Fassadenteil und symbolische Kapelle mit Ausstellung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam (Bild: dpa, November 2012)

Behörden bestätigen Planung - Baugenehmigung für Potsdamer Garnisonkirche erteilt

Nun ist der Bauantrag genehmigt. Die Gelder für den Wiederaufbau gibt es zwar noch immer nicht, einen Termin ebenso wenig und die Argumente der Gegner sind auch noch nicht entkräftet: Das Projekt "Wiederaufbau der Garnisonkirche" in Potsdam aber hat nun zumindest einen Amtsstempel.

Für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche hat die Stadt Potsdam nun die Baugenehmigung erteilt.

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Garnisonkirchen-Stiftung, der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Berliner Altbischof, Wolfgang Huber, teilte am Dienstag mit, dass das Kuratorium die Genehmigung bereits erhalten habe und bei seiner Sitzung am Dienstag einen geänderten Entwurf für die Kapelle im Turm der neuen Garnisonkirche beschlossen habe.

Kirche soll schlichter und preußischer werden

Nach Angaben des Architektenbüros soll die Kapelle nun schlichter und mit stärkeren preußisch-reformatorischen Akzenten gestaltet werden. Als Grundriss ist statt eines Achtecks nun ein Rechteck mit leichter Kreuzform vorgesehen.

In das Projekt Garnisonkirche seien einschließlich Bauplanung bislang rund 6,5 Millionen Euro investiert worden, sagte Verwaltungsvorstand Peter Leinemann. Für das Bauvorhaben müssten nun weitere Mittel eingeworben werden. Als erster Bauabschnitt soll bis zum 500. Reformationsjubiläum 2017 für rund 40 Millionen Euro der Turm der Garnisonkirche gebaut werden. Der Baubeginn wurde bereits mehrfach verschoben, derzeit ist weiter das Frühjahr 2014 im Gespräch.
Blick auf ein Modell der zerstörten Potsdamer Garnisonkirche (Quelle: dpa)
Ein Modell der zerstörten Potsdamer Garnisonkirche

Vor knapp 300 Jahren errichtet

Die evangelische Garnisonkirche war vor knapp 300 Jahren auf Beschluss des preußischen Königs Friedrich Wilhelms I., des Soldatenkönigs, für den Hofstaat und die Militärgarnison in Potsdam errichtet worden. Der Barockbau des Architekten Johann Philipp Gerlach wurde 1732 eingeweiht und 1735 mit der Vollendung des mehr als 80 Meter hohen Turms fertiggestellt.

1740 wurde der Soldatenkönig in der Gruft der Kirche beigesetzt. 1786 wurde dort auch sein Sohn und Nachfolger Friedrich der Große bestattet. Die Nazis brachten die Särge 1943 zur Vermeidung von Kriegsschäden an einen anderen Ort. 1817 wurde in der Kirche die Vereinigung von Lutheranern und Reformierten zur unierten preußischen Kirche gefeiert.

Aktivisten für und gegen den Wiederaufbau

Am sogenannten "Tag von Potsdam" am 21. März 1933 nutzten die Nazis die Garnisonkirche zur Inszenierung der Eröffnung des neu gewählten Reichstags. Bei einem alliierten Luftangriff im April 1945 brannte die Kirche aus. In der DDR ließ die SED-Regierung die Ruine im Juni 1968 abreißen und später ein Rechenzentrum errichten.

Seit den 90er Jahren bemühen sich verschiedene Akteure um den Wiederaufbau der Kirche. 2005 wurde der Grundstein gelegt, 2008 die Stiftung für den Wiederaufbau gegründet. Nach aktuellen Planungen soll zunächst ab 2014 bis zum 500. Reformationsjubiläum 2017 der Kirchturm gebaut werden.

Begründet mit der Nutzung der Kirche für militärische Zeremonien vor und in der Nazizeit versuchen Aktivisten den Wideraufbau zu verhindern.