Menschen sitzen in der Dämmerung im Görlitzer Park in Kreuzberg (Quelle: imago)

Schulz will Coffeeshop - Drogenproblem am Görli mit Legalisierung begegnen?

Um den Drogenhandel im Görlitzer Park in den Griff zu bekommen, schlägt der scheidende Bezirksbürgermeister Schulz einen kontrollierten Verkauf vor. Aus Protest gegen Drogen-Razzien wurden in der Nacht zu Dienstag Autos angezündet.

In der Diskussion um die Lösung der Drogenproblematik im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg hat sich der scheidende Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) für die Einrichtung eines Coffeeshops ausgesprochen.

Die Polizeirazzien brächten wenig, sagte Schulz der taz. Eine kontrollierte Verkaufsstelle für weiche Drogen in der Nähe des Parks würde vermutlich zu einer besseren Situation führen als man sie jetzt habe. Damit würde es eine feste Anlaufstelle für Konsumenten geben. Parkbesuchern blieben Dealer und Polizeirazzien erspart. Schulz räumt allerdings ein, dass für die Umsetzung des Vorschlags derzeit die gesetzlichen Grundlagen fehlten.

Piraten und Linke von Idee nicht abgeneigt

Die Idee, wird Schulz in der Zeitung zitiert, sei ihm von Anwohnern des Görlitzer Parks angetragen worden - und das nicht nur von "Verfechtern einer liberalen Drogenpolitik". Dem Artikel nach stellen sich etwa die Piraten in Friedrichshain-Kreuzberg hinter die Idee, ebenso fände die Linke einen Coffeeshop "interessant".

Der Park ist als Drogenumschlagplatz bekannt. Dort kam es bereits mehrfach zu Gewalttätigkeiten zwischen Dealern. Innensenator Frank Henkel (CDU) will das Problem mit einen "hohen polizeilichen Aufwand" in den Griff bekommen. Erst Ende der vergangenen Woche gab es Razzien in dem Park. Am Donnerstag waren rund 80 Beamte im Einsatz. Sie stellten 47 Päckchen mit Drogen sicher und leiteten 23 Strafverfahren ein. Am Freitag nahm die Polizei zwei Männer fest.

Aus Protest Autos angezündet

Aus Protest gegen Drogenkontrollen haben Unbekannte in der Nacht zu Dienstag Autos angezündet. Die vier Wagen in der Görlitzer Straße brannten vollständig aus, teilte die Polizei mit. Als Grund für die Brandstiftung wurden in einem Bekennerschreiben an die Polizei die verstärkten Drogenkontrollen im Görlitzer Park angegeben. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

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