Studenten der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) sitzen in einem Hörsaal © dpa

Bewerbungen für Wintersemester laufen - Ansturm auf Brandenburger Hochschulen ungebrochen

Die Anmeldefrist für zulassungsbeschränkte Studiengänge ab dem kommenden Wintersemester ist gerade abgelaufen, die Bewerbungen noch nicht gezählt - die Hochschulen in der Mark rechnen aber schon jetzt mit einem ähnlichen Ansturm wie in den vergangenen Jahren.

Die Zahl der Studierenden in der Mark steigt jährlich an. Waren laut Wissenschaftsministerium im Wintersemester 2000/2001 noch 33.000 Studierende auf die Hochschulen im Land verteilt, sind es 2012/2013 bereits 52.000 gewesen. Das entspricht einem Anstieg um 57 Prozent in zwölf Jahren.

Mitte Juli ist die Anmeldefrist für zulassungsbeschränkte Studiengänge abgelaufen. Belastbare Zahlen zu den Bewerbungen liegen den Hochschulen zufolge noch nicht vor. "Wir rechnen aber mit einem ähnlich hohen Ansturm wie in den vergangenen Jahren", sagte Birgit Mangelsdorf, Sprecherin der Universität Potsdam. Das heißt: Etwa 50.000 Bewerbungen von 18.000 angehenden Studenten.
Gebäude der Universität Potsdam am Neuen Palais (Quelle: dpa)
BWL und Psychologie sind in Potsdam besonders beliebt

NC und Wartesemester entscheiden

"Die meisten Studieninteressierten bewerben sich parallel auf bis zu drei Studienfächer", sagte Mangelsdorf. Klappt es bei einem Studiengang mit der Zulassung nicht, hat man so im besten Fall direkt eine Alternative. Das entscheidende Auswahlkriterium bleibt die Note des Abiturzeugnisses. Neben dem Numerus clausus (NC) werden aber auch Wartesemester in die Entscheidung einbezogen. Für einen Großteil der zulassungsbeschränkten Angebote der Universität Potsdam sollte ohne Wartesemester eine Eins vor dem Komma auf dem Abi-Zeugnis stehen.

"Individualisierte Bewerbungsverfahren können wir nicht leisten", sagte Uni-Sprecherin Mangelsdorf. Der personelle Engpass in Verwaltung und Lehre sei groß. Nach Stellenkürzungen sei nun die Hälfte des Verwaltungspersonals mit dreimal so vielen Studierenden konfrontiert wie vor 20 Jahren. Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Potsdamer Hochschule klagt zudem über "gravierende Betreuungsprobleme». Grob gerechnet kommen 100 Studenten auf einen Professor.

In Potsdam bewerben sich viele auf die Fächer Betriebswirtschaftslehre und Psychologie. "Das sind die Dauerbrenner", sagte Andrea Radcke vom Dezernat für Studienangelegenheiten. Aber auch Fächer im Bereich Linguistik und Kulturwissenschaften seien begehrt.
Das Hauptportal der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) © dpa
Studentenansturm auch in Frankfurt (Oder)

Viadrina: Acht Bewerber auf einen Bachelor-Studienplatz

Mit dem Studentenansturm ist Potsdam aber nicht allein. An der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) kamen im vergangenen Wintersemester auf einen Bachelor-Studienplatz bis zu acht Bewerber. Die Vorlieben der Studenten sind dabei ähnlich wie in Potsdam.

An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde rechnet man nach vorläufigen Zahlen mit zehn Prozent mehr Bewerbungen als noch im Wintersemester 2012/2013. Für die 600 Studienplätze gingen etwa 2500 Anträge ein. "Auch bei uns gelten die üblichen Auswahlkriterien über NC und Wartesemester", sagte Sprecherin Dortje Klatte. Für lediglich einen Bachelor-Studiengang kann freiwillig ein Motivationsschreiben hinzugefügt werden.

Über Personalmangel klagt man in Eberswalde auch. Klatte: "In der Verwaltung betreuen wir mittlerweile mit dem gleichen Personal die vierfache Anzahl von Studiengängen und mehr als doppelt so viele Studierende wie noch im Jahr 2011."