Bauarbeiter heben am 01.03.2013 an der East Side Gallery in Berlin ein Mauerstück an (Quelle: dpa)

Schulz: "Entscheidung ist schon gefallen" - Zwei Stockwerke höher an der East Side Gallery

Ein Investor an der East Side Gallery will zwei Stockwerke höher bauen - als Entschädigung dafür, dass der Zugang zum Nachbargrundstück zum Schutz der Mauer über sein Gelände führt. Einem Medienbericht zufolge ist die Entscheidung beim Senat bereits gefallen.

Neuer Streitpunkt an der East Side Gallery: Der israelische Investor Alon Mekel hat laut "Berliner Zeitung" beantragt, seinen geplanten Hotelkomplex zwei Stockwerke höher bauen zu dürfen. Das möchte er als Entschädigung dafür, dass der Zugang zu den Wohnungen auf dem Nachbargründstück über sein Gelände führen soll. Mit diesem Kompromiss soll die Lücke in der Mauer so klein wie möglich gehalten werden.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg lehnte den Antrag des Investors ab. Dieser legte dagegen Widerspruch ein. Die Entscheidung liegt nun bei Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).

Nach Informationen des Bezirksbürgermeisters Franz Schulz (Bündnis 90/Grüne), der heute seinen letzten Arbeitstag hat, ist die Entscheidung jedoch bereits gefallen: "Senator Müller hat den Investoren in einem Brief zugesichert, dass er die zwei zusätzlichen Stockwerke genehmigen wird", zitiert ihn die "Berliner Zeitung".

Franz Schulz (Bild:Imago)
Franz Schulz bei einer Protestkundgebung gegen den Teilabriss der East Side Gallery

Ergebnis der Verhandlungen für Ende August erwartet

Neben dem Hotelkomplex soll an der East Side Gallery ein 63 Meter hohes Gebäude mit Luxuswohnungen entstehen. Als im März für Bauarbeiten ein Teilstücke aus der früheren Grenzmauer entfernt wurden, entzündete sich daran heftiger Protest. Seither verhandeln Senat, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Investoren, wie eine der Öffnungen rückgängig gemacht werden kann.

Ein Ergebnis wird für Anfang August erwartet. Investor Maik Uwe Hinkel, der die Luxuswohnungen errichten will, äußerte sich am Mittwoch in der "Abendschau" des rbb zuversichtlich zu den Verhandlungen: "Es gibt schon noch ein paar Probleme, die wir noch nicht gelöst haben, wie die Verkehrsleitplanung sein wird usw. Aber wir sind auf einem guten Weg."

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