen die Kontrollen zündeten Unbekannte wiederum Autos an.