
Massiver Umbau der Behörde - Berliner Polizei organisiert sich neu
Mehr Beamte auf Streife, zügigere Bearbeitung von kleineren Straftaten - das ist das Ziel einer umfassenden Reform, die Berlins Polizeipräsident Kandt plant. Im kommenden Jahr beginnt die Probephase.
Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt will seine Behörde umbauen und die Arbeit der Polizisten neu organisieren.
Das bestätigte ein Sprecher der Polizei dem rbb. Unter anderem sollen künftig wieder mehr Beamte auf Streife gehen. Außerdem sollen kleinere Straftaten zügiger bearbeitet werden.
GdP zeigt sich skeptisch
Kandt sprach gegenüber der "Berliner Morgenpost" von einer Richtungsentscheidung: "Die Dienstgruppe wird dadurch entlastet und kann sich mehr auf ihre Arbeit draußen auf der Straße konzentrieren." Ab Januar 2014 soll die Reform auf 12 von 37 Abschnitten in der Stadt erprobt werden.
Die Gewerkschaft der Polizei ist skeptisch. Sie glaubt nicht, dass durch die Reform mehr Polizisten auf die Straße kommen. "Die Kräfte vor Ort müssen die Dinge bearbeiten und wer am Schreibtisch sitzt, kann nicht auf Streife gehen", sagte GdP-Sprecherin Silvia Brinkhus.
Kandt war im Dezember vergangenen Jahres zum neuen Polizeipräsidenten Berlins ernannt worden. Zuvor hatte die Suche nach einem Nachfolger für den früheren Polizei-Chef Dieter Glietsch fast zwei Jahre gedauert. Grund waren juristische Auseinandersetzugnen um das Auswahlverfahren.
Kommissariate sollen Streifen entlasten
So sollen auf allen Abschnitten feste Teams, sogenannte Kommissariate, gebildet werden, die sich um kleinere Delikte wie Körperverletzung, häusliche Gewalt und Sachbeschädigung kümmern. Mit diesem Schritt sollen die Streifenpolizisten von der Schreibarbeit entlastet werden.
Bisher musste jeder Mitarbeiter alle Aufgaben übernehmen. Dieses so genannte "Berliner Modell" habe sich nicht wirklich bewährt, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf.
Künftig solle der Funkwagen nur die Strafanzeige fertigen, die weitere Ermittlungsarbeit, wie etwa Zeugenbefragungen, übernähmen die Kommissariate.
